Je stiller du bist, desto mehr kannst du hören. (chinesisches Sprichwort)

Penny wärmt mich und wird dafür gestreichelt
Penny wärmt mich und wird dafür gestreichelt

Irgendwie spüren meine Katzen, wenn es mir mal nicht so gut geht. Ich darf ihnen ins Fell heulen, werde gewärmt und am Ende geht es allen gut oder zumindest besser. Warum die Katzen so empfindsam sind, weiß ich nicht. Sie sind es jedenfalls mehr als manch ein Mensch.

Eigentlich dachte ich, dass ich mit dem mit Kortison das rheumatische Grundübel unterdrücken kann. Medikamente, die mein Immunsystem wegknüppeln, damit es weniger gegen seinen eigenen Körper aktiv werden kann, hatte ich abgelehnt. Es ist aber immer nur eine Frage der Zeit, dann wird eine Lücke entdeckt und ich bekomme wieder ordentlich drübergezogen. Gut, ich weiß nicht, wie schlimm alles ohne Kortison gekommen wäre, aber so richtig tröstet mich der Gedanke gerade nicht. Es grämt mich schon gewaltig, dass ich nicht all das tun kann, was ich mir für heute vorgenommen hatte. Vielleicht ist es ein zarter Hinweis, nicht die ganze Welt retten zu wollen, sondern das zu tun, was man gut erledigen kann. Scheinbar kleine Dinge haben auch eine Wirkung. Warum vergesse ich das bloß immer mal wieder?

Ich werde mich heute um meine Schafwolle kümmern, Mails beantworten, Innendienst machen. (Ich habe keine Lust zum Arzt zu gehen.) Gerade eben bekam ich einen Anruf, dass im März  Kindern gezeigt werden soll, wie man früher Flachs verarbeitet hat. Jetzt muss ich mir mal ganz schnell Gedanken machen, was wir werkeln können. Ich kann also mal wieder in den Landkreis fahren. Und wisst ihr was? Ich freue mich sehr darauf.

mit dem Spinnrad Wolle spinnen
Wenn die Wolle von der Spule ist, wird Flachs gesponnen.

22 Kommentare zu “Je stiller du bist, desto mehr kannst du hören. (chinesisches Sprichwort)

  1. Oh, der Penny ist das Behagen aber sehr deutlich ins hübsche Katzengesichtchen geschrieben! 🙂
    Mieze Smokey hat auch immer gespürt, wenn es mir nicht gut gegangen ist. Wenn einem eine kleine Raspelzunge die Tränen von der Wange leckt, dann schrumpfen Leid und Weh fast augenblicklich. 😉 Unangenehm ist’s allerdings stets gewesen, wenn sie sich während eines starken Migräne-Anfalls mit heftiger Übelkeit auf den Bauch legte, und mir ihren doch recht deftigen Mundgeruch ins Gesicht schnurrte. Aber ansonsten sind Katzen großartige „Krankenschwestern“ und Seelentröster. 😉
    Ich wünsche dir von Herzen gute Besserung, möge der depperte Reissmathias sich schleunigst von dannen machen!
    Liebe Grüße!

    1. Die sind schon herrlich, meine Fellnasen. Kleo geht es wieder gut, nachdem sie die Tabletten nicht mehr nimmt. Mal sehen, wie sich alles entwickelt.
      Mundgeruch haben beide kaum. Es sei denn, es gab gerade Fisch. Ab einem bestimmten Alter haben Katzen Zahnstein. Den habe ich entfernen lassen. Jetzt sind die Zähne wieder blitzesauber. Kleo zumindest müsste nun damit hinkommen.
      Liebe Grüße an dich

  2. Gudrun, je älter wir werden, desto stiller werden wir auch sein – es bleibt nur die Frage, ob wir dann besser hören können. In uns hinein vielleicht.
    Ich würde dir ja gern wünschen, dass es dir immer gut geht – aber das wäre Augenauswischerei. Aber dass deine Katzen noch lange Seelentröster für dich sind, das kann ich wünschen!
    Lieb grüßt Clara

    1. Ja, das wäre Augenauswischerei. Ich wäre allerdings die erste, die „Hier!“ schreien würde, wenn die Gene in Ordnung gebracht werden können. Genforschung finde ich ganz persönlich richtig.
      Ich will hoffen, dass ich mein Gehör behalte, weil ich mich danach viel orientiere. Im Moment höre ich noch wie ein Luchs. Hoffentlich bleibt es so.
      Liebe Grüße nach Berlin

  3. Ja liebe Gudrun, das siehst du sicher richtig. Du kannst nicht die ganze Welt retten, daran gehst du kaputt. Kümmere dich um die kleinen Dinge des Lebens, z.B. um diesen positiven Anruf. Ich wünsche dir recht gute Besserung. Mich hat die Grippe erwischt und mir geht es wie dir, zum Arzt mag ich nicht. Also hänge ich erst mal zu Hause rum und warte ab.

    1. Liebe Ute, ich hockte gestern auf meinem Sofa wie auf Kohlen. Wenn es mir nächste Woche wieder besser geht, werde ich mich wohl montags auf die Straße begeben müssen. Ich kann meine Stadt nicht überlassen.
      Aber Kraft für die vielen kleinen Dinge werde ich behalten müssen. Das ist mir genaus so wichtig.

  4. Gute Besserung liebe Gudrun! Ach, Cortison ist auch kein Allheilmittel – sondern auch nur eins zum Zweck. Wenn’s hilft ist es gut. Ich nehme die Nebenwirkungen in Kauf – hast du auch mehr Hunger und ist deine Haut so dünn?

    Trotzdem wünsche ich, dass du eine noch andere Krankenschwester hast, die dich liebevoll umsorgt und deine müden Knochen pflegt. Nim dir die Zeit und wenn du Flachs zu Gold gesponnen hast und nicht weißt wohin damit; hier im Dorf des wilden Südens fändest du Abnehmer… 🙂

    1. Nein, ein Allheilmittel ist es nicht, aber ich lebe nun schon ein Weilchen damit. Lange Zeit hat es mir die Schmerzmittel erspart. Jetzt muss ich mal sehen, ob die Werte wieder ins Lot kommen.
      Ich probiere die Ganze Zeit, aus Flachs Gold zu spinnen. Wenn es denn doch noch gelingt, dann verteile ich fleißig. 🙂
      Liebe Grüße an dich

  5. Ja, die Welt retten, das geht nicht, nicht alleine, und je älter man wird, desto schwieriger wird das. Dein Körper zeigt dir, daß du in erster Linie dich selbst retten mußt, nur dann kannst du anderen Menschen helfen, nicht unbedingt der ganzen Welt, aber sicherlich ein paar Menschen. Und Tiere, hm, ich denke, das sind immer schon die besseren Menschen.
    Liebe Grüße und gute Besserung! *umarm*
    Linda

    1. Ach, jetzt sitze ich hier und schreibe und die Penny liegt auf meinen Knien. So bekommen wir das mal wieder hin, bis zum nächsten Schub.
      Du hast Recht, ich muss mir wirklich überlegen, wie ich meine Kräfte einteile. 🙂
      Liebe Linda, ich schick dir herzliche Grüße.

  6. Es gibt mittlerweile auch Altenheime die Katzen erlauben, eben weil sie sich zu Menschen legen die es gerade brauchen oder die kurz vor dem Sterben sind.
    Cortison brauche ich manchmal auch. Früher 1000mg Infusionen. Ich bin eine von denen die auch eine ständige Einnahme von NSAR oder Immunsupressiva ablehnen. Wenn wir mal wieder telefonieren, erzähle ich dir wie ich heute Entzündungen und den Abbau von Gewebe im Griff halte.
    Hab viel Vorfreude auf dein Flachsspinnprojekt. Lachen ist wie du sicher weißt ein super Schmerzmittel.

    1. Ja, telefonieren müssen wir wiedermal, liebe Isa.
      Die nächste Untersuchung wird zeigen, ob das Kortison die Entzündungswerte unten gehalten hat. Ich glaube es eher nicht, aber es ist auszuhalten.
      Liebe Grüße an dich

  7. zu allererst gute Besserung. Auch ich habe heute einen Ruhetag eingelegt. Nachdem bei meinem Sohn „Krankenhaus“ ist, seit letztem Dienstag, habe ich auch jetzt mit einem Schnupfen begonnen. Habe also bei den Enkeln abgesagt.
    Wolle habe ich auch schon mal gesponnen, das hatte mich sehr gereizt. ABer Flachs noch nie. viel Freude wuensche ich dir schon mal bei den Vorbereitungen.

    1. Den Flachs werden wir den Kindern im Volkskundemuseum in Wyhra zeigen, auf der Tenne. Da steht auch eine Flachsbreche. Es war schon ein recht langwieriger Prozess, bis der Flachs spinnbar ist. Wolle spinnt sich dagegen angenehm leicht. Ich freue mich sehr auf die Veranstaltung.
      Deinem Sohn gute Besserung, liebe Vivi. Und dir wünsche ich keine all zu schlimme Schnupfennase.
      Liebe Grüße

  8. Was für ein süßes Bild von Penny. Hach. <3
    Och Mensch, ich wünsche dir gute Besserung, liebe Gudrun. <3

    Pepper kommt auch immer sofort zu mir, wenn ich weine. Das tröstet so ungemein. Er lässt sich dann ganz fest drücken und bleibt still auf meinem Schoß sitzen.
    So ein Tierchen ist wirklich etwas Wunderbares.

    Alles Liebe für dich,
    Martina

    1. Ich liebe meine Katzen dafür auch, dass sie immer da sind, wenn ich mal Trost brauche. Irgendwie braucht man das auch, denn Immer Stärke zeigen wäre nur gespielt.
      Danke für deine guten Wünsche, liebe Martina. Wenn der Schub erstmal vorbei ist, wird es für eine Zeit Ruhe geben. 🙂
      Liebe Grüße an dich in dein Schreibstübchen.
      (Und streichele mal den Pepper von mit.)

  9. Penny ist so glücklich mit deinen Streicheleien.
    Dabei wird es dir ja auch ein wenig besser.
    Wie gut, dass es Telefon gibt.
    So sind deine Gedanken gleich wieder woanders.
    Herrlich.
    Kortison, da wäre ich auch vorsichtig.
    deine Bärbel

    1. Ich kann leider nicht mehr vorsichtig sein, liebe Bärbel. Etwas muss die Entzündungen mit ihren zerstörerischen Folgen in Schach halten. Da habe ich leider keine Wahl mehr. Mit den Nebenwirkungen muss ich leben.
      Und ansonsten tröstet die Penny. 🙂 Die beiden Katzendamen sind wirklich eine Wucht.
      Ganz liebe Grüße an dich

    1. Ja, das stimmt. Ich will es manchmal nicht wahr haben und dann werde ich schmerzlich daran erinnert. 🙂
      Liebe Frauke, herzliche Grüße an dich.

  10. Unser Kater war, ebenso wie jetzt unser Hund, eine emotionale Niete. Irgendwie bekommen unsere Tiere es nicht mit, wenn es uns nicht gut geht. Dazu kommt, dass unser Kater erst im Alter zu einem Schmusekater wurde. Er war eher reserviert. Und unser Hund scheint eh zu denken, dass er der Mittelpunkt unserer Welt ist und sich alles um ihn zu drehen hat. Wie schön, dass Deine Katzen sich so liebevoll um Dich kümmern.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    1. Ich empfinde das auch als sehr angenehm. Kleo ist auch jetzt erst so ganz zur Schmusekatze geworden. Sie war immer die Wildere, war auch lange Zeit Außenkatze. Da schnurrt man nicht, wenn man ansitzt. 🙂
      Morgens werde ich von beiden geweckt. Und dann wird vor dem Ausfstehen erstmal schnell gestreichelt. Wahrscheinlich merken die Katzendamen, wenn ich so langsam wach werde. Und dann sind sie da.
      Liebe Grüße nach Berlin, liebe Elvira.

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