Zurück von den Kindern und dem Stöckchenspinnen.

Stöckchenspinnen mit Kindern
Stöckchenspinnen mit Kindern

Ich bin hundemüde. Das kann man mir glauben. Hundemüde, aber glücklich.

Heute war ich im Volkskundemuseum Wyhra mit dem Spinnrad und dem Wollkorb. Schüler der ersten Klasse wollten erkunden woran sich denn nun Dornröschen gestochen hatte und danach in einen hundertjährigen Schlaf fiel. Logo, dass dann auch jeder einen Faden spinnen wollte, den er mit nach Hause nehmen durfte.
Das Spinnen, ob mit dem Spinnrad, mit der Handspindel oder mit dem Stöckchen, sieht immer so leicht und einfach aus. Man merkt aber ganz schnell, dass man einige Geduld und Übung braucht, bis man mit Fingerspitzengefühl die Wolle ziehen, verdrehen und aufwickeln kann und so einen Faden bekommt. Der Geduldsfaden ist bei keinem gerissen. Der kleine Junge, der gleich zu Beginn sagte: „Das lerne ich nie.“, wurde dann der (größte) beste Spinner.
Ich hatte alle Hände voll zu tun und viel Zeit whatten wir nicht. Gerade als wir so richtig beim Spinnen waren, standen die ersten Muttis und Omas vor der Tür, um ihre Kleinen abzuholen. Nun auch noch den gesponnenen Faden zu verarbeiten, haben wir nicht mehr geschafft.

Gerade habe ich alles zu Hause wieder an seinen Platz geräumt. Heute mache ich gar nichts mehr, nicht einmal eine kleine Blogrunde. Auch die Beantwortung der Kommentare von gestern muss bis morgen warten. 25 Kinder können einen ganz schön auf Trab bringen.

Ach ja, eines muss ich noch erzählen:
Herzlich lachen konnte ich nämlich auch. Als ich die Kinder fragte, ob sie eine Ahnung haben, warum ich so angezogen bin, sah mich ein kleiner Junge ganz treuherzig an und meinte: „Naja, du bist eben alt.“ 😀

30 Kommentare zu “Zurück von den Kindern und dem Stöckchenspinnen.

    1. Ja, das stimmt, du hast es immer gesagt. 🙂 Ich bin jedesmal wieder aufgeregt. Und diesmal beutelte mich noch ein bissel das Kranksein. Aber es war wirklich schön und mal wieder ein kleines Sternstündchen, von dem man ein Weilchen zehren kann.
      Herzliche Grüße zu dir nach München.

    1. Siehste! 🙂
      Die Kinder sind noch so herzlich und ungezwungen. Da bleibt nur Lachen. Aber was solls? Wir haben uns doch ganz ordentlich gehalten. Gell?

  1. „Das Spinnen, ob mit dem Spinnrad, mit der Handspindel oder mit dem Stöckchen, sieht immer so leicht und einfach aus“ – das habe ich nie gedacht, wenn ich meine Freundin in Görlitz am Spinnrad habe sitzen sehen.Ich hätte wie der kleine Junge getönt: „Das lerne ich nie!“ – und hätte das Prädikat „beste Spinnerin“ anderen überlassen und mich weiter mit Worten beschäftigt.

    1. Dann wärst du gestern der einzige Wortkünstler gewesen, liebe Clara. Die Kinder waren voll bei der Sache und wenn sie nicht zum Bus gemusst hätten, wäre es länger gegangen. 🙂

  2. In den Augen dieser Kleinen sind wir ja tatsächlich uralt 🙂
    Ich habe gewusst, dass du das spielend meisterst und ich glaube, Spaß hat es dir auch noch gemacht. Jetzt ruh dich erst mal aus und dann gehts wieder auf zu neuen Taten.

    1. So leicht war es nicht, denn ich hatte immer noch zittrige Knie durch die vergangene Erkältung. Man merkt das aber dann gar nicht mehr, wenn man voll eingespannt ist.
      Ein nächstes Projekt gibt es wirklich, liebe Ute. Und gar nicht viel Zeit, es umzusetzen. 🙂

  3. Liebe Gudrun,
    auf diesem Foto bist Du ganz in deinem Element. Schön ist das. Ich bin mir so ziemlich sicher, dass Du Dich nur so angezogen hast um vor den Kindern „alt-zu-wirken :-)“ – denn Du kannst gar nicht alt sein, so jung wie Du im Herzen bist.

    1. Das hast du aber diplomatisch ausgedrückt, liebe Mia. 😀
      Ich vergesse wirklich immer die Zeit bei solchen Veranstaltungen. Plötzlich mussten die Kinder zum Bus.
      Grüße ins Ländle

      PS: Ich bin gerade dabei, ein Märchen aufzuschreiben. Das ist dann auch wirklich meins und ich kann es erzählen, vorlesen, druckem … wo und wann ich will. Wenn es durch die Redaktion von meiner Privatlektorin und Tochter ist, schicke ich es dir mal.

        1. Ich habe es heute an meine ganz persönliche Lektorin geschickt. Wetten, dass sie es in der Luft zerupfen wird. 🙂 Das wird wieder einen Nacharbeit. Aber dann gebe ich es weiter. 🙂

  4. Kindermund. 😉
    Ich freue mich für Dich, dass Du einen erfüllten Tag hattest.
    Das ist wichtig fürs Selbstwertgefühl. Hundemüde nimmt man dann gerne in Kauf, nicht wahr?

  5. Nun, der Junge hat das ganz richtig beobachtet. Diese Kleidung sollte ja in eine andere Zeit führen, oder irre ich mich da? Wahrscheinlich kennen die Kinder solche Kleidung (incl. der Holzschuhe) aus den Museen. Jedenfalls laufen in unserem Freilichtmuseum die „Bewohner“ auch in der zu der Zeit passenden Garderobe herum. Stell Dir das einfach als Kompliment vor, Du hast Dich über die Jahrhunderte so wunderbar gehalten 🙂
    Liebe Grüße schickt Dir
    Elvira

    1. Als ich Kind war, liefen die Bauersfrauen bei uns noch mit solchen Pantinen in die Ställe. Die Kinder, und auch die Lehrerin, dachten, ich komme aus Holland. 🙂
      Es war verdammt wenig Zeit, aber ich werde über die Kleidung einige Worte verlieren müssen. Beim nächsten Mal.
      Liebe Grüße an dich, liebe Elvira

      PS: Wenn ich endlich mal diese doofe Erkältung los bin, schreibe ich eine Mail.

  6. Herrlich! Kindermund tut Wahrheit kund; heißt es nicht so? Aber für ein Kind in dem Alter ist 25 alt und 30 schon fast Grufty 😀 Auch 20jährige verbuchen 30jährige noch unter „alt“
    Ich kann mir vorstellen, wie ausgepowert du nach der Arbeit warst. 25 Kids sind ja eigentlich auch einige zu viel, zum Stöckchen spinnen. Du hast meine Hochachtung für diese Leistung!!

    1. Oh ja, ich kann mich noch gut an eine Zeit erinnern, da wollte ich nicht älter werden als Dreißig. Danach trocknet eh alles zusammen, dachte ich. 🙂 Ich glaube, da war ich 12 oder 13 Jahre alt.
      Solche Veranstaltungen strengen wirklich an. Geschichten erzählen neben dem Spinnen kann man gar nicht, weil immer etwas zu erklären oder zu richten ist. Aber schön war es zu sehen, wie sorgfältig die Kinder ihr Stöckchen verpackten am Ende.
      Herzliche Grüße, liebe Isa.

  7. Wie schön, dass alles so gut gelaufen ist liebe Gudrun. 25 Kinder – oh ja, das glaube ich Dir gern, dass Du nachher geschafft warst.
    So so, nun wissen wir: Du bist alt 🙂 Herrlich, Kindermund eben.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    1. Ja, genau das dachte ich mir auch, als der Junge das sagte. 🙂 Nun denn! Gut, dass man im Kopf noch ganz beweglich ist.
      Die Kinder waren so herrlich unkompliziert. Das erdet einen manchmal wieder richtig. Ich hätte gerne viel mehr solche Tage.
      Liebe Kerstin, ich schick dir liebe Grüße in die Aue.

  8. Schön, dass Du einen Tag hattest, der Dir und nach Deiner Erzählung auch den Kindern viel Spaß gemacht hat. Selbst, wenn Du hinterher müde warst, war es sicher eine zufriedene Müdigkeit, die Dich auch ein bisschen glücklich gemacht hat.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

    1. Das war wirklich ein schöner Tag, liebe Silberdistel. Auch der Ort war großartig. Das Museum ist wirklich sehenswert, und die Aktivitäten, die die Mitarbeiter entwickeln, auch. Ich war sehr gerne dort.
      Liebe Grüße in den Norden.

  9. Liebe Gudrun, das war ja wieder ein voller Erfolg, leider war die Zeit zu kurz.
    Aber dass du geschafft bist, ist mir klar.
    Auf jedes Kind eingehen, das erfordert ne Menge Konzentration.
    Du hast mal wieder meine Hochachtung
    deine Bärbel

    1. Manchmal ist es ein richtiger Kampf, liebe Bärbel, und manchmal bin ich auch so schon reichlich müde, denn es ist eine große Anspannung für ein klitzekleines Vorhaben. Wenn ich aber den Kampf gar nicht erst antrete, verliere ich so viel mehr. Mich.
      Liebe Bärbel,
      es fällt mir heute so schwer, mich zu konzentrieren. Ich muss immer an dich denken. Ich schäme mich nicht, dass ich weinen muss. Sonstwas gäbe ich darum, wenn ich dich noch einmal umarmen könnte. Du bist so weit weg und dann wiederum auch nicht. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und zuversicht.

      1. Ganz lieben Dank, inzwischen habe ich aufgehört zu weinen.
        Wir sehen kleine Erfolge, darüber schreibe ich morgen. Bericht ist fertig. Mit allem.
        Vielleicht kann ich damit anderen, die auch betroffen sind, helfen.
        deine Bärbel

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