Typografische Röslein.

Als typografische Röslein bezeichnen die Buchdrucker den typografischen Schmuck.
In der Zeit der Rennaissance wurden Leisten, Rahmen und Initiale in Holz geschnitten. So konnte man es wohl mehrmals benutzen, aber wie das so ist, meist passt es nicht, weder in den Abmessungen, noch im Inhalt. Aber teuer waren sie in der Herstellung. Und so arbeiteten die Buchdrucker daran, Schmuck und Verzierungen in der Art der Lettern herzustellen, noch dazu, wo der Kupferstich die Linien immer verschnörkelter und feiner gezeigt hatte. Das gelang auch und die typografischen Röslein in Form von Ranken, Rosetten, Blümchen, … fanden Einzug in den Buchdruck und waren nicht mehr weg zu denken.
Sehr beliebt waren übrigens Ranken aus Weinblättern, und das nicht nur bei Weinflaschenetiketten. Diese Rand und Ramengestaltung nannte man Vignette. So lange gibt es das schon, da war an die Fotografie und Photoshop noch nicht zu denken.

Heute ist so mancher Rechner voll von solchen Schmuckstücken. Und weil es so viel davon gibt, kann man sich ja so richtig verausgaben bei der Gestaltung. Das wirkt allerdings dann manchmal so, als würde man eine Liebeserklärung brüllen.
Ich finde solche typografischen Entwicklungen immer sehr spannend und interessant.  Darüber (unter anderem) zu schreiben finde ich oft besser als über die eignen Befindlichkeiten. Und eine gute Übung, eigene Pinsel im Grafikprogramm zu erstellen und die Zeichenwerkzeuge zu erproben, ist es allemal.