Im Schönauer Park, gleich nebenan und inmitten der Großstadt.

Ich musste nur wenige Schritte gehen und war ich im Schönauer Park.

Schönauer Park

In dem gepflegten Park waren viele Leute unterwegs. Hundebesitzer zogen gemeinsam ihre Runden, eine Familie mit Kindern hatte eine Decke auf einer Wiese ausgebreitet, zwei ältere Damen saßen schwatzend auf einer Parkbank, zwei andere waren mit ihren Elektromobilen auf Tour …

Wildnis

Man musste den Parkwegen nicht folgen. Wenige Meter daneben führten Wege in die „Wildnis“. Oh ja, das war so richtig nach meinem Geschmack. Solche Wege liebe ich sehr.
Von der Stadt hörte man hier kaum noch etwas. Nur die Vögel zwitscherten und sangen um die Wette. Ab und zu huschte eine Maus über den Weg.

Schönauer Wiesen

Der Weg führte einen kleinen Hang hinab, über eine Brücke und dann … Ich traute meinen Augen kaum. Um mich herum waren nur noch Wiesen.

Schönauer Wiesen 2

Hoch oben am Himmel kreiste ein Bussardpärchen. Johanniskraut wuchs am Wiesenrand. Ein betörender Duft von frischem Heu lag in der Luft.

Heuwenden nahe Grünau

Kurze Zeit später wusste ich, wo dieser herrliche und altvertraute Duft herkam. In unmittelbarer Nähe zur Stadt zog ein Traktor seine Bahn und wendete das Heu. Der Traktorfahrer hat sich bestimmt gewundert, warum ich ihm so fröhlich zuwinken musste.

Enten

Diese kleine Familie ließ sich überhaupt nicht stören. Leise gackernd watschelte die Entenmutti auf ihr Ziel zu. Hinter ihr her hüpfte, flitzte, ihre schnatternde Kinderschar. Ob sie auch zum Wasser wollten? So wie ich?

Lindenauer Hafen

Mein Weg endete hier, am Lindenauer Hafen. Als ich das erste Mal in meiner Wohnung war, hatten die Bäume davor noch keine Blätter. Ich konnte bis zu den alten Speichern am Hafen schauen. Dass mich eine der ersten „Wanderungen“ genau dahin führen wird, wusste ich damals schon. Es wird nicht die letzte gewesen sein.

Ein lautes Pfeifen ließ mich zusammenfahren. Eine kleine Bahn schnaufte auf einer alten Gleisanlage neben dem Hafenbecken entlang. Mist! Ich hatte kein Geld mitgenommen und so musste ich auf eine Fahrt mit der Feldbahn verzichten. Einen kurzen Moment überlegte ich, ob ich mal singen und den Hut herumgehen lassen sollte. Ich entschied mich aber dann doch dafür, mir den nächsten Termin zu notieren, an dem die Bahn wieder unterwegs sein wird.

Gut, dass ich unterwegs war, denn jetzt regnet es.
Eine weltbewegende , spektakuläre „Reise“ war es nicht, aber mir hat sie gefallen, nicht nur, weil ich auch noch einen Kirschbaum entdeckte und nach Herzenslust naschen konnte. Ich fühle mich wohl.