(N)Ostalgie im Einkaufscenter. Und bei mir heute auch.

Also einkaufen ist nicht mein Ding. Ungern und nur wenn nötig mache ich das.
Und ausgerechnet in einem Einkaufscentrum fand ich eine äußerst interessante Ausstellung. Im Alleecenter Leipzig waren Szenen aus dem DDR-Alltagsleben aufgebaut. Das typische Wohnzimmer gab es zu sehen, eine Garage mit allem möglichen Krimskrans, eine Küche mit den Geräten, die wir alle hatten und kannten, ein Kinderzimmer, ein Wohnwagen samt Trabi, eine „Datsche“, Fahrzeuge vom Wadenwärmer zu schon recht sportlichen Motorisierungen… Mir fiel sofort auf, dass jeder der dort vorbei kam, ein Lächeln im Gesicht hatte. Es war gewünscht, in den Räumen in die Schränke zu schauen. „Hach“, entfuhr es mir, „da steht ImNu-Kaffee!“ „Und der war noch nicht einmal schlecht“, antwortete mir jemand vollig Fremdes vom anderen Ende des Ganges. Meine Güte, da stand auch eine „Schwalbe“. Mit dem Ding hatte ich mir vor ganz vielen Jahre das Schlüsselbein gebrochen. Im Altenburger Krankenhaus haben sie aus den Splitterchen wieder einen Knochen gebastelt.
Die Tapeten von damals sind allerdings heute wieder Kult. (Yip, da hab ich doch gleich die Idee für meine nächste gezeichnete Geschichte.)

Zu Hause bin ich gleich mal durch die Wohnung gekrochen und habe geschaut, ob ich auch noch etwas von damals im Fundus habe. Ich hatte. Wollt ihr mal sehen?

Kartoffelpresse

Das Ding habe ich gehasst. Immer wenn sich bei uns Besuch ansagte, verdonnerte mich meine Mutter gekochte Kartoffeln da durch zu pressen, damit sie Klöße machen und vor dem Besuch glänzen konnte. Meine Quälerei sah ja keiner. Ich glaube, die Kartoffelpresse durfte in keinem Haushalt fehlen, zumindest nicht in der Altenburger Region. Warum ich das Ding immer noch habe, weiß ich nicht so genau.

Messerschärfer

Auf dieses Gerät schwöre ich und hüte es wie meinen Augapfel. Erst neulich beim Ingwerschneiden musste ich das Messer schärfen. Und das geht damit prima. Nie wieder hatte ich einen besseren Messerschärfer in der Hand. Jan sagt, der sieht recht „hornzsch“  aus (ein bissel häßlich, wie aus der Bruchbude), aber das ist mir egal.
Die Krönung meiner ganz persönlichen (N)Ostalgie ist allerdings das:

Den Berliner Gin schleppe ich schon seit Urzeiten mit mir herum, und ich vermute, er wird mit mir zu Grabe getragen. Der ist schon ‚zig Mal mit mir umgezogen. Ich kann mich einfach nicht trennen.Wie der mal in meinen Besitz gekommen ist, weiß ich nicht mehr, aber irgendwer hat mal 15,30 DDR-Mark dafür bezahlt. (Ich hab gerade gelesen, dass es das Werk in Berlin immer noch gibt.)