Leipzig bleibt bunt. Unterwegs in den Schönauer Lachen.

Strahlend blauer Himmel über den Schönauer Lachen
strahlend blauer Himmel im Schönauer Park in Leipzig

Ein Bekannter hatte mich angepfiffen, dass ich im Moment ein arger Stubenhocker sei. Aaaalsoooooo! Naja, doch, ein bissel hatte er ja Recht. Und so übernahm ich den Auftrag, mal zu schauen, was in meinem Park los ist, am Teich und überhaupt in den Schönauer Lachen. Über das Wetter kann ich erst morgen wieder meckern, also schnappte ich mir die Kamera und zog los.
Nein, toll sind die Fotos nicht. Es war sehr diesig und ich bin technisch nicht besonders gut ausgerüstet. Ich möchte keinem Künstler oder Fotografen Konkurrenz machen. Das könnte ich gar nicht, aber ich freue mich einfach meines Lebens und möchte das auch zeigen.

der Teisch im Schönauer Park.,  gleich neben den Schönauer Lachen
Teich im Schönauer Park in Leipzig

Am Teich im Schönauer Park erlebte ich eine Überraschung. Irgendwer hat mächtig gewirbelt und das Schilfgras gezüchtigt. Im vergangenem Jahr war der Teich fast zugewachsen gewesen und die Enten und Reiher drängten sich in einer Pfütze. Oh, ich glaube, hier werde ich im Sommer öfter sitzen.
Den Teich hatte ich gesehen. Eigentlich hatte ich meinen Auftrag schon erfüllt, könnte nach Hause abdrehen. Ich beschloss aber, in die Schönauer Lachen zu gehen, zu schauen, was auf meiner Kräuterwiese los ist.

meine Kräuterwiese in den Schönauer Lachen
meine Kräuterwiese in den Schönauer Lachen

Ich hätte die Mia, als sie zur Buchmesse da war, so gerne mitgenommen auf meine Kräuterwiese. Schon der Gang durch den Park ist schön und dann der Ausblick auf die Wiese von der Treppe aus. Es hat aber geregnet, war hundekalt und mich plagte der Schnupfen. Weißt du was, liebe Mia, kommste eben jetzt mit. 🙂 Und alle anderen lade ich auch ein.

Jetzt wächst noch nicht viel. Das Gras ist noch kurz und den Trampelpfad kann man ganz gut erkennen. Wenn aber das Gras über einen Meter hoch gewachsen ist, dann hab ich schon den Eingang zum Weg, schräg über die Wiese, nicht gefunden. „Gockelt“ man aber, dann sieht man im Satellitenbild meine Pfade oder Wege ganz deutlich. Mich bestimmt auch, wenn man das will.

es ist immer etwas sumpfig in den Schönauer LachenLachen
in den Schönauer Lachen

Irgendwann werde ich mir so eine Art Gummistiefel zulegen. Feucht und sumpfig ist es hier immer etwas. Klar, wir sind ja auch in den Schönauer Lachen. Da darf es feucht sein. Was hier so alles kreucht! Ein schönes Stück Natur, so mitten in der Großstadt.

Rehe in den Schönauer Lachen
Rehrücken

Huch, leise! Was ist denn das?
Entsprechende Objektive für die Kamera habe ich nicht, aber ich habe trotzdem versucht etwas festzuhalten, über das ich mich riesig gefreut habe. Gut, die waren so mit Fressen beschäftigt, dass sie mich nicht gleich bemerkten. Allerdings hab ich nicht mehr als Rehrücken und -keule erhaschen können. Die Spuren und Liebeplätze der Tiere sehe ich oft. Jetzt kann ich sie mal wieder sehen, erleben und durchzählen 🙂 in den Schönauer Lachen. Als ich mich bewegte, flitzten sie in das Wäldchen.

Rehe hinter dem Wäldchen in den Schönauer Lachen
freidlich und still

Da sind sie ja wieder! Sie haben bestimmt nicht damit gerechnet, dass ich um das Wäldchen herumtiegere. Ein Weilchen blieb ich stehen, hockte mich nieder und sah ihnen beim Fressen zu. Wie friedlich das alles ist, und ruhig. Einfach nur schön.

Huflattich in den Schönauer Lachen
Huflattich von der Kräuterwiese

Ich hatte mir fest vorgenommen, auf dem Rückweg in den Supermarkt zu flitzen und Schokolade zu kaufen. Das hat sich der Stubenhocker doch irgendwie verdient, oder? Ich habe es mir aber dann doch verkniffen. Mit nach Hause nehmen konnte ich dennoch etwas. Auf meiner Kräuterwiese in den Schönauer Lachen wächst Huflattich. In spätestens zwei Wochen kann ich auch schon meine Schlehenblüten sammeln. Das Sammeljahr hat also längst begonnen.

So, ich mach mich auf den Heimweg, war ganz schön lange unterwegs. Ich freue mich jetzt auf einen Blütentee aus Linde, Schlehe und Holunder, mit Honig und einem Schuss Zitrone.
Ach ja, eins noch: Es scheint hier einigen nicht zu passen, aber Leipzig bleibt bunt, wie man sehen kann.

Alter Speicher im Lindenauer Hafen
alter Speicher im Lindenauer Hafen

12 Kommentare zu “Leipzig bleibt bunt. Unterwegs in den Schönauer Lachen.

    1. Oh ja, er hat mir gut getan. 🙂
      Da lässt sich das trübe Wetter heute auch ganz gut verkraften.
      Liebe Grüße an dich, liebe Beate, und einen Streichler für Priska.

    1. Ja, mir gestern auch. Es ist eine gute Gelegenheit, all zu viel Menschliches mal beiseite zu lassen. Die Ruhe überträgt sich.
      Liebe Grüße an dich

  1. Na endlich bist du mal einfach rausgegangen, Gudrun, das gefällt mir. Die Aufnahmen sind doch schön geworden. Du hast eine Blick für Motive. Und das nächste Mal nimmst du bitte auch noch die Schokolade mit nach Hause. Man muss sich auch mal selbst etwas verwöhnen 🙂

    1. Ja, ich muss da mal in mich gehen. Mir wurde vor einigen Tagen gesagt, dass ich manchmal garstig zu mir bin. Morgen ist Einkaufstag. Da könnte es ja sein, dassich an Schokolade nicht vorbei komme. 🙂

  2. Das erste Bild ist soooo schön, so in der Art habe auch mindestens eins.
    Rehe, von hinten und von vorn, besser geht’s ja gar nicht.
    Huflattich soll ja auch sehr gesund sein.
    Da bunte Haus zum Schluss ist ja echt der Paukenschlag.
    Und du warst ganz schön lange draußen, meine Hochachtung. Noch ist dein Husten nicht ganz weg, oder doch inzwischen?
    deine Bärbel

    1. An die Rehe habe ich mich angeschlichen, liebe Bärbel. Ich habe darauf spekuliert, dass sie genau so sonnenhungrig sind wie ich und dass sie nicht im Wäldchen bleiben. So war es dann auch. 🙂
      Herzliche Grüße an dich.

  3. …so schön ist es da, liebe Gudrun,
    hättest du vorher Bescheid gesagt, ich wäre gerne mit gegangen und hätte mich auch besonders über die Rehe gefreut…nun freue ich mich über deine Fotos,

    lieber Gruß Birgitt

    1. Ich wusste nicht, dass du noch da bist, liebe Birgitt. Dich hätte ich auch gerne mitgenommen, habe schon am Abend meinem Sohn erzählt, dass es zwar wunderschön war, aber es dass trotzdem gut wäre, wenn man solche Erlebnisse teilen kann.
      Einen ganz lieben Gruß an dich, liebe Birgitt.

  4. Oh, liebe Gudrun, das war ein ganz wundervoller Ausflug. Und was man alles entdecken konnte? Ja, manchmal glaubt man, dass so viel Leben am Rande einer Großstadt gar nicht möglich ist. Aber wenn man sich dann einmal ganz in Ruhe umschaut, dann entdeckt man doch Erstaunliches, wie man bei Dir hier sehen kann. Toll, dass Du die Rehlein sogar ein Weilchen beobachten konntest. Und für Dein Kräuterstübchen hast Du sogar auch Nachschub mitbringen können. Das war dann doch ein rundum schöner und erfolgreicher Ausflug, oder?
    Liebe Grüße schickt Dir die Silberdistel, der es viel Spaß gemacht hat, sich mit Dir gemeinsam umzuschauen

    1. Oh ja, es war gut, loszuziehen. Ich war ja nicht zum ersten Mal auf der Wiese, und trotzdem ist es jedesmal anders. Wie in deinem Garten. 🙂
      Liebe Grüße an dich, liebe Silberdistel.

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