Meine heimliche Liebe. Schlehen – die Früchte des Schlehdorns.

Schlehen

Beim Schwätzchen über den Gartenzaun in dem Leipziger Garten, damals beim Wollewaschen, haben die Nachbarin und ich festgestellt, dass wir beide eine gemeinsame Liebe haben. Schlehen. Wir haben auch schon überlegt, ob wir einen Schlehenstrauch auf die Grundstücksgrenze stellen und dann gemeinsam ernten. Bestimmt machen wir das noch.

Bei meinem gestrigen Streifzung durch meine neue Umgebung habe ich hinter meinem Park Schlehen entdeckt. Hach hab ich mich gefreut! Da ich aber nicht die einige bin, die diese Früchte kennt und liebt, hoffe ich jetzt einfach mal, dass die Früchte nach dem ersten Frost noch da sind. Erst dann entwickeln sie ihre Süße. Für viele Vogelarten sind die Früchte des Schlehdorns willkommenes Futter, z.B. für die Meisen und Grasmücken. Mit ihnen teile ich gerne.
Unsere Vorfahren haben die Schlehen getrocknet und im Winter verzehrt. Bei Ausgrabungen hat man den Boden der Hütten übersäht mit festgetretenen Schlehenkernen gefunden, und auch durchbohrte Kerne, die offenbar als Kette getragen wurde. Damals war eben etwas anderes schick.
Die Früchte des Schlehdorns schmecken nicht nur gut, sie haben ,wie auch die Blüten und Rinde, eine erstaunliche Heilwirkung. (Liebe Piri, wärst du hier, würdest du von mir einen Aufguss bekommen. Der schmeckt wirklich und würde dir bestimmt gut tun.)

Als ich gestern die Schlehen entdeckte, war es schon duster. Ein Bild wollte ich aber unbedingt von meinen Früchten haben. Ich stellte mich auf die Zehen-spitzen, leuchtete die Früchte mit der Taschenlampe an, hielt die Luft an und … alles war gut. Es ist niemand gekommen, ich bin nicht erschrocken und auch nicht in das Schlehengestrüpp gepurzelt. Das hätte ordentliche Schmisse gegeben.

Die „Schlehenjule“ schleicht sich jetzt wieder.
(Den Spitznamen hatte ich nämlich mal eine Zeit lang.)