Der 500. Beitrag: Bis ans Ende der Welt oder nur bis ans Ende von Sachsen?

sächsische Landesgrenze auf dem Elster-Saale-Radweg“ Bis ans Ende der Welt“ singt Purple Schulz. Und genau das Lied war heute mein Ohrwurm, zumindest als ich mal wieder dies Schild sah. Das Ende der Welt war es nicht. Aber hier war ich an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt angekommen. Bis hierher bauten die Sachsen den Elster-Saale-Radweg auf der ehemaligen Bahnlinie, die von Leipzig-Plagwitz über Lützen nach Rippach-Poserna (Bahnhof Pörsten) verlief. Ab hier bauten die Anhaltiner weiter.

Bilderbuchwetter hatten wir, also machten sich der Besuch, Vanny und ich zu Fuß auf nach Meuchen, einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt. Mit dem Fahrrad war ich hier schon, weil ich die schwarzen Schwäne sehen wollte. Zu Fuß allerdings ist es schon ein ordentlicher Marsch.
In Meuschen gibt es eine kleine Kirche. Nach der Schlacht bei Lützen im Dreißigjährigen Krieg, am 6./16. November 1632, wurde der tote schwedische König Gustav II. Adolf in die Meuchener Kirche gebracht und zur Überführung nach Weißenfels in das Geleitshaus hergerichtet. Kaum zu glauben, was sich damals auf den Feldern in meiner unmittelbaren Nähe abspielte. Es war auch im November, als Gustav-Adolf starb. „In der nasskalten Novembernacht suchten die Schweden nach dem Leichnam ihres Königs. Sie fanden ihn endlich; … Die Stille eines unaussprechbaren Schmerzes hing diese Nacht über dem ganzen Lager, bei Schweden und Deutschen, Schotten, Engländern, Iren, Polen, Franzosen und Holländern, bei den Söldnern wie bei seinen Untertanen.“ So beschreibt C. V. Wedgwood die Situation damals in seinem Buch  „Der Dreißigjährige Krieg“ (Paul List Verlag, München).

Wehrkirche in MeuchenMeuchen selber ist ein hübsches, kleines Dorf. Selbst im November gefällt es mir hier. Alles macht einen gepflegten Eindruck, ob es das Gelände um die Kirche ist, der schöne Spielplatz im Ort, oder der Teich.

Teich in  Meuchen

In einem Gehöft am Teich kann man Kürbisse kaufen. Große Mühe hat man sich gegeben, darauf hinzuweisen. Das ist doch richtig liebevoll gestaltet, oder? So geht es also auch. Kuerbisverkauf in MeuchenBei den schwarzen Schwänen war ich natürlich auch. Sie machten gerade ein Nachmittagsnickerchen am Rande ihres Teiches. Wir wollten sie nicht stören und machten uns auf den Heimweg.

Ich werde noch viel zu besichtigen und zu ergründen haben: das Geburtshaus von Friedrich  Nietzsche in Röcken bei Lützen, das Geleitshaus in Weißenfels, das Schlossmuseum mit einer umfassenden Dokumentation über den Dreißigjährigen Krieg …
Schließlich war ich wieder angekommen an der sächsischen Landesgrenze, also fast zu Hause. „Bis ans Ende der Welt, bis zum Mars oder Mond, und vielleicht auch noch weiter, wenn sich das lohnt… “ *träller*