Ist die Schlehe weiß wie Schnee, ist’s Zeit, daß man die Gerste säe.

Schlehenbluete

Heute morgen war der Nebel noch dichter als gestern. Waschküche könnte man sagen. Ich war noch am Hadern über die geklaute Stunde bei der Zeitumstellung auf Sommerzeit als es plötzlich aufklarte. Mein Sohn meinte, dass wir heute einen Spaziergang nicht verpassen dürfen. Ich wollte sowieso mal nach meinen Schlehen sehen und so sind wir los, bei herrlichsten Sonnenschein. Wenn die Blüten des Schlehdorns zahlreich sind, so soll es eine reiche Ernte geben, sagen die Bauern.

Die Schlehen blühen März bis April, noch ehe die Blätter des Strauches treiben. Dadurch sind sie gut vom Weißdorn zu unterscheiden. Herrlich sieht es aus, wenn die Hecken in voller Blüte stehen. Und wie das duftet! Für die Insekten ist die Schlehenblüte ein Fest. Und für mich gleichermaßen, denn ich liebe die Schlehen sehr, die Blüten, die Früchte, die Rinde, aus der man mit Kindern eine Tinte herstellen kann.
Die Volksmedizin sagt, dass man das ganze Jahr von Fieber gefeit ist, wenn man im Frühjahr drei Blüten der Schlehe ißt. Ob das so ist, weiß ich nicht, aber ich wollte einfach wissen, wie sie schmecken. Die Blüten, aber auch die Rinde und die Früchte der Schlehe wirken zusammenziehend, harntreibend, schwach abführend, fiebersenkend, magenstärkend und entzündungshemmend. Morgen werde ich Blüten sammeln, einen Tee aus frischen Blüten probieren und kraftspendendes Schlehenelixier ansetzen.

Schlehenhecke in den Schönauer Lachen

20 Kommentare zu “Ist die Schlehe weiß wie Schnee, ist’s Zeit, daß man die Gerste säe.

  1. Und, wie schmeckten die Schlehenblüten? 😉 Aus lauter Jux und Dollerei haben vor vielen Jahren, als ich in einem sehr feinen Hotel arbeitete, Kollegen und ich aus Tulpenblütenblättern einen Salat kreiert, der hat erstaunlicherweise gar nicht mal schlecht gemundet – was aber vielleicht auch am Dressing lag. 😉
    Hier ist’s heute auch neblig und trüb, deshalb habe ich meinen Besuch bei den zwei kleinen viermonatigen Eisbärchen im Münchner Tierpark um eine Woche verschoben, und mich dazu entschlossen, lieber meine faule Haut zu pflegen. :mrgreen:
    ♥liche Grüße!

    1. Sie schmecken ein bissel wie bittere Mandeln. 🙂 Nicht unangenehm.
      Ich hoffe, dass die Sonne heute noch scheint, denn ich muss Blüten pflücken.
      Ich finde das klasse, dass ihr den Salat mit den Tulpenblättern probiert habt. So etwas macht man ja gar nicht mehr, denn Salat gibt es im Supermarkt.

      Gruß an dich, liebe Margot

  2. Du bist mutig. Ich hätte die Blätter nicht probiert 🙂 Aber vielleicht bleibst du ja jetzt das ganze Jahr über pumperl-gesund. Ich wünsche es dir jedenfalls von Herzen.

    1. Es waren die Blüten, liebe Ute. 🙂 Ich wusste, dass man sie essen kann und Schlehen erkenne ich, weil ich mich schon ein Weilchen damit befasse und mich freue, dass jetzt wieder gezielt Schlehenhecken angepflanzt werden. Sie sind der perfekte Windschutz, ein sicheres Brutgebiet für Singvögel, Hangstütze und naja, eben auch noch Heilpflanze.

  3. Liebe Gudrun,
    die Blüten sehen toll aus, aber die Früchte sind noch besser. Und gesund sind sie außerdem mit ihrem vielen Vitamin C. Bei uns sind leider wenig Sträucher, aber es mangelt ja auch an den sandigen Böden 😉
    LG, Christiane

    1. Oh ja, auf die Früchte freue ich mich jetzt schon sehr. Getrocknet haben die unsere Vorfahren schon gegessen. Hier hat man wieder verstärkt Schlehen angepflanzt. Da ich natürlich keine Blüten und Früchte vom Straßenrand, muss ich etwas wandern. 🙂
      Liebe Grüße

    1. Liebe Angie, ich kann leider auf deinem neuen Blog nicht kommentieren, weil „Name und Website“ nicht mit freigegeben sind. Ich bin auch nicht bei WP.
      Liebe Grüße von der Gudrun

      1. Blogspot ist ja von Google aufgekauft worden und die haben es Google-like geaendert; nun muss jeder eine ID haben, damit man besser kontrolliert werden kann.

        1. Ich weiß. Mir geht das ganze Konkurrenzgehabe auf den Geist. Da wird auch der Browser ausgelesen und Safari ausgebremst. So ist das eben, wenn einer denkt, ihm gehört die Welt. Ich werde eben doch eMails schreiben müssen, oder Rauchzeichen geben oder trommeln …:)

  4. Ein Freund hat einmal Schlehenlikör angesetzt – der war seeeeeeehr lecker. Ob dieser allerdings ausgeprägte Heilwirkungen hatte, weiß ich nicht. Aber warm um Magen und Herz wurde mir damals auch. Stimmungsaufhellend schien er auch zu sein 😉
    Liebe Grüße von
    Elvira

    1. Ich werde auch mal wieder im Herbst Schlehenlikör ansetzen müssen. Besonders dann im Winter, nach einem längeren Aufenthalt in der Kälte, war der bei meiner Familie sehr begehrt. Er schmecktemit jedem Gläschen besser. 🙂
      In einem Jahr gab es so viele Schlehen, dass ich welche trocknen konnte. Das war eine gute und vitaminreiche Leckerei im Winter. In diesem Jahr könnte es wieder eine gute Ernte geben.
      Liebe Elvira, ich freue mich, dass du wieder da bist.
      Herzliche Grüße nach Berlin

  5. Schon wieder so was Interessantes bei Dir. Das interessiert sicher auch meinen Sohn, muss ich ihm dann gleich erzählen. Ich kenne bisher nur Schlehenwein oder -Likör 🙂
    Liebe Abendgrüße von Kerstin. Du erzählst doch sicher, wie der Tee geschmeckt hat?

    1. Ich schreibe noch über den Tee, liebe Kerstin.
      Der Standort meiner Lieblingskräuter habe ich schon mal abgelaufen, denn meine getrockneten Vorräte gehen zu Ende. Da ich immer viel verschenke, komme ich in diesem Jahr gerade so hin. Zum Glück wächst alles immer wieder.
      Herzliche Grüße in die Aue

  6. Liebe Gudrun, hier ist die Schlehe noch nicht ganz so weit, aber lange wird es auch hier mit der Blüte nicht mehr dauern. Danke für die Idee mit dem Tee. Bei mir im Garten steht eine Schlehe, in erster Linie auch, weil ich die Blüten und ihren Duft so sehr mag. Zum anderen, weil die Insekten die Blüten über alles lieben und der Strauch an sich den Vögeln einen guten Nistplatz bietet.
    Dein Foto mit dem Marienkäfer gefällt mir ganz besonders. 🙂
    Liebe Grüße von der Silberdistel

    1. Für die Insekten waren die blühenden Schlehenbüsche ein Festessen. Am liebsten hätte ich eine Bank dahin geschleppt. Es roch wirklich richtig gut.
      Liebe Grüße an dich, liebe Silberdistel.

      Ach ja, wenn ich es mal hier verpasse, rechtzeitig zu sammeln, sage ich dir Bescheid. Wir haben einen Zeitpuffer. 🙂

  7. Liebe Gudrun, das Bild mit dem Marienkäfer, der sich auch mit Schlehen wohlfühlt ist so schön.
    Ja, mir fehlt auch die Stunde. Noch habe ich sie nicht ganz aufgeholt. aber es wird.
    Schön, dass dein Sohn da war.
    Ganz liebe Grüße
    Bärbel

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