Sauerteig.

Sauerteig ansetzen
Mehl – Wasser – Geduld

Besser a Brot em Sack, als a Feder uf em Huat.
(schwäbisches Sprichwort)

Das Sprichwort, und auch noch eines aus dem Ländle, passt doch gerade wie der Arsch auf den Eimer! 😀
Ich habe heute aus Mehl und Wasser nach Mias Buchgeschenk Sauerteig angesetzt. Man braucht nicht viel dazu, nur Mehl, Wasser und jede Menge Geduld. Die werde ich haben. (Wie es mit dem Sauerteig weiter geht, werde ich berichten.)

Ich mag es, Brot selber zu backen. Wenn der Duft nach frischen Brot durch die Wohnung zieht, dann habe ich kein Verlangen nach Braten und Wurst, sondern nur nach dem Brot.
Diesmal werde ich ohne Fertigmehl oder-teig auskommen und auch kein künstliches Triebmittel wie Hefe verwenden. Ich möchte Brot backen wie es unsere Vorfahren auch schon getan haben. Es kann sein, dass mir das beim ersten Mal nicht so gut gelingen wird, aber ich habe ja für meine Brotbackversuche noch jede Menge Zeit im Leben.

Warum ich das tue, wo doch das Brot nicht die Welt kostet, das vom Vortag sogar nur die Hälfte?

Eine Zeit lang habe ich mir einen gemauerten Backofen gewünscht. Brot wollte ich backen. Draußen. Und wer mich besucht, bekommt frisches Brot mit Gänsefett oder Butter mit Schnittlauch. Ich hatte sogar eine Bauanleitung aufgetrieben, um einen Backofen selber mauern zu können. Ich habe aber nur öffentliches Draußen und mit dem Feuermachen in der Stadt gäbe es sicher auch ein Problem. Trotzdem werfe ich die Anleitung nicht weg. Man weiß ja nie.

Brot selber zu backen hat für mich so etwas wie ein Stück Unabhängigkeit, Freiheit. Wenn’s gut wird, dann kann es die Fettbemmchen oder so geben, auf dem Balkon, nicht neben dem Backofen. Ich glaube, so war es gemeint, ein Stück Traum ganz real unter aktuellen Gegebenheiten umsetzen.

Mit Hutblumen oder Federschmuck sieht es gerade schlecht aus, aber „a Brot em Sack“ habe ich. Und genau das macht mich reich.

15 Kommentare zu “Sauerteig.

    1. Ich werde berichten, liebe Beate. Es gibt einige Rezepturen. Ich habe mich für die aus Mias Buch entschieden. Mal sehen, wie es wird.
      Liebe Grüße

    1. Das habe ich auch so gemacht die ganze Zeit, dann bin ich auf Fertigmehl umgestiegen. Jetzt muss ich es wissen. 😀
      Wenn man einmal Sauerteig hat, kann man den „füttern“ und gleich losbacken.
      Mal sehen, ob es gut wird.
      Liebe Grüße an dich, liebe Vivi

  1. Ich bin ja Brotfan. Eine ganz besondere Erinnerung habe ich aus meiner Kindheit. Meine Mutter hat zwar gerne gebacken, aber nie Brot. In der Zeit als es freitags die Arbeiter mit ihren Lohntüten nach Hause kamen, war bei uns das Geld bereits am Donnerstag ausgegeben. Vier Mäuler wollten gestopft werden. Aber Geld für Brot war immer da. Freitagabends hat meine Mutter einen ganzen Laib Brot in Scheiben geschnitten und alle Stullen mit selbst ausgelassenem Griebenschmalz bestrichen. Die Scheiben wurden halbiert und auf einen Teller hoch zur Pyramide aufgetürmt auf den Esstisch gestellt. Wir Kinder saßen drumherum und haben es uns schmecken lassen!
    Liebe Grüße,
    Elvira

    1. Brot hat meine Mutter auch nie gebacken. Und bei ihnen zu Hause wurden mit dem Messer Striche auf das Brot geritzt, andenen man die Tagesrationen sehen konnte und wie lange das Brot reichen musste.
      Danke, liebe Elvira, für deinen Beitrag.
      Liebe Grüße an dich

  2. Liebe Gudrun, du hast es schon begonnen, wie schön.
    Frisches Brot, wie das duftet.
    Leider darf ich keins mehr.
    Also sind wir auf glutenfreies übergegangen, was mein Mann ja tatsächlich braucht. Unsere Tochter hat das also von ihm.
    Aber ich würde bei dir davon essen mit Schmalz jaaaaaaa.
    deine Bärbel

    1. Darauf freue ich mich auch schon seer, liebe Bärbel. Ich werde es genießen. Man weiß ja nie, wie lange man das tun kann.
      Über glutenfreie Ernährung habe ich viel im Reformhaus gelernt. Die Arbeit dort zählte zu den wertvollsten Erfahrungen in meinem Leben.
      Ich schick dir und P. ganz liebe Grüße.

  3. Ha ha, das Sprichwort kenn ich nicht mal… 🙂 Wieder was dazu gelernt.
    Wobei so ein flottes Hütchen….. wenn ich´s mir recht bedenke, könnt mir schon gefallen. Von mir aus ohne Feder. Wenn ich mich so umsehe…. es liegt bestimmt irgend etwas rum, das ich mir anstatt der Feder sonst draufstecken könnte 😉 Das Brot würd ich gerne kosten – mit und ohne Hut.

    1. Wenn du mich das nächste Mal besuchst, dann gibt es frisches Brot. Versprochen.
      Tja, zum Sprichwort: Wenn man lange mit einem Schwaben zusammen war, bleibt eben auch was Schwäbisches hängen. 🙂 Ich finde das Sprichwort so richtig Klasse.
      Auf meinem Balkon hängt jetzt übrigens die gewaschene Gotlandwolle. Das wollte ich dir nicht zumuten, als du da warst. Jetzt trocknet da quasi das nächste Projekt.
      Lieber Gruß ins Ländle.

      1. Liebe Gudrun, du nimmst zuviel Rücksicht. Ehrlich. Das muss nicht sein, schliesslich ist es deine Wohnung und dem Gast hättest Du das ruhig zumuten dürfen. Schliesslich war dein Gast mit Zumutungen auch nicht zimperlich. 🙂

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