Spinnradgeschichten mal ganz anders.

Spinnradgeschichten in der Bibliothek
die Einladung durch den Lesezirkel Grünau

Spinnradgeschichten? Ja, morgen in der Stadtbibliothek in Grünau Mitte, zum Grünauer Kultursommer. Ich freue mich sehr darauf, habe aber auch schon wieder etwas Bauchgrimmen. Lampenfieber eben und ein bissel Angst vor Hitze.

Die Hitze hatte mir gestern schon mal die Beine weggezogen. Meine Bahn fuhr nicht, Schienenersatz war angefordert. Warten wollte ich nicht. Ich wollte in die Stadt zur Gegendemo und bin losgestürzt. Das ist mir nicht gut bekommen. Aber eigentlich ist das unwichtig, geht nur mich und vielleicht meinen Hausarzt etwas an.

Mein Kramladen ist schon zusammengepackt. Natürlich müssen auch das Spinnrad und der Wollkorb mit.
Ich werde lesen, wie Schafe und Wolle lebenswichtig für mich geworden waren, wie alles anfing mit der Spinnerei und wie gut es war, dass meine Kinder mich überredet haben, mit dem Blog zu beginnen.
Ich werde aber auch von Victor Klemperer erzählen und seiner „Lingua Tertii Imperii“. Nein, Sprache lügt nicht. Das hat sie damals nicht getan und das tut sie auch heute nicht. Darüber zu schreiben und darüber zu sprechen, das ist ein Beitrag, den ich leisten kann, wenn ich schon nicht besonders gut zu Fuß bin.
Vorhin im Bus zum Bürgeramt habe ich die „kleinen Nadelstiche“, von denen Klemperer damals immer geschrieben hat, den kleinen, widerlichen Rassismus, erlebt. Es gibt ihn nicht nur montags und nicht nur in der Innenstadt.

Spinnradgeschichten, das sind aber auch die Märchen. Ich möchte die Zuhörer mitnehmen in die Märchenwelt, zu

  • Spindeln, die einen hundertjährigen Schlaf auslösen können, wenn man sich daran sticht
  • Spulen, die in einen Brunnen fallen
  • den drei Spinnerinnen
  • und natürlich auch der „Kaufmannstochter und der Kirchenmaus“.

Auf die Märchen freue ich mich am meisten und dafür ziehe ich mich sogar ein bissel um.

 

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