Heute Schafe schmusen und Wolle tauschen im Martzschpark in Lützen. Morgen Schafe kucken im MDR.

Oh, wie hat mir so ein Ausblick gefehlt! Noch vor zwei Jahren, mit dem Kaffeepott am Küchenfenster, hatte ich das jeden Tag. Jetzt muss ich mich ein bissel weg bewegen von meiner liebsten Lieblingsgroßstadt. Es wurde sowieso Zeit, dass ich mal wieder das Tiergehege im Martzschpark in Lützen besuchte. Und es gab tatsächlich jede Menge Neuigkeiten.

Rapsfelder vor den Toren Leipzigs
Rapsfeld bei Lützen

Ich wäre ja am liebsten gleich im Streichelgehege hocken geblieben. Stolz präsentierte eine Ziegenmutter ihre beiden Jungen. Sie waren erst wenige Tage alt, die Nabelschnur war noch nicht abgefallen. Als sie sich hinlegten überlegte der kleine Junge, der mit uns im Park war, ob er sich dazulegen soll. Er saß schon neben den Ziegenlämmern auf der Erde, und die hätten bestimmt nichts dagegen gehabt, wenn er ein Nickerchen mit ihnen gemacht hätte.

Nachwuchs gab es auch bei den Auerochsen. Der kleine, knuffige Kerl hinter dem starken Zaun wird mal eine stattliche Größe erreichen. Der Auerochse, auch Ur genannt, gilt als direkter Vorfahre unserer Hausrinder. Seit 500 Jahren gilt er als ausgestorben. Dass es wieder Rinder gibt, die den Auerochsen sehr ähnlich sind, ist gelungenen Rückzüchtungen zu verdanken. Die Tiere kommen hervorragend mit den klimatischen und vegetativen Gegebenheiten bei uns zurecht und sind ausgezeichnete Umweltpfleger.

Peng! Ach ja, den Hornträgern wird es zu wohl. Es ist eben Frühling. Mit den Kamerunschafen konnte ich schmusen. Die Zotteligen waren mir nicht so freundlich gesinnt. Sie ahnen wohl, dass ich ihnen an die Wolle will. In ungefähr einem Monat werden sie geschoren und ich darf ihre Wolle haben. Dafür zeige ich im Park mal, wie daraus ein Faden wird. Ich freue mich sehr, wenn man sich gegenseitig von Nutzen sein kann. Dann wird es auch eine richtige gute Sache.

Ach ja, ein Hinweis noch:
Morgen, am Karfreitag um 15.00 Uhr, kommt auf dem MDR  ein Film über Leipzigs Großstadtschäferin Kerstin Doppelstein. Ich bin begeistert von der jungen Frau, die so einen Knochenjob macht, um sich ihren ganz eigenen Traum zu erfüllen. Gesehen habe ich den Film schon mal auf der ARD, aber ich sehe ihn mir nochmal an, weil er wirklich sehenswert ist.
Es ist gut zu wissen, wo die Wolle herkommt, die man in den Händen hat.

28 Kommentare zu “Heute Schafe schmusen und Wolle tauschen im Martzschpark in Lützen. Morgen Schafe kucken im MDR.

  1. Liebe Gurun, auch ich habe den Film im ARD gesehen! Er war sehr aufschussreich!
    Ich wünsche dir ein frohes und erholsahmes Osterfest!

    1. Mir hat der Film auch gefallen, lieber Walter, weil er zeigt, dass es außer dem Streben nach Wohlstand auch noch andere lebenswerte Ziele gibt. Mir machen solche Menschen, wie die Großstadtschäferin, Mut.
      (Die Kissenhüllen aus dem vorangegangenem Beitrag sind aus der Wolle ihrer Milchchafe.)
      Auch dir ein schönes Osterfest und liebe Grüße

  2. Und wo sind die Esel?
    Hast du sie auch getroffen?
    Schöne Bild er hast du mitgebracht und wunderbar erzählt.
    Ich war so richtig bei dir.
    Die beiden Kleinen da so herrlich zusammengekuschelt, einfach schön.
    Du weißt, ich kann morgen um 15 Uhr nicht fernsehen.
    Prima, dass dein Tag so schön war, das freut mich für dich.
    deine Bärbel

    1. Na, der kleine Junge streichelt einen. Klick mal drauf! 😀
      Die Esel waren aber diesmal nicht die Stars im Park. Das waren die vielen kleinen Lämmer. Erstaunlicherweise wren die Esel diesmal ganz leise. Sonst hört man sie immer schon von Weitem.
      Herzliche Grüße an dich, liebe Bärbel

  3. Welche schönen Bilder Du mitgebracht hast, liebe Gudrun. Da möchte man auch schnell noch einmal zum Streicheln ins Gehege 🙂
    Ich finde Eure Einigung toll, dass Du die Wolle der Schafe bekommst und dafür dort im Park zeigen kannst, wie aus dieser Wolle ein Faden wird. Ich wünsche Dir jetzt schon viel Spaß dabei und dass Du viele interessierte Zuschauer hast. Aber ich denke, Du wirst hier ganz sicher darüber berichten, oder?
    Ein schönes Osterfest und ganz liebe Grüße von der Silberdistel

    1. Na klar, ich werde berichten. 😀 Ich habe mich auch gefreut, dass es alles so unkompliziert war. Manchmal hat man eben auch mal Glück.
      Hach, liebe Silberdistel, heute konnte ich endlich mal wieder die Nase in ein lebendes Schaffellstecken. Gut hat’s getan.
      Liebe Grüße zu dir in den Norden, und auch dir und deiner Familie ein schönes Osterfest.

    1. Überhaupt ist das gerade die Zeit der Tierkinder. Die Hängebauchschweine hatten auch Junge. Die schnuffelten ganz aufgeregt durch ihre Welt. 🙂

    1. Danke, liebe Bärbel. Das nächste Mal mache ich eine Radpartie dahin. Dann dauert es eben etwas und wird zur Tagesaufgabe. 🙂
      Herzliche Grüße an dich.

  4. Liebe Gudrun,

    ein feiner Bericht und mit großem Erstaunen – ich war ja noch nie hier bei Dir im Blog –
    habe ich gelesen, daß Du u. a. eine Filzerin bist.
    Eine bewundernswerte Kunst in den heutigen Tagen.
    Ich liebe gefilzte Kleidungsstücke und besuche immer wieder Kunshandwerkermärkte, weil mich da meist viele handgefertige Schönheiten erwarten
    und ich stöbere nach Herzenslust
    Liebe Grüße von Bruni

    1. Liebe Bruni, mir hat es die Schafwolle angetan und alles, was man damit machen kann. Über jedes Kilogramm Wolle von den einheimischen Schafen, welches genutzt wird, freue ich mich. Ich wünsche mir sehr, dass Schafe auch wieder wegen ihrer Wolle geschätzt werden und dass die Schäfer von ihrer wirklich harten Arbeit gut leben können. Das wird aber bestimmt noch ein Stückchen Weg sein, aber ich denke, dass es schon ein kleinwenig Umdenken gibt.
      Liebe Grüße an dich

  5. Hach, nun ist der Film vorbei. Am Tage läuft bei uns kein Fernseher, ich komme immer erst abends zu den Nachrichten dazu, die Füße hoch zu legen und zu schauen.
    Wir gehen jetzt zu Nachbars auf ein Bierchen oder einen Sekt.
    Ich wünsche Dir ein kunterbuntes Osterfest mit süßen Überraschungen und hoffentlich Sonnenschein.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    1. Bei mir ist am Tage eigentlich auch kein Fernseher an. Ich habe einfach keine Zeit zum Fernsehen. Ich mache schon immer Witze, dass ich es nicht gleich merken würde, wenn er geklaut wäre.
      Heute war einen Ausnahme. 😀
      Liebe Grüße an dich in die Aue, und lass dir den Sekt gut schmecken.

  6. Den habe ich auch verpasst… 🙁 .
    Ich spiele den ganzen Tag schon mit mir: ich packe meinen Koffer und es ist noch so viel zu tun.

    Liebe Gudrun, ich wünsche dir schöne erholsame und sonnige Ostertage.
    Mit lieben Grüßen
    Anna-Lena

    1. Ach, jetzt geht es los, liebe Anna-Lena. Ich wünsche dir eine gute Fahrt und noch viel bessere Erholung.
      Die Dramatik des Kofferpackens kenne ich auch. Fünfmal umgepackt und doch das Falsche drin. 😀

  7. Liebe Gudrun, das neue Thema gefaellt mir sehr gut, sieht sehr frisch aus und edel.
    Das Bild mit dem Raps sieht aus als haettest Du es bei uns gemacht, unser Feld 10 Minuten entfernt sieht auch so aus 🙂
    Und die Knuddelhorntraeger gefallen mir auch sehr. Ich habe mal in Sued Frankreich eine Ziegenfarm besucht und war fasziniert von den kleinen Zickleins, die ganz neugierig waren und vor allen stellte ich fest, dass bei denen die Hoerner noch warm (weil jung) waren.
    Morgen sollen auch wir Sonnenschein haben und da werde ich mal zu unserem Rapsfeld fahren. Mal sehen wie es da aussieht.
    Alle Gruesse 🙂

    1. Siehst du, so ist das: Ich habe zwar schon mal Ziegenlämmer der Herde hinterher getragen, aber die kleinen Hörner habe ich nicht angefasst. 🙂
      Gruß in die Ferne

    1. Liebe Frau Momo, wenn du mal in deiner Heimat unterwegs bist und zufällig auf eine Wollwäscherei und Kardiererei stößt, dann lass es mich bitte wissen. Bei euch da oben soll es noch solche Betriebe geben. Wir wollen nicht, dass die Wolle so verramscht wird.
      Liebe Grüße an dich

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