Spinnradgeschichten. Mit dem Spinnrad und Wolle unterwegs, über kommunale Grenzen hinweg.

Spinnradgeschichten im Volkskundemuseum WyhraMit Spinnradgeschichten  unterwegs

Gestern hatte das Landratsamt Ehrenamtliche eingeladen ins Volkskundemuseum Wyhra. Es gab ein gemütliches Kaffeetrinken und eben Spinnradgeschichten.

Ich wollte, dass es eine interessante und schöne Veranstaltung wird. Die Leute, die hier anreisten, hatten das einfach verdient. Wie eigentlich immer war ich aufgeregt. Bloß gut, dass man mir das nicht so sehr anmerkt. Die Kiepe packe ich immer rechtzeitig mit den Materialien und in der Reihenfolge, wie sie zu den Spinnradgeschichten gebraucht werden. Und obwohl ich gut vorbereitet bin, plagt mich Lampenfieber. Fast habe ich den Verdacht, dass ich das brauche.

Spinnradgeschichten würde ich viel öfter erzählen,

  • von der Wolle und Schafen,
  • vom alten Knacker in der Spinnstube,
  • von ganzen Feldern von Kardendisteln im 19.JH in Frankreich,
  • vom Lordkanzler im englischen Oberhaus, der auch heute auf einem Wollsack sitzt,
  • vom „Schafgesundmacher“ und anderen Kräutern,

Kommunale Grenzen für einen Traum

Am liebsten wäre es, wenn ich immer an einem Ort bleiben könnte, denn der Transport meines „Krempels“ (auch eine eigene Geschichte 🙂 ), ist für mich ein Problem.
Fast wäre mein Wunsch wahr geworden, denn ein Heimatmuseum in einem Städtchen im Landkreis suchte für eine geförderte Stelle einen Mitarbeiter. Ich darf es nicht sein, weil ich in Leipzig wohne und die Förderung ist im Landkreis. Da haben auch keine Referenzschreiben genützt, die mir als ich sie las, die Tränen in die Augen getrieben haben. Leider gibt es kommunale Grenzen.
Nein, ich hadere nicht, denn sowohl die Stadtverwaltung als auch die Mitarbeiter der Arge haben nicht die Gesetzesgrundlagen für eine unmögliche Sozialgesetzgebung geschaffen. Stolz darauf muss wirklich keiner sein, auch Herr Schröder nicht und Herr Hartz.

Was nun?

Nein, umziehen kann und will ich nicht. Ich habe keine Rücklagen oder Einküfte, die mir das erlauben würden. Den Kopf in den Sand werde ich aber nicht stecken. Ich überlege, den Raum, den ich für meine Spinnradgeschichten brauche, in der Phantasie entstehen zu lassen. Schöne, unmittelbare Reaktionen, so wie gestern, habe ich da natürlich nicht.

Am Sonntag bin ich erstmal wieder in Wyhra. Hofweihnacht wird gefeiert. Stroh zu Gold spinnen kann ich leider nicht, aber einen Julbock aus Stroh müsste ich hinbekommen.

Spinnradgeschichten und ein Spinnschüler

Comments are closed.