Flachs spinnen mit Kindern im Leipziger Land.

Flachs spinnen im Leipziger Land, wie hatte ich mich auf den Tag gefreut! Im Volkskundemuseum in Wyhra ging es diesmal um Pflanzenfasern und darum, wie schwer es war, bis man ein Leinentuch gefertigt hatte. Gut, dass es im Museum so etwas noch gab. Ich besitze keines mehr, leider.

Das Spinnrad zum Flachs spinnen war mit mir gereist und einige Mutige unter den Grundschülern durften mithelfen, dass aus dem Flachsbündel ein schöner fester, gesponnener Faden entstand. Einfach war es nicht, denn die Flachsfasern ziehen sich unbarmherzigaus einander, wenn man nicht ganz sanft mit ihnen umgeht und dann reißt er ab, der Geduldsfaden. Wir haben im Museum viele Fusseln auf dem Fussboden hinterlassen, aber den Faden, den haben wir geschafft.

Eigentlich wollten wir auf die Tenne, da hin, wo die vielen landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Geräte stehen. Die Museumsmitarbeiter waren aber der Meinung, dass es viel zu kalt und zu zugig war da oben und hatten die Flachsbreche, den Hechelkamm, die Karden ins Bauernhaus geschleppt.
Die Kinder waren großartig, neugierig und wissbegierig. Schön, wie sie die Unterschiede herausgefunden haben zwischen Wolle und den Pflanzenfasern und auch erkannten, dass man manchmal auch derbe Stoffe haben muss oder eben einen ganz festen Faden.
Auf den Felden neben der Wyhra haben wir gesehen, dass die Bauern mit der Feldbestellung begonnen haben. Früher waren auch Flachsfelder dabei. Und weil alles immer von der Witterung abhing, bangte man, dass der Flach schön hoch wächst, weil solcher schöne, lange Fasern ergibt. Dann war er besonders wertvoll. Im Winter, wenn die Feldarbeit ruhte, wurde der Flachs dann verarbeitet. In vielen Bauernstuben standen Spinnräder und Webstühle.

Die Kinder steckten Flachssamen in Töpfchen mit Erde und jedes Kind durfte seinen Topf mit nach Hause nehmen. Mal sehen, bei wem das Pflänzchen am besten wächst.

Ein bissel kämpfe ich immer noch um meine Gesundheit. Hinter meiner Stirn puckert es und es scheint, dass sämtliche Zähne weh tun. Ich war schließlich froh, wieder zu Hause zu sein. Aber der schöne Tag in Wyhra, mit den Kindern beim Flachs spinnen, der wird mir in Erinnerung bleiben. Und eigentlich wünsche ich mir, dass es viele solcher Tage gibt.

16 Kommentare zu “Flachs spinnen mit Kindern im Leipziger Land.

    1. Mit Gesundheit hapert es immer noch,so dass ich heute Morgen total verschlafen habe. Sogar die Miezen haben geduldig gewartet, dass ich munter werde. Das tun sie sonst nie.
      Ach ja, solche Tage wünsche ich mir auch viel mehr, obwohl ich weiß, dass ich nicht alles immer mit mir herumschleppen kann.
      Liebe Grüße

  1. Meine liebe Gudrun, wie schön, dass alles gut gelaufen ist.
    Die Kinder haben ja richtig gut mitgedacht und -gearbeitet.
    Wunderbar.
    Wie schön, dass sie alle lieb waren, das lässt so einen Tag dann auch gelingen.
    Deine Erkältung ist immer noch nicht ausgestanden, pflege dich nun, so gut es geht.
    Deine Bärbel

    1. Ich glaube, die Erkältung geht erst weg, wenn es warm und so richtig Frühling wird. Fast es es so, als ob mein Immunsystem meint: „Ach so, du schießt mir eine vor den Bug? Dann mach deinen Dreck eben alleine.“ Mache ich. Das kannste glauben. 😀
      Liebe Grüße an dich, meine liebe Bärbel.

  2. Toll, liebe Gudrun 🙂 Das liest sich sehr gut. Ihr hattet also gemeinsam viel Spaß. Schade nur, dass Deine Gesundheit noch nicht wieder so ganz hergestellt ist. Ich hoffe, die Nacht war ruhig und erholsam für Dich. Ich bin gespannt, wie sich die Töpfcheninhalte entwickeln. Du bekommst doch sicher Rückmeldung.
    Liebe Grüße an Dich und pflege Dich schön, damit Du schnell wieder ganz fit bist, wünscht die Silberdistel

    1. In der Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein. 🙂
      Bestimmt bekomme ich Rückmeldung. Und ein eigenes Töpfchen habe ich natürlich auch in Pflege.
      Und jetzt warte ich auf Sonne, damit ich den Infekt endlich richtig vertreibn kann.
      Liebe Grüße in den Norden.

  3. Dann war das also ein schöner Tag für dich, liebe Gudrun. Ich halte die Daumen, dass deine Erkältung bald vorüber geht und wünsche dir noch viele solch schöne Tage, allerdings dann bei guter Gesundheit.

    1. Es war ein wirklich schöner Tag, liebe Ute. Sogar das Wetter meinte es verdammt gut mit mir. Nur etwas kalt war es. Und nun muss ich mal sehen, wie ich mir mehr solcher Tage organisieren kann.
      Liebe Grüße

  4. es ist immer wieder ein Vergnuegen mit Kindern zu arbeiten. Die Wissbegier, die Neugier und die Bereitschaft, etwas zum Ausprobieren, die macht mir immer wieder Freude und ich lese hier, auch bei dir ist es nciht anders

    1. Nein, liebe Vivi, bei mir ist es nicht anders. 🙂
      Es war für alle eine gute Erfahrung, mal Flachs zu verarbeiten. Für mich auch. Aber, meine große Liebe wird trotzdem immer der Wolle gehören.
      Mal sehen, ob ich etwas davon höre, was aus den Pflänzchen geworden ist. 🙂
      Liebe Grüße zu dir in die Ferne.

  5. Das liest sich sehr nach Erfolg auf der ganzen Linie – jetzt heißt es nur noch richtig gesund werden! Ich wünsche es dir sehr…

    1. Es war wirklich sehr schön. Nur meinen Infekt oder was immer das ist, werde ich einfach nicht los. Weil ich etwas tun musste, habe ich mir heute einen „Zaubertrank“ gekocht. Das muss jetzt helfen. Ich werde fest dran glauben. 🙂

  6. Da freue ich mich mit Dir liebe Gudrun. Kinder für etwas zu begeistern, was nicht zeitgemäß und modern ist, ist sicher oft nicht einfach.
    Flachs hatte Sohnemann mal vor glaub ich zwei Jahren ausgesät. Ich hatte die Blüten damals als Rätsel in den Blog gestellt.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    1. Ich denke, die Pflanzchen werden wachsen bei den Kindern. Mal sehen, ob sie auch zur Blüte kommen. Im Garten hatte ich Lein auch schon. Und er sah ganz gut aus. 🙂
      Liebe Grüße in die Aue

  7. Viel zu spät tauchen manche Beiträge im Reader auf. Doch ich wünsche Dir auch noch viele solcher Tage und auch viel Gesundheit, damit Du eben den Kindern und vielen anderen noch viele solcher Erlebnisse ermöglichen kannst.

    Woraus wird eigentlich Nessel gewoben?

    1. Aus Brennnesseln, lieber Emil. Da sind genau solche Fasern drin in den Stengeln (ich mag einfach keine Stängel).
      Danke für deine guten Wünsche. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg.
      Liebe Grüße nach nebenan.

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