Manches geht auch „mit ohne“ Strom.

Gerät zur Schafschur
Gerät zur Schafschur – mit ohne Strom

Ich hatte vor einiger Zeit einen Wunsch frei und hab mich für eine einfache Pfeffermühle entschieden.
„Ach was, du bekommst eine Elektrische“, wurde mir gesagt. Ich wollte die aber nicht, statt dessen lieber eine, die ich drehen muss. Ich glaube, ich habe etwas Unverständnis geerntet, aber ich bekam sie, die Pfeffermühle zum Drehen. Ich brauche den Pfeffer nicht in Bruchteilen einer Sekunde und auch nicht in riesigen Mengen. Manches braucht Ruhe und Bedacht. Kochen z.B., das Würzen der Speisen und das Essen dann eben auch.

Im Volkskundemuseum in Wyhra zeigte mir der Museumsleiter eine „Schafschurmaschine“. Wer schon einmal mit einer Handschere gearbeitet hat, weiß jede Erleichterung zu schätzen. Diese Schere läuft ohne Strom. Sicher gab es auch nicht in jedem Stall welchen. Was man sich hat einfallen lassen, finde ich richtig genial. In dem Schlauch befindet sich ein Bowdenzug, ein beweglicher Seilzug zur Übertragung einer mechanischen Bewegung in der Maschine. Während die Kurbel gedreht wird, bewegen sich die Schermesser gegeneinander und schneiden die dazwischenliegende Wolle entzwei.

Versteht mich bitte Recht, ich will nicht die Produktionsmethoden von vor hundert Jahren zurück, oder abends mit der Kerze da sitzen (Schäferstündchen mal ausgenommen). Ich bin einfach begeistert von der ingenieurtechnischen Leistung von anno dunnemals.

Auf dem Gerät steht übrigens „sheep shearer crank handle“ (Schafscherer mit Handkurbel). Es hatte einen weiten Weg zurückgelegt, denn es kam aus Chicago.

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