Die Stadt Leipzig aus der Distanz betrachtet.

Theater-LoeweEigentlich liebe ich meine Stadt, schließlich wohne ich mit kurzen Unterbrechungen schon einige Jahrzehnte  hier. Es gab auch graue Zeiten, aber ich hätte sie deshalb nicht verlassen. Irgendwas ging immer. Jetzt habe ich aber manchmal das Gefühl, dass wir uns einwenig fremd werden könnten. Es gehen übrigens schon feine Witze um, die das schnelle Altern der Stadt zum Inhalt haben. So etwas kann manchmal ganz fix gehen.
Ich habe wahrlich nichts gegen feiern. Ich feiere gerne. Der Hype um Leipzig, der jetzt gerade tobt, manchmal so richtig künstlich hochgezwirbelt, geht mir in letzter Zeit mächtig auf den Senkel. Es gibt hier einige, die sich besonders gerne selber feiern und die so tun, als hätten sie ureigens die Stadt erfunden. Ach ja, Brot und Spiele, das ist ja nun kein neues Konzept. Ich habe die Feierlichkeiten gestern lieber aus der Distanz betrachtet, z.B. den Theaterlöwen, der sich von Leipzig-Grünau aufmachte in die Innenstadt zur Löwenmutter Lipsia.

Mit der Sense Gras hauen wäre mir viel angenehmer gewesen, raus in die Natur. Allerdings standen die Freundin und ich vor einem verschlossenem Tor an der Streuobstwiese in Wahren. Wir waren angemeldet, man hatte meine Telefonnummer. Kein Hinweis am Tor, keiner auf der Website, nix. Satz mit „X“. Schade. Ganz ehrlich, ich war schon ein bissel sauer, eigentlich schon stocksauer. Sensen lerne ich noch! Das habe ich mir vorgenommen und da wird es auch so sein. Ich werde mich eben mal wieder aufmachen ins Leipziger Land, raus aus der Stadt. Dahin, wo es auch Wiesen und Sensen gibt. Und dem, der es mir beibringt, fällt noch eine Karre Karnickelfutter ab.

Spinnen statt Trubel in der Stadt
Die Spule ist voll, huhuhu!

Die Inch und ich haben trotzdem zusammen gefrühstückt. Den Picknickkorb wollten wir nicht umsonst angeschleppt haben. Es war zwar etwas kalt an den Poppes, auf einem umgelegten Baumstamm am Auensee, aber es hat geschmeckt. Fein, dass die Inch ihr Messer mit mir geteilt hat. Diese Kleinigkeit hatte ich vergessen.

Ist euch das auch schon so gegangen, dass ihr euch ausarbeiten müsst, wenn der Ärger grummelt? Früher hätte ich Holz gehackt. Gestern habe ich mich an das Spinnrad gehockt und eine Spule feinster Kuschelwolle gesponnen. Das ist doch was! Und den Zeichenstift lege ich auch noch nicht weg. Nö! 😀

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