Gotlandschafwolle nach der Wollwäsche – glänzende Löckchen von weiß bis ganz dunkel. Ein kostbares Geschenk.

Es wird Zeit, dass ich mich nun mal um die Gotlandschafwolle kümmere. An das Spinnrad kann ich eh noch nicht, weil ich dort gerade Flachs auf der Spule habe, den ich am Montag mit zu den Kindern in Whyra nehmen werde. Wir wollen zeigen, wie aus Pflanzen Garn gewonnen werden kann und was es mit dem Märchen von den drei Spinnerinnen auf sich hat. Kennt ihr das?
Wie ich mich darauf freue, in das Völkerkundemuseum in Wyhra fahren zu können. Meine Fahrkarte habe ich schon lange in der Tasche.

Wunderbare Gotlandschafwolle

Gotlandpelzschaf mit Lämmern
Gotlandpelzschaf / privates Foto der Familie Steinbach

Schlimm ist die Spinnpause nicht, weil ich so Zeit habe, die Gotlandschafwolle, die ich von der Familie Steinbach aus Mügeln geschenkt bekam, zu waschen und für das Spinnen vorzubereiten. Mit Wollwäsche habe ich ich schon meine Erfahrung. Und außerdem verbindet sich die Wollwäsche bei mir immer mit den Begriffen „Frühling, Wärme, Sonnenschein“.
Auch der Gotlandschafwolle blieb ein Bad nicht erspart. Nachdem die „braune Brühe“, alles, was Schäfchen so einsammelt über’s Jahr, raus war aus der Wolle, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Von weiß bis ganz dunkel präsentieren sich die seidig glänzenden und ganz weichen Locken. Ich könnte nun nach Farbe sortieren, aber ich werde die Wolle so lassen. Ich mag es sehr, wenn sie so bleibt, wie sie vom Schaf kommt. Das Mellierte wird bestimmt einen ganz besonderen Reiz haben.

Von den Gotlandschafen weiß ich noch wenig. Sie gehören zur Gattung der Pelzschafe und sind wahrscheinlich kleiner als die Schwarzköpfe, Rhönschafe und Merinofleischschafe aus der Herde damals. Ich werde den Steinbachs Löcher in den Bauch fragen. Ich finde es sehr interessant, weil ich nun schon einige verschiedene Schafrassen und ihre Wolle kenne.

Nach dem Wollekämmen – ran an’s Spinnrad

Das Kardieren der Gotlandwolle
Gotlandwolle auf der Karde

Ich habe mir ganz fest vorgenommen, mein Spinnrad in diesem Jahr so oft es geht mit auf den Balkon nehmen. Dort werde ich mir meine kleine Welt schaffen, einen Kräutergarten am Rankgitter und ein Spinnstübchen. Bald habe ich auch ein Katzennetz am Balkon, so dass die anderen beiden Damen aus der Weiber-WG mit hinaus können ohne dass ich ständig hinter ihnen her sein muss wie der Teufel hinter der Seele. Und während die beiden aufpassen, dass unten auf der Wiese im Viertel alles seinen Gang geht, werde ich spinnen. Sind die Katzendamen beschäftigt, lassen sie meine Wolle in Ruhe. Zumindest hoffe ich das einfach mal. Schafwolle ist ein begehrter und hart umkämfter Katzenschlafplatz.

Ein wenig Wolle von den Gotlandpelzschafen werde ich aufheben, zum Zeigen und Beschreiben. Einen großen Teil der Wolle habe ich gestern bei schönstem Frühlingswetter kardiert. Und wie immer zu Beginn solcher Tätigkeit habe ich einen ordentlichen Muskelkater.
Die Wolle wird bestimmt nicht lange bei mir herumliegen. Das zumindest weiß ich schon mal und auch, was mal daraus werden soll. 🙂

 

 

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