Lichtsanft. Ein Gedicht lässt mich nicht los.

Lichtsanft - ein Gedicht und eine Zeichnung

Lichtsanft – ein Gedicht, eine Zeichnung

Meine Tochter hat ein Gedicht geschrieben und es bei SternenBlick, einem Gemeinschaftsprojekt von Poesiebegeisterten, veröffentlicht. Jedes Jahr werden Beiträge ausgesucht und veröffentlicht. Der Erlös geht an Kinderlachen e.V.

Lichtsanft – Das Gedicht zog mich sofort in seinen Bann. Vielleicht lag es an der Wortspielerei gleich in der Überschrift. Vielleicht lag es aber auch an den eigenen Empfindungen, die ich im Gedicht gefunden habe. Ich wollte unbedingt etwas dazu zeichnen, es auf meine Art darstellen, brauchte lange dafür und viele Anläufe. Auch am Rechner gibt es einen Papierkorb. Der quoll fast über.
Was ich zeichnen wollte, was beizeiten klar und lag als Bleistiftskizze auf dem Schreibtisch. Die Umsetzung gestaltete sich schon schwieriger. Von der ursprünglichen Konzeption bin ich letztendlich nicht abgeweichen. Das wollte ich nicht, egal wie lange es dauert. Ich habe vieles probiert, dann auch kombiniert :

  • Die Haare der Frau sind „nur“ Striche.
  • Für den verschwommenen Fensterblick habe ich den Borstenpinsel verwendet, den mein Grafikprogramm mitbringt und den ich mir einstellen kann. Nur nach hell und dunkel zeichnen klappt schon ganz gut.
  • Beim letzten Gewitter habe ich am Fenster gesessen und habe mir angeschaut, wie das Wasser dort perlt, viel Wasser, denn die Emotionen sind ja auch heftig.
  • Alles ist und bleibt Vektor, nur die Ausgabe in dem Fall ist gerastert.

Verbundenheit

Nun ist es also ein richtiges Familienprojekt geworden. Die Tochter hat geschrieben, ich zeichnete. Das freut mich sehr, denn wir sind zwar räumlich getrennt, aber ansonsten nicht.
Nachdem die Zeichnung fertig war, fiel mir auf, wie sehr die Frau am Fenster meiner Tochter ähnelt.

Gestern Abend habe ich den Stift weggelegt. Klar, dass zuerst die Familie kucken musste. Und weil es für gut befunden wurde, zeige ich es einfach mal.
Ich bin schon einwenig stolz auf unsere Leistung.

22 Kommentare zu “Lichtsanft. Ein Gedicht lässt mich nicht los.

    1. Ich glaube, stolz bin ich heute für uns beide. Eben weil es nicht einfach so aus dem Ärmel kam. Der Blog meiner Tochter hat dien Zusatz „Sprache färbt ab“. Das hat sie diesmal. 🙂 Mal sehen, wie es weiter geht.
      Liebe Grüße an dich, liebe Heike.
      Schön, dass du da warst.

    1. Danke. Es war diesmal ein richtig zäher Weg. Vielleicht braucht halt alles seine Zeit.
      Liebe Beate, herzliche Grüße an dich und einen Streichler für den Foxie. 🙂

  1. Ganz, ganz toll sind beides, Gedicht und Zeichnung – die übrigens sehr plastisch aussieht, auf den ersten Blick hielt ich sie für eine Fotografie…
    Ich ziehe meinen virtuellen Hut vor dir und deiner Tochter. ♥

    1. Danke.
      Hoffentlich bekomme ich das beim nächsten Mal wieder so hin. Diesmal hatte ich so die Faxen dicke mit den verregneten Bäumen, dass ich einfach drauflosgewudelt habe. Das war gut so, aber den richtigen Moment muss ich eben immer finden. 🙂
      Liebe Grüße nach München.

  2. Langsam glaube ich doch, dass ich ein Lyrikbanause bin. Ich kann jedenfalls mit deiner Zeichnung sehr viel mehr anfangen als mit den Worten. Deren Schönheit können andere besser empfinden und vielleicht auch beurteilen, wenn sie es eingereicht hat.
    Einen lieben Gruß von mir

  3. meine liebe Gudrun,
    was für eine schöne Familienarbeit.
    Das Gedicht ist schon ein Besonderes, mir erschließt es sich nicht so ganz.
    Aber dein Bild zeigt, was du dabei empfunden hast.
    Damit kann ich gleichziehen.
    Es ist wunderbar, so sommerlich.
    deine Bärbel

  4. Ich habe mich einfach eingelassen auf die Empfindungen der jungen Frau am Fenster. Vielleicht waren es auch eigene, die ich wieder irgendwoher ausgekramt habe. Ich weiß es nicht. Auf alle Fälle hat es mir die Verbundenheit gezeigt, die auch da ist, wenn jemand räumlich weit weg ist. 🙂
    Liebe Grüße an dich, liebe Bärbel, du Tapfere.

  5. Ich liebe beides, das Gedicht und die Zeichnung. Ich spüre die Atmosphäre, sehe die Frau und lese Gedanken. Ich fühle mich berührt.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    1. Es ist mir schon bewusst, dass das nicht so einfach ist, aber es hat mich sehr angesprochen, weil ich eben genau solche Situationen am Fenster oft erlebt habe.
      Und heute freue ich mich auf das Treffen mit meiner Tochter in der alten Albertina. Wir haben zwar beide zu tun, aber schon das gemeinsame da hocken ist gut und anregend.
      Liebe Grüße an dich.

  6. *seufz*

    Hach ja. Gedicht, Zeichnung und Dein Text über das warum und wie: Ein Gesamt(kunst)werk, das so vieles in mir berührt.

    Und ich bin an dieses Lied von Udo Jürgens erinnert: „Ja mein Bruder, der ist Maler …“

  7. Miteinander kann sich so wundervoll anfühlen. Mutter und Tochter kennen einander und fühlen einander. Eine lange Zeit der Verbundenheit! Einst hat sie sogar durch dich hindurch geatmet. Schon daher kann ich mir sehr gut vorstellen wie reich deine Empfindungen für ihre Worte sein können. Kann ich das Gedicht in Textform haben? Ich kann es so nicht lesen.

  8. Hallo Gudrun!
    Ich bewunderr immer dein schöpferische Begabung.
    Ich bin ein älterer Herr und kann dass alles nicht merhr!

  9. Wow, das ist ein wunderschönes Gedicht. So schön.
    Und deine Zeichnung finde ich mindestens genau so schön. Sie zieht mich richtig in den Bann. Ich liebe deine Zeichnungen sowieso, aber diese hier besonders, sie berührt irgendwie.

    Dazu hätte ich mal eine Frage, die ich dir schon länger stellen wollte, liebe Gudrun. Ich kann zwar nicht so schön zeichnen wie du, aber manchmal mag ich es trotzdem tun, wie man hin und wieder auf meinem Blog sieht. 🙂 Ich zeichne auf Papier, dann scanne ich es ein und ab und zu bearbeite ich noch was dran, so wie bei der Montagswolke.
    Ich weiß aber, dass es so Pads gibt oder wie sich das nennt, wo man sozusagen, mehr oder weniger, direkt am PC zeichnet … du siehst, so wie ich mich ausdrücke, kenne ich mich da gar nicht aus 🙂 … kannst du mir sagen, was man braucht, um so zeichnen zu können? Bestimmt braucht es ein Programm und eben so ein Ding, aber was brauche ich da? 🙂

    Ganz herzliche Grüße,
    Martina

    1. Danke, liebe Martina, das Lob ist ein großer Ansporn für mich.
      Ich zeichne mit einem Wacom-Tablett, dem kleinsten, was es gibt. Das ist ja immer eine Kostenfrage. Es gibt von der Firma auch welche, bei denen man fast zeichnen kann wie auf Papier. Man sieht vor sich, was man tut. Ich muss noch auf den Monitor schauen. Auch gibt es in der Zwischenzeit andere „Griffel“, mit denen man gleich beim Zeichnen veschiedene Effekte erreichen kann. Ich zeichne in die Datei eines Grafikprogrammes.
      Liebe Grüße an dich.

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