Auf der Wiese habe ich gelegen. Und ich habe Gras gekaut.

Ich wollte einfach mal meine Heimat im Landkreis Leipzig erkunden, neu entdecken, denn sie war mir in den letzten Jahren etwas abhanden gekommen.

Heute habe ich mir meinen Rucksack gepackt und bin losgeradelt. Zum Zwenkauer See, einem ehemaligen Tagebau, wollte ich. Bis 1999 wurde hier Braunkohle abgebaut. Wenn ich früher in meinem Garten in Markranstädt saß, hörte man am Abend die Bagger und Absetzer quietschen. Sie standen unmittelbar vor Leipzigs Toren.
Geblieben ist ein bis zu 50 m tiefes Loch, welches bis ca. 2014 geflutet wird. Mit einer Größe von knapp 10 km² wird der See das größte Gewässer im südlichen Bereich des Leipziger Neuseenlandes.

Ich war schon durch den Ort Zitzschen durch, da zeigten sich die ersten Wolken am Himmel. Unwetter hatte man angesagt. Ehrlich, ich war ein richtiger Schisser.  So ganz wohl war es mir nicht, alleine mit dem Radel. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht mehr weit sein konnte, und fragte in Zitzschen einen Mann. „Zum Tagebau sind Sie hier richtig“, sagte er. „Aber eine gute halbe Stunde müssen sie schon noch radeln. Wenn sie schnell sind. Wie Täve Schur. Kennen Sie den überhaupt noch?“
Na klar kenne ich den noch, aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal.

Den ehemaligen Tagebau habe ich nicht gesehen, weil mich unterwegs der Mut verlassen hat. Der muss nun halt auf mich warten. Ich komme schon noch. Morgen.
Aber, auf eine Wiese habe ich mich gepackt, auf der Rückfahrt. Und ich glaube, ich habe sogar gesungen: „Auf der Wiese haben wir gelegen,…“

 

 

 

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