Fitsche Fitsche Griene – mer wolln e was verdiene. Dörfliches Brauchtum zum Ende der Faschingszeit im Landkreis Leipzig.

Tja, nun ist sie vorbei, die närrische Zeit. In Leipzig hat die Löwin Leila den Rathausschlüssel wieder an den ersten Bürgermeister übergeben.

Inch hat gestern etwas sehr Lesenswertes geschrieben über die Faschingsbräuche ihrer Kindheit. Bei uns gibt es noch (oder wieder) das „Betteln“ zum Ende des Faschings. Die Kinder verkleiden sich, ziehen von Haus zu Haus, und erbitten Süßigkeiten. In meinem Dorf „Räpitz“ heißt das „Fitsche Griene“ und findet an Abend vor Aschermittwoch statt. In der Gemeinde Kulkwitz nennt man es „Asche auskehren“. Dort sind die Kinder am Aschermittwoch unterwegs.

Mein Nachbarskind fragt mich im nächsten Jahr garantiert wieder nach dem Text des Liedes, welches die Kinder seit Generationen zu Fitsche Griene singen. Ich schreibe es einfach hier auf und kann im nächsten Jahr bei mir spicken.

Fitsche Fitsche Griene, mer wolln e was verdiene.
Laßt uns nicht so lange stehn,
mor wolln e Häuschen weiter gehn.
Ich bin der kleine König,
gebt mer nicht zu wenig.
Ist der Kuchen nicht geraten,
gebt mer n Stückchen Schweinebraten.
Ich bin der kleine Dachs,
ich trinke gerne Schnaps,
ich trinke gerne Bier
und darum stehn
mer hier.

(aus „Blickpunkt“, Informations und Heimatblatt Elsteraue, April 2010, erschienen im DRUCKHAUS Zeitz )

 

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