Neues aus der Weiber-WG: Wie geht es eigentlich Kleo?

Kleo unter der Bettdecke
„Mach du mal schon Frühstück! Ich bleibe noch ein Weilchen.“

„Wie geht es eigentlich deiner Kleo?“, fragte mich neulich eine Freundin.
Tja, wie geht es ihr? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.

Seit fast drei Wochen nimmt Kleo ihr Medikament. Einen Monat braucht sie garantiert, um sich darauf einzustellen.
Ich habe keine Probleme, ihr es zu verabreichen. Es wird einfach in ihrem Lieblingsleckerchen, einem Stück dickes und weiches ‚Stängchen‘ versteckt. Nach einer Viertelstunde merkt man, dass das Zeug wirkt. Die ruckartige Starre wie ganz am Anfang erlebe ich nicht mehr. Ich denke, Kleo hat gelernt damit umzugehen. Sie zieht sich auf ihren Fensterplatz zurück oder in ihren Korbsessel. Sie schläft nicht, sie sitzt das aus. Wenn Kleo nämlich schläft, dann schnarcht sie leise. Das war schon immer so und als kleine Katze konnte ich sie durch ihre Schnarcherei aufstöbern.

Die Schildrüsenüberfunktion ist bei älteren Katzen gar nicht so selten. Es gibt Vermutungen, dass diese Krankheit durch Dosenfutter und Katzenstreu begünstigt wird. Nachgewiesen ist es nicht. Nun komme mir bitte keiner mit artgerechter Katzenhaltung und so!

Kleo war Außenkatze und ein begnadeter Mäusefänger. Ich bekam auch immer mal eine fette Maus geschenkt. Lebend, versteht sich. Ich muss sagen, dass ich im Laufe der Zeit ein gewisses Geschick entwickelte, die Viechter zu fangen.
In die Türe unseres Hauses hatten wir eine Katzenklappe einbauen lassen. Kleo konnte kommen und gehen, wie es ihr in den Katzenkopf kam.
Gern poste sie so lange vor dem Nachbarhund, bis der schäumend vor Wut sich bei Frauchen losriss. Dann ging es in wilder Jagd die Straße hinauf und die Straße wieder hinunter. Kleo hätte ja über einen Gartenzaun springen können, unter ein Auto flitzen oder den Baum hochjagen. Ach wo, sie raste die Straße entlang bis zu unserem Haus und entschwand durch die Katzenklappe. Kurz darauf donnerte der große Nachbarhund gegen die Haustüre. Ich hatte ständig Angst, dass mal die Batterie leer ist, die den Öffnungsmechanismus betreibt.

Dann änderte sich so einiges. Kleo und ich zogen um, in eine Wohnung. In der Stadt lasse ich sie nicht raus. Hier ist kein Lebensraum für Freigänger und mein Vermieter duldet auch garantiert keine Katzenklappe in seiner Tür. Sollte ich Kleo zurücklassen? So, wie es immer wieder passiert? Tür auf und Katze raus, fertig! Wohl nicht.

Nun stehen wir das eben durch, die Kleo und ich.
Schlimm finde ich, dass das veterinärmedizinische  Produkt um ein Vielfaches teurer ist als eines aus der Humanmedizin, was genauso wirken würde. Da klingeln doch die Kassen der Pharmakonzerne wieder! Und dass die den Hals nie voll bekommen, zeigt der jüngste Arzneiskandal. (Zweie von den Präperaten, denen jetzt die Zulassung entzogen wurde, muss ich täglich einnehmen. Es soll ja nur bestimmte Hersteller betreffen. Ich hoffe nun einfach mal, dass mein Apotheker mir das Richtige gibt.)

Am Sonnabend muss ich mit Kleo zur Blutkontrolle. Dann schaun wir mal, was sich getan hat, ob die Schilddrüsenüberfunktion nur eine andere Krankheit „maskiert“ hat und ob Kleo gut eingestellt ist. Bis dahin darf sich meine Katze ausruhen.

 

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