Minnesang in der Großstadt.

MinnesangWenn ich nachts zu Bette gehe, höre ich immer noch ein Weilchen den Nachrigallen zu. Das ist jetzt eine schöne Zeit. Pünktlich dreiviertel Zwölfe beginnt der Gesang und dauert manchmal bis zum frühen Morgen. Die einen singen um die Wette, damit sie von der Nachtigallendamenwelt erhört werden Die anderen singen gar nicht, sondern maulen den Konkurrenten an, sich aus dem Revier zu verpissen. Und wieder andere brabbeln einfach so vor sich hin. Letzteres kann ich verstehen, denn das passiert mir auch manchmal.

Ich liege nun also in meinem Bette und stelle mir vor, dass da unten einer plötzlich wie im Mittelalter anfängt, seinen Minnesang anzustimmen, selbstverständlich mir zu Ehren. Für wen sonst?

Garantiert gäbe es in meinem Haus welche, die ungehalten vor sich hin brabbeln.
Eine Nachtigallin aus dem Haus stuppst energisch ihren Gatten an: „Nu sag doch mal was, Horst-Egon!“
Und garantiert würde sich auch jemand finden, der dem da unten lauthals klarmacht, dass er lieber die Luft anhalten soll.

Wenn mir dann, mitten in der Nacht, das große Lachen ankommt, dann frage ich mich:

Wie soll man hier bloß schlafen können bei so viel Minnesang?  😀

14 Kommentare zu “Minnesang in der Großstadt.

  1. Liebe Gudrun, so ein Minnesang wäre mir tausendmal lieber als die gellend lauten Sirenen mitten in der Nacht, wenn die sieben Einsatzwägen des Feuerlöschzuges der nahen Feuerwache Nord durch die stillen Straßen brausen. Und auch tausendmal lieber als das Geplärre, Gegröhle, Geplappere und Gelache vor der Krawallkneipe am Eck… 😉
    ♥liche Grüße!

    1. Oh, du wohnst recht unruhig. Der Lärm der Großstadt ist nicht ganz weg, nachtens, aber es ist doch schon ruhig. Die Großstadtsingvögel sind allerdings schön laut. 😀
      Liebe Grüße eine andere Großstadt

  2. Ja genau, ich gehe nämlich auch meist so um diese Uhrzeit zu Bett und dann höre ich die Nachtigallen auch, wenn ich die Priska nochmal rauslasse.Heute werde ich sicher dabei auch an Dich denken. 😮

    1. 😀 Ja, das können wir machen, liebe Beate. Dann haben wir auch noch einen Schluckauf.
      Liebe Grüße
      (Und vergiss den Streichler nicht.)

  3. Heute morgen beim Konzert dachte ich, wie schön, das die Raben auch mitmachen, so ab und zu kam deren Bass zu dem herrlichen Gezwitscher. Und auch immer eine längere Sequenz.
    Das passte einfach wunderbar.
    deine Bärbel

    Wie eine Nachtigall sich anhört, weiß ich leider nicht.

    1. Ich habe gerade die Balkontür weit auf. Die Katzendamen haben ihren Thron bestiegen. In meinem Innenhof ist ein unglaubliches Konzert. 🙂
      Nur die Nachtigallen, die schlafen jetzt wahrscheinlich.
      Liebe Grüße an dich, meine Liebe Bärbel

      (Gib mal bei youT** „Gesang der Nachtigall“ ein.)

  4. Apropos Minnesang. Morgen 15:00 Viktorinisches Picknick hinterm Haus. Biost Du dabei? Können uns dort oder bei mir treffen

    1. Du kannst toll singen. Weißt du das? Und solche Gesänge würden Leibzsch und mir besser tun als das Gegröhle der Patrioten. 🙂
      Gruß nach nebenan.

  5. bei uns singen die Amseln sehr laut. Kaum bricht der Tag an legen sie los. Ich tät‘ ja manchmal so gern noch schlafen 🙂 Nachtigall musste ich erst internetten, habs aber gefunden http://www.gardensafari.net/sounds/nachtegaal.mp3 Das habe ich noch nicht life gehört. und die singt wirklich die ganze Nacht? Ich höre nachts oft Käuzchen. Als Minnesänger eignen sie sich nicht 🙂

    1. Es singen nur die Männchen. Die ein Weibchen finden, sind dann bald beschäftigt mit Nestbau und so. Sie „melden“ sich höchstens noch, wenn ein Konkurrent auftaucht. Die Junggesellen singen unermüdlich, bis zum Morgen. Manchmal hört man sie auch am Tage.
      Ich warte schon jedes Jahr darauf, dass die Gesänge anfangen. 🙂
      Im Dörfchen hatte ich ein Nachtigallengebüsch neben dem Haus. Hier, in meiner liebsten Lieblingsgroßstadt, habe ich auch wieder eins. Darüber freue ich mich sehr.
      Liebe Grüße an dich, liebe Isa

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