Im Regen durch Leipzig-Grünau, da wo ich zu Hause bin.

unterwegs in Leipzig_GruenauEs ist schon komisch, wenn einem warm ist und man zu einer Absprache über Veranstaltungen im Winter und zu Weihnachten durch Leipzig-Grünau läuft. Dreimal werde ich im Dezember in einem Begegnungskaffee sein, einmal mit dem Spinnrad, meinen Geschichten rund um die Schafe und ihre Wolle, und zweimal zum Themenfrühstück. Da werde ich Schafmilch mitnehmen.

Ich freue mich auf die Veranstaltungen, denn ich bin gerne mit Menschen zusammen und ich mühe mich gerne für Menschen. Mit meinem Spinnrad wecke ich manchmal Erinnerungen an die Kindheit, an die Unbeschwertheit des Lebens, an Märchen. Das ist gut so, finde ich und ich überlege, ob ich mir einen Bollerwagen zulege, mein Spinnrad auflade und einfach durch Leipzig toure.

Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass mir meine Menschenliebe öfter auf die Füße kracht. Ich muss mich einmischen, wenn ich das Gefühl habe, dass jetzt gleich eine Ungerechtigkeit passiert und mache mir da nicht immer nur Freunde. Und eine ganz andere Wiese ist, dass ich mich immer mal wieder überreden lasse, doch mehr auf der Basis eines Ehrenamtes herumzuziehen. „Wir würden ja so gerne, aber die Gelder sind knapp. Kindergartenstreik. Kürzungen bei Fördermitteln. …“ Ich kann es manchmal nicht mehr hören, denn manchmal bekomme ich eben auch mit, dass der Geldfluß an mir vorbei fließt. Wo anders hin.

Trotzdem.
Ich habe mir genau überlegt, was ich wirklich brauche und mit wie wenig ich auskommen kann. Wißt ihr, ich muss mir keine Gedanken machen, ob ich rechtzeitig einen Werkstatttermin bekomme, um die Winterreifen am Auto aufziehen zu lassen. Oder wie ich meinen, nicht vorhandenen,  Goldschmuck glänzend bekomme. Ich muss nicht in die Stadt hetzen, um die fünfte Übergangsjacke zu kaufen oder das zigste Paar Schuhe. Die würden mich nicht zu einem besserern Menschen machen. In einer angenehmen Weise macht mich das frei, auch frei von Neid und Mißgunst.

Bevor ich mich nun wieder hinter mein „iBook Author“ klemme (davon erzähle ich später), nehme ich euch mit auf einen Spaziergang durch mein Leipzig-Grünau. Es nieselt ein bissel, nehmt die „Musspritze“ mit. Ich zeige euch einfach mal, wo ich zu Hause bin. Ich wohne hier gern und mag die Menschen, hier in meinem Viertel.

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