Flachsgarn ist gesponnen, mein Korb ist gepackt, meine Sonntagsbeschäftigung beendet.

Morgen ziehe ich also mal wieder das Leinenunterkleid an, streife den Überwurf über, schlüpfe in die Holzpantinen und fahre zu den Kindern einer Grundschule im Leipziger Land. Ich habe doch noch jemand gefunden, der mich hinbringt, kann das Spinnrad mitnehmen und alles andere, was zeigen kann, wie aus Pflanzen die Fasern gewonnen werden und daraus ein Garn wird. Flachsgarn.

Der Flachs ist ungebleicht, d.h. so sieht er dem Pflanzenbündel zumindest in der Farbe noch ähnlich.
Am Ende wird jedes Kind Leinsamen in ein kleines Töpfchen mit Erde stecken und mit nach Hause nehmen. Wenn das Gießen nicht vergessen wird, entwickelt sich eine schön blau blühende Pflanze. Vom fertigen Garn werden werden wir ein Schleifchen um den Topf binden. Das Flachsgarn geht ganz fein und dünn zu spinnen, aber ich habe es  etwas dicker gesponnen, damit es für die kleinen Kinderhände etwas leichter ist, die Schleife zu binden.
Wir werden Garn aus Wolle anfassen und Flachsgarn, werden die Unterschiede spüren und bestimmt herausfinden, warum man manchmal ganz festes Gewebe braucht.

Meine Sonntagsbeschäftigung ist vorbei, der Korb für morgen ist gepackt. Ich freue mich sehr und bin ich um eine große Erfahrung reicher, denn Flachs spinnen wollte ich schon lange mal.

Zeichnung einer alten Flachsbreche
Flachsbreche. Zeichnung: G.Ebert

 

          „Schnipp-Schnapp-Schnurre,
Basselurre.
Aus ist das Lied!“
(aus dem Märchen „Der Flachs“ )

Comments are closed.

%d Bloggern gefällt das: