Knoblauchsrauke, Feines nach dem Bärlauch

Tut es euch auch leid, wenn im Frühjahr die Bärlauchsaison vorbei ist?
Man hat bestimmt etwas eingefroren, aber trotzdem geht die Saison vorbei und frisch ist doch immer am besten. Die gute Nachricht ist: Es gibt auch noch einen feinen Geschmack nach dem Bärlauch, nämlich durch die Knoblauchsrauke.

Knoblauchsrauke

Als ich mit den Freunden unterwegs war in Sachsen-Anhalt, habe ich in Bad Kösen die Knoblauchsrauke entdeckt. An einem Weg vor einem Zaun und Flieder, in bester Gesellschaft zu Brennnesseln, stand die Pflanze mit den weißen Blüten, den herzförmigen Blättern und dem viereckigen und unten leicht behaartem Stängel. Wer sich unsicher ist, ob er tatsächlich Knoblauchsrauke gefunden hat, der reibt die Blätter und kann den Duft von Knoblauch wahrnehmen. Bis einen Meter hoch kann die Pflanze wachsen.

Im Mittelalter galt die Knoblauchsrauke als Gewürz. Dann, als jeder Gewürze kostengünstig erwerben konnte, geriet sie in Vergessenheit. Für alle Gerichte kann man sie einsetzen, anstatt Knoblauch oder Bärlauch, den ganzen Sommer lang.

Durch seine Inhaltsstoffe, Saponine, Knoblauchöl, ätherisches Öl, Glykoside, Vitamin A und C, kommt der Pflanze auch eine Heilwirkung zu, besonders bei Atemwegserkrankungen und Asthma. Sie wirkt antiseptisch, leicht harntreibend und schleimlösend. Zerdrückt und auf Wunden gelegt, unterstützt es die Heilwirkung.

Was will man mehr? Ein Heilkraut, welches auch noch hervorragend würzt.

Ich freue mich immer, wenn ich unterwegs solche Pflanzen entdecke und mein Wissen darum weitergeben kann. Vielleicht wird es als kleines Geschenk angenommen.

Meinen Schnittlauch im Balkonkasten hätschele ich. Wenn er blüht, gibt es bei mir Rührei mit Knoblauchsrauke und Schnittlauchblüten. Eine feine und leckere Sache. Aber mein Schnittlauch braucht wohl noch ein Weilchen. Er hat sich gerade erst aus der Erde gewagt und bei der momentanen Kälte geht das Wachstum nur langsam vorwärts.
Für ein leckeres Butterbrot mit ganz vielen frischen Kräutern werde ich mir die Rauke schon bald holen.

 

 

 

 

10 Kommentare zu “Knoblauchsrauke, Feines nach dem Bärlauch

  1. Bin am Wochenende durch den Wald gestapft und hatte mich gefragt, was das wohl neben dem Waldmeister für eine Pflanze ist. Vermutlich ist es genau deine Knoblauchrauke die Du hier vorstellst. Ich werde nochmal kucken gehen. Danke Dir…
    Und schicke Dir einen lieben Gruß

    1. Man kann sie nicht verwechseln, liebe Mia. Wenn man die blätter reibt, riecht es kräftig nach Knobi. Knofi oder Knoflig sagen manche im Landkreis. 🙂
      Hach, wald habe ich hie nicht. Meine dreieinhalb Bäume!
      Grüßelchen ins Ländle.

    1. Ich wäre gespannt, ob meine Katzenweiber das auch anfressen, wie alles andere. Das dürfte ordentlich Pupseln geben im Katzenbauch. Vielleicht haben dann alle anderen Blumen mal ihre Ruhe.
      Danke für den Tipp.
      Liebe Grüße an dich.

    1. Ja, das stimmt. Eigentlich gibt es so viel Essbares, liebe Bärbel. Ich nutze viel zu wenig. Dabei bin ich im Moment gerne fleischlos.
      Liebe Grüße

  2. Guten Abend Gudrun. Gerade erst vor zwei Wochen hat mir die Freundin unseres Sohnes erklärt, dass diese Pflanze so heißt und man die jungen Blätter essen kann. Auf der Hand zerrieben rochen sie wirklich wie Knoblauch. Diese Rauke wächst hier in Unmengen am Wegesrand.
    Mein Schnittlauch im Garten blüht schon. Wusste ich aber nicht, dass man die Blüten auch essen kann. Ich knipse sie meist ab, damit er sich nicht so sehr vermehrt.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    1. Bis vor kurzem wusste ich das mit den Blüten auch nicht, liebe Kerstin. In meinem Balkonkasten hat er keinen Platz, sich zu vermehren. 🙂 außerdem verputze ich alle Blüten.
      Die Rauke schmeckt wirklich gut, auf’s Brot, in der Butter, in Suppen und Salaten. Schade, dass sie getrocknet alles Aroma verliert.
      Liebe Grüße in die Aue.

Comments are closed.