Das alte Handwerk des Wollespinnens in einem alten Gehöft.

das altesHandwerk des WollespinnensDas alte Handwerk, welches mich seit Jahren im Bann hält, passte zu dem alten Bauernhof. Ich bin unglaublich gerne dort, im Volkskundemuseum in Wyhra im Leipziger Land.

Zu Beginn war es sehr kalt in der Scheune, aber nach einer Weile spürte ich das nicht mehr. Immer mehr Leute drängten in die Scheune und blieben bei mir stehen oder setzten sich neben mich. Es erstaunte mich schon, dass sich so viele für mich und das alte Handwerk interessierten, Junge und Ältere, Kinder, Männer und Frauen, Fremde und Einheimische. Die Erwachsenen staunten nicht schlecht, wie gut sich ihre Kinder und Enkel mit Märchen auskannten.

Ein Junge sagte zu mir: „Dich kenne ich. Wir waren in der ersten Klasse hier und du hast uns gezeigt, wie man mit einem Stöckchen einen Faden spinnen kann.“
Stimmt, er ist sogar auf einem Foto drauf, wo er ganz stolz sein Gesponnenes zeigt.

Ich habe heute nicht ein einziges verbittertes oder verbiestertes Gesicht gesehen. Und genau das tat allen gut. Mir auch.
Einen Anpfiff bekam ich doch. Warum, so wurde ich von einem Herrn gefragt, sitze ich hier in der Scheune am Spinnrad herum und schüttele nicht oben im Bauernhaus die Betten aus? Wir Frauen waren uns sofort einig: Am 23. Dezember wird das Bettzeug mal angefasst werden, vorher nicht.

Eine Frau setzte sich zu mir, sah mir still beim Spinnen zu und erzählte mir dann, dass das alte Handwerk des Wollespinnens ihre Mutter und die Kinder nach dem 2. Weltkrieg am Leben gehalten hat. Die Geschichte hat mich sehr berührt. Ich werde sie später erzählen.

Das war die Hofweihnacht im Volkskundemuseum in Wyhra.
Es war ein so schöner Tag. Ich bin jetzt wirklich müde, werde heute aber recht zufrieden in mein Bettzeug sinken.

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