Das Wiegemesser.

Mein Wiegemesser liebe ich sehr. Meine Mutter hatte früher eins und ich habe diese Möglichkeit, Gemüse, Kräuter  und anderes zu verarbeiten, übernommen. Es ist quasi meine Küchenmaschine, eine ganz ohne Strom und unkaputtbar. Ich werde es noch ewig haben, genau wie Frau Momos Mörser.
Es gab schon Zeiten, in denen ich von einer bonfortionösen Küche mit allem Schnickschnack geträumt habe. Jetzt bin ich froh, dass ich die Frage „Brauche ich das wirklich?“ für mich richtig beantwortet habe. Gemütlich finde ich als bekennender Küchenmensch meine Küche trotzdem.

Ich war am Sonntag bei Freunden, in den  Markranstädter Werkstätten.
Hach, haben die Schätze in ihrem großen Garten! Gleich am Abend gab es bei mir einen Salat aus Girsch, am nächsten Tag Butterschnitte mit Gundermann (Gundelrebe) und gestern habe ich Bärlauchpesto zubereitet. Eigentlich wollte ich nur den Löffel ablecken, aber es wurde ein ausgiebiges Kosten daraus.

Beim Fachsimpeln im Garten habe ich erfahren, dass man die noch geschlossenen Blüten des Bärlauchs sauer einlegen kann. (Unter Bärlauchkapern findet man das Rezept.) Das mach ich auch noch. Außer etwas Arbeit und Mühe wird mich das nichts kosten. Gut so.

Mein Wiegemesser kommt bei allem zum Einsatz, was nicht püriert oder zu dolle gehäckselt werden sollte. Manchmal zerstört man eine Menge Inhaltsstoffe mit zu viel Technik.
Wusstet ihr, dass der Giersch  viel Kalium, Vitamin C, Karotin und Eisen erhält? Er wirkt blutreinigend und hilft bei Gicht und Rheuma. Man nennt ihn auch „Zipperleinskraut“ oder auch Geißfuß, weil die Blätter des Giersch aussehen wie Ziegenfüße.
Also, sei’s drum, es passt zu mir. 🙂

Und während ich an meinem Küchentisch saß und das Wiegemesser tanzen ließ, saß meine alte Katze auf ihrem Lieblingsplatz auf dem Fensterbrett und sah mir mit verklärten Augen zu.

PS: Das Wiegemesser ist wieder an seinem Platz und die Spaghetti mit Bärlauchpesto waren ein Traum.

Comments are closed.