Post vom Lande in die Großstadt. Eine Schatzkiste voller Wolle vom Gotland-Pelzschaf.

Stimmt’s, wenn einen der Infekt voll im Griff hat, darf man auch mal jammern?
Ich habe es noch nicht überstanden, aber die Lebensgeister kommen wieder. Ehrlich, wenn ich mich freiwillig nicht von der Ottomane bewege, dann ist es schlimm. Nichts ging. Film kucken ging mir auf den Keks, beim Buch lesen verlor ich ständig die Zeile und den Inhalt, Schlafen ging aber auch nicht. Matschrübe nennt man das wohl. Zeitweilig hatte ich das Gefühl, mein Gehirn friert. Mit Wollmütze im Bett sah bestimmt albern aus, aber es tat gut. Ich belle zwar immer noch wie ein Kettenhund und die geringste Anstrengung treibt mir den Schweiß auf die Stirn, aber die Denke fängt wieder an zu funktionieren.

Gerade war mein Lieblings-DHL-Mensch da und brachte mir ein großes Paket. Ich laufe ihm immer ein Stück entgegen auf der Treppe, denn er hat hier in der Stadt viele Treppen zu steigen. Die Kiste war groß, aber schwer war sie nicht. Aber drinnen, da war ein Schatz!

In Mügeln bei Oschatz, da wohnt eine Familie mit Gotland-Pelzschafen. Sie hatten mein Blog gefunden und beschlossen, mir von der Wolle ihrer Schafe abzugeben. Wisst ihr, ich weiß da immer gar nicht, was ich sagen soll, denn für mich ist das ein sehr kostbares Geschenk. Das sind aber auch immer die Momente, die mich immer wieder anspornen, weiter zu machen.
Die Wolle ist so schön. Ich überlege, ob ich mich auf meinen Balkon setze und die Wolle so verspinne, wie sie vom Schaf kommt. Ich möchte nichts zerstören. Waschen kann ich auch noch danach. Es wird wirklich Zeit, dass ich den Infekt loswerde, denn ich habe zu tun.

Liebe Eva-Maria Steinbach, sie haben mir eine große Freude gemacht. Ihren lieben Brief beantworte ich noch ganz persönlich, ohne Internet. Gefreut habe ich mich auch sehr über die Einladung. Ich werde Sie sehr gern besuchen kommen. Jetzt hoffe ich, dass der kleine Schafdrilling durchkommt. Schade, dass ihr doch ein Stückchen weg wohnt. Ich hätte gerne eine Schicht im Flaschegeben übernommen.

Nachtrag: Die gesponnene Wolle aus der Werkstatt von Eva-Maria Steinbach ist eine schöne und feine Wolle. Ich bin begeistert.

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