Wie man zu schöner, weichen Milchschafwolle kommt? Ich würde es gerne weiter erzählen.

Gestern Abend bekam ich die erste Milchschafwolle in diesem Jahr. Und jetzt wartet wieder jede Menge Arbeit auf mich, Arbeit die ich als sehr angenehm empfinde, weil sie mir die Ruhe und Entspannung bringt, die ich brauche. Wenn ich in der schön fettigen Wolle wühle, dann geht es mir richtig gut. So wie ich das heraussortiere, was ich nicht in der Wolle haben will, lasse ich gedanklich auch anderen Dreck und Unrat los.
Bevor ich wieder an das Spinnrad kann, wird also erstmal wieder gezupft und gewaschen. Auf Balkonien trocknen wieder Weihnachtsmannbärte.

Nein, reich werde ich damit nicht, aber wenn ich ein kleines bissel von dem guten Gefühl weitergeben kann, in Veranstaltungen, Spinnkursen, im Buch, dann bin ich zufrieden. Gestern habe ich doch tatsächlich mal Fernsehen gekuckt, einen Bericht über Meeresmuschelsammler in Portugal. Eine junge Frau meinte, dass jetzt ihre schönste Zeit des Jahres beginnt. Von früh bis abends steht sie am Meer und „jagt“ Muscheln. Eine lange Zeit, aber sie ist draußen in der Sonne, barfuß im warmen Sand. Am Abend kann sie das Ergebnis ihrer Arbeit sehen. Sie sah sehr zufrieden aus. Ich konnte es verstehen. Die junge Frau strahlte durch ihr Lächeln, nicht durch ihre Frisur, ihre auserwählte Kleidung, Schmuck.

Ach ja, bei der Großstadtschäferin lagert noch eine Menge schöne weiche Milchschafwolle. Ich wünsche mir sehr, dass sich ihre Arbeit mit den Schafen lohnt und dass die Schafe mehr wert sind als ein Paar Kilo Schlachtfleisch. Ich selbst darf nichts verkaufen, aber ich kann es weiter erzählen, wenn jemand Wolle braucht. Ich bin überzeugt, dass die Kosten der Schafschur reinkommen können und vielleicht auch mal ein kleiner Woll-Bonus für die Schäferin, die 365 Tage im Jahr für ihre Schafe da ist.
Wer also Wolle braucht, bitte melden. Ich tratsche es gern weiter!

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