Die dörfliche Welt um 1900 im Volkskundemuseum Wyhra. Ein Wochenendtipp zum MDV-Aktionstag.

Fenster im Volskundemuseum in Wyhra
Bildrechte: Hella Hallert

Kennt ihr das auch? Man träumt, macht Pläne, rackert, und … stolpert mit einer unglaublichen Regelmäßigkeit über die vielen Steine, die auf dem Weg liegen. Manchmal schleicht sich dann der Gedanke ein, dass vielleicht alles sowieso nicht machbar ist, dass man einem Hirngespinst nachjagt. An der Stelle nützt das „hirnen“ im stillen Kämmerlein wenig. Man muss raus, Gedanken austauschen mit anderen, sich sogar streiten und neue Impulse holen. Gestritten habe ich mich gestern nicht, aber jede Menge neue Anregungen habe ich bekommen. Und deshalb zeige ich heute meine „Frankfurt-Bilder von Oben“ noch nicht, nehme euch statt dessen mal mit ins Leipziger Land.

Seit langem träume ich davon, alte Handwerkstechniken zu zeigen. Auch Kräuterwissen, Haltbarmachung von Lebensmitteln. Nutzen von wilden Pflanzen und Früchten bringt so viel Zugewinn. Und Selbstgemachtes macht stolz. In der Großstadt ist es schwer, das alles umzusetzen, und in einer kleinen Zweizimmerwohnung wird es arg eng. Für mich selbst habe ich mich eingerichtet, es für andere erlebbar zu machen, ist schwierig.

Gestern ist meine Freundin Hella mit mir ins Leipziger Land gefahren. Dort gibt es auf einem Bauernhof das Volkskundemuseum Wyhra. Gelesen hatte ich schon über das Museum. Als ich aber dort war, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Im Bauernhaus, auf der Tenne, in den Stallungen, den Kammern für die Knechte, überall wurde bäuerliches Leben vor hundert Jahren in Westsachsen dargestellt, aber auch Traditionen, Sitten und Gebräuche. Mit so viel Liebe waren die Austellungsräume gestaltet! Ich habe jede Menge Interessantes entdeckt, z.B. das Bett von Rotkäppchens Großmutter, den Uhrkasten, in dem sich ein Geislein verstecken kann oder den Backofen von Hänsel und Gretel.
Der Bauernhof ist mit allem augestattet, was man vor 100 Jahren zum Leben und Arbeiten im ländlichen Raum brauchte. Landwirtschaftliches Gerät habe ich gesehen, einenHechelblock mit Feinhechel für die Flachsverarbeitung, eine geniale Schafschermaschine und … Ach, darüber schreibe ich ein andermal. Einige Bilder zeige ich aber schon mal. Und einen Ausflugstipp für’s kommende Wochenende möchte ich auch noch loswerden:

Am 14.09.2014 gibt es beim Mitteldeutscher Verkehrsverbund einen Aktionstag. Zwei Personen können auf ein Ticket fahren. Von Leipzig kommt man bequem mit der S-Bahn nach Neukirchen, und nach einem guttuendem Spaziergang nach Wyhra. Im Volkskundemuseum ist das ganze Wochenende Erntedankfest.

Fotos: Hella Hallert

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