Spaziergang zu Weihnachten. Der alte Mann und der Teich.

Weinhnachtsspaziergang im Schönauer Park
Teich im Schönauer Park

Ein ganz entspannter Spaziergang zu Weihnachten ist doch etwas wirklich Schönes. Blauer Himmel, fast frühlingshafte Temparaturen und Sonnenschein lockten nach draußen. Ich musste auch mal wieder schauen, was so los ist im Schönauer Park, gleich nebenan.

 

Spaziergang zu Weihnachten
Es spielt jemand auf der Mundharmonika

Der Teich im Park ist Jugendangelgewässer. Ich habe mich sehr gefreut, dass das Schilf zurückgeschnitten wurde, um ein Zuwachsen und Verschlammen des Teiches zu verhindern.
Ich hatte die Kamera mit und war noch mit dem Teich beschäftigt, da hörte ich jemand hinter mir auf der Mundharmonika spielen. Auf einer Bank saß ein älteres Pärchen in der Sonne. Er wollte die Mundharmonika einstecken als ich mich ihnen näherte. Sein Spiel gefällt nicht jedem, erzählte sie, als ich mich zu ihnen auf die Bank setzte. Doch, doch, mir gefallen sie, die ganz anderen Töne inmitten einer Großstadt.

Spaziergang zu Weihnachten
Ein kleines Stück Brot in der Tasche.

„Kommen Sie,“ sagte der Mann, „ich will Ihnen etwas zeigen.
Er nahm ein ganz kleines Stück Brot aus der Tasche und ging zum Teich. Sofort kam Bewegung in die Entenschar. Sie ahnten wohl, dass es etwas Besonderes geben könnte für sie.

Spaziergang zu Weihnachten
Wer kommt denn da geschwommen?

„Da, sehen Sie?“
Der Mann zeigte auf die Enten. Mitten unter ihnen kam noch etwas geschwommen, schnell, geschickt und wendig. Es sollte nur ein kleiner Spaziergang zu Weihnachten werden und nun erlebte ich hier etwas besonders Schönes.

Spaziergang zu Weihnachten
Ein Nutria steigt aus den Teich

„Oh, ist das schön!“ Ich nahm meine Kamera und bewegte mich ganz vorsichtig auf das Tier zu. Der alte Mann lächelte, setzte sich auf die Bank am Teich und begann wieder leise auf seiner Mundharmonika zu spielen.

Spaziergang zu Weihnachten
Das Nutria bewegt sich ganz ungezwungen

Ängstlich waren die Tiere nicht. Die Teichbewohner hatten keine Scheu vor einander. Friedlich bewegten sie sich nebeneinander auf der sattgrünen Wiese.
Den Mann mit der Mundharmonika scheinen sie zu kennen. Wer weiß, wie oft sie sein Spiel schon gehört hatten.

Spaziergang zu Weihnachten
So ein putziges Kerlchen!

Das Nutria nahm frische Grashalme zwischen seine Vorderpfoten und knabberte die Spitzen ab. Ich glaube, mit seinen lustigen Kulleraugen sieht es nicht besonders gut. Es tastete sich mehr über die Wiese und durch das Gras, als dass es sich umsah. Ich konnte dem Tier mit der Kamera ziemlich nahe kommen. Was für ein schönes Erlebnis auf meinem Spaziergang zu Weihnachten.

Spaziergang zu Weihnachten
Das Nutria schwimmt wieder in sein Zuhause.

Nach einer Weile war das Schauspiel vorbei. Das Nutria kletterte behende über das Ufer, ließ sich in das Wasser gleiten und schwamm über den Teich in seine Behausung.
Dem Mann mit der Mundharmonika und seiner Frau habe ich versprochen, dass ich mich zu ihnen setzen werde, wenn ich ihnen in unserem Park wieder begegne. Der Mann wehrte ab, als ich mich bedanken wollte, dass er das Nutria zu uns gelockt hatte. Er lächelte und meinte, dass es gut so ist, und es ist doch Weihnachten.

20 Kommentare zu “Spaziergang zu Weihnachten. Der alte Mann und der Teich.

  1. Ach ist das ein schönes Erlebnis! Ich finde solche Begegnungen sind wahre Geschenke!
    Was für schöne Fotos Du gemacht hast, es ist mir eine Freude, sie anzuschauen!
    Danke♡
    Liebe Grüße zu Dir.

    1. Es war wirklich ein Geschenk. Ich hoffe, dass ich diese netten Menschen mal wieder treffe. Die Fotos konnte ich nur machen, weil der Mann die Tiere angelockt hatte, weil sie ihn kannten und Bertrauen hatten. Es war schön.
      Liebe Grüße an dich, liebe Beate, und genieße deinen Urlaub.

  2. Also das ist ja wirklich ein ganz besonderes Erlebnis. Schön 🙂 Das hätte mir auch sehr gefallen.
    Liebe Grüße von der Silberdistel, die Dir, liebe Gudrun, noch einen schönen 2. Weihnachtstag wünscht

    1. Liebe Silberdistel, zuerst schick ich dir mal liebe Grüße in dein Katzenhaus. 🙂
      Ein bissel habe ich mir dich zum Vorbild genommen, beim erzählen der Geschichte. Ich war aber auch sehr angetan, denn ein solches Erlebnis hätte ich nicht erwartet.

  3. Das waren wirklich wunderbare Begegnungen. Die haben mich sehr berührt. Da kann man es wieder mal sehen: Es lohnt sich oft einfach so mal rauszugehen, mit Fotoapparat, offenen Augen und Herzen. Danke fürs Teilen =)

    1. Das hat sich wirklich gelohnt. Ich wollte mir nur mal die Beine vertreten und war „nur“ im Park nebenan. Schön war es, so ein Moment, der lange nach hallt.
      Liebe Grüße

  4. Liebe Gudrun!

    Ich wollte Dir mal schnell erzählen, wir gehen auch oft in den Schönauer Park, aber den Mann mit der Mundharmonika haben wir noch nie getroffen, Du hast mehr Glück gehabt!
    Aber ich verrate Dir mal was, ich habe auch eine Mundharmonika zu besitzen war schon mein , allerdings spielte ich noch nie im Schönauer Park. Vielleicht hole ich das noch nach!?Eine Kindheitswunsch den ich erst hier in Leipzig erfüllen konnte…
    Ich kenne aber nur ein Lied zum Spielen: „Megismerni a kanaszt cifra jarasarol…“ Ich würde Dir jetzt gerne sagen, das ist ein Schäferlied, aber nein, das ist ein Schweinehirtlied. Gab’s auch!
    Übersetzung: „Man kann den Schweinehirt von seinen schnörkelnden Gang erkennen…“ Es gibt auch ein Kunstmärchen von Hans Christian Andersen: Der Schweinehirt
    In meinem Lied wird das freie Leben des Schweinehirten besungen…

    Hab einen schönen Tag!

    1. Die beiden sind wohl meist abends unterwegs, meist mit dem Rad. Ich hatte sie auch noch nicht gesehen, aber ich hab auch nie darauf geachtet.
      Die ganz besondere Freiheit der Hirten kann ich nachvollziehen. Einen kleinen Vorgeschmack darauf habe ich ja bekommen als ich mit den Schafen unterwegs war.
      Gruß ein paar Blocks weiter.

  5. Meine liebe Gudrun, dann hast du auch ein spezielles Weihnachtsgeschenk bekommen, wie ich.
    Der Mann mit der Mundharmonika, wundervoll!
    Und er hat den Nutria gelockt.
    Wir waren gestern auch spazieren. die Sonne schien so herrlich.
    Ich freue mich mit dir
    deine Bärbel

    1. Ja, stimmt. Du hast auch eines bekommen, liebe Bärbel.
      Der Mann hat sich erst mit mir unterhalten und erzählt, was alles für Tiere an dem Teich leben. Ich habe meine Freude darüber zum Ausdruck gebracht und erst dann hat er die Tiere angelockt.
      Schön war das.
      Liebe Grüße zu dir, meine liebe Bärbel.

  6. Schön, wie Du Dich über dieses eine Tier freust und über die Mundi …

    Falls Du mal hierher kommst: Ich kenne mindestens drei Stellen, an denen Du mit Weißkohl und Äpfeln und Brot ganze Nutria-Großfamilien hervorlocken kannst. (Auf mich wirken sie immer sehr beruhigend, die großen Nager.)

    1. Nach Halle muss ich irgendwann. Durch halb Sachsen-Anhalt bin ich schon gegurkt, nur in Halle war ich noch nicht. Die 14 Tage Unterricht in Neustadt zählen da nicht so richtig, denn außer der Schule habe ich nichts gesehen.
      Ich nehme dich dann beim Wort und stecke ein Nagerleckerchen ein. 🙂

  7. Liebe Gudrun. Ich bin ganz gerührt. Das ist wirklich eine reale Weihnachtsgeschichte und Du warst mittendrin! Dieses freundliche Paar getroffen zu haben allein ist schon nett. Und dann noch diese tierische Begegnung! Hätte es noch schöner kommen können? Wohl kaum. Alle haben sich gefreut, hatten ihren inneren Frieden.
    Ich wünsche Dir noch einen guten Abend und bald wieder ein so nettes Treffen.
    Herzliche Grüße von Kerstin – vielleicht ist der Nutria eine neue Idee zum Filzen? Vielleicht als Geschenk für den älteren Herren?

    1. Stimmt, liebe Kerstin, das wäre eine gute Aufgabe. Ich werde mich an dem Nutria versuchen. 🙂
      Heute ist mein Sohn wieder abgereist und es ist wieder still geworden. Mit ein bissel Wehmut habe ich daran gedacht, wie ich vor Weihnachten gewuselt habe. Wenn ich aber ein Nutria filze für den älteren Herrn, dann wäre das gut, einfach ein gutes Gefühl über Weihnachten hinaus. Danke für den Hinweis.
      Ganz liebe Grüße zu dir in die Aue.

  8. Hi Gudrun,

    ich finde den Beitrag wirklich sehr schön, zumal ich selbst in Grünau aufgewachsen bin und den Park selbst kenne, war selbst oft mit dem Fahrrad dort. Ausserdem haben Oma und Opa einen Garten hinten im KGV Schönauer Lachen. Plus ist gleich der Lindenauer Hafen um die Ecke, da habe ich bis vor ein zwei Jahren noch meine Modellboote fahren lassen.
    So ein Spaziergang zu Weinhachten kann schon gans schön sein. Mir persönlich ist es (als Autofahrer) lieber, wenn kein Schnee liegt und man keine Wintersachen anhaben muss, also die Temperaturen, wie sie jetzt gerade herrschen. Als nächstes habe ich garnicht gewusst, daß sogar Nutrias an und in diesem Teich wohnen, wieder ein Stück Natur an der Stadt mehr, was wir haben. So Text war lang und jetzt nen Gruß von mir

    1. Hallo, und willkommen bei mir.
      Den Gartenverein kenne ich. Da bin ich öfter mit dem Fahrrad durchgefahren. Und gleich daneben sind meine Schlehensträucher. 🙂
      Die Nutrias hätte ich wahrscheinlich auch nicht gesehen, wenn sie der Mann nicht gelockt hätte.

  9. …nach einer solchen Begegnung, liebe Gudrun,
    geht man doch nur noch lächelnd durch den Tag…danke, dass du dein Lächeln mit uns teilst,

    lieber Gruß Birgitt

    1. Ja, das stimmt. 🙂 Es war ein schöner Spaziergang, einer der wirklich viel Lächeln hergezaubert hat.
      Liebe Birgitt, ich schick dir liebe Grüße aus Leipzig.

  10. Huhu liebe Gudrun,

    ich hoffe, du hast Weihnachten gut überstanden … aber es liest sich zumindest so. 🙂
    Eine schöne Begegnung hattest du. 🙂
    Ich hoffe, du kannst das Nutria noch öfter beobachten.

    Wir hatten auch eine ganze Zeit lang Nutrias in einem Teich und von jetzt auf gleich waren plötzlich alle verschwunden. Möchte gar nicht wissen, was mit ihnen geschehen ist. 🙁

    LG Frauke

    1. Oh ja. Es gibt da manchmal schon seltsames Gebaren. Sie haben keine hohe Population, aber was wissen die meisten denn schon von diesen Tieren.
      Liebe Frauke, herzliche Grüße an dich.

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