Mein Stadtbezirk wird Vierzig. Eine Geschichte aus Schlammhausen.

Geschichte aus Schlammhausen
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Schlammhausen? Oh ja, so nannte man meinen Stadtteil vor vielen Jahren. Man wusste, wo die Kollegen wohnten, die früh mit Gummistiefel auf Arbeit kamen und sich dort umzogen.

Und nun wird mein Leipziger Stadtteil Grünau Vierzig!

Naja, für mich ist das schon eine lange Zeit. Ich war ganz jung, als ich hierher zog und im Nachbarhaus noch der Baukran die Platten nach oben hievte, auch nachts. Ich glaube, heute wäre so etwas nicht mehr denkbar. Mich hat es nicht gestört, denn irgendwie war es ja notwendig. Nur einmal standen wir alle in den Betten und kurz danach am Fenster, als sich mitten in der Nacht eine Platte vom Kran gelöst hatte und mit lautem Getöse in den unbewohnten Neubau krachte.

Jetzt wohne ich in einem der ersten Häuser, ganz in der Nähe des Ortes, wo einst der Grundstein gelegt wurde. Seinem Namen macht Grünau inzwischen alle Ehre. So viel Grünes hier, Bäume, Wiesen, Grünanlagen. In der Lindenallee haben die Bäume schon Blüten angesetzt. Vor meinem Balkon blühen Kastanien und Akazien. Es duftet angenehm. Das Nachtigallenmännchen hat noch keine Frau gefunden. Er singt, und singt und singt.
Das Schlammhausen von damals kann man nicht mehr erahnen.

Zum Vierzigste druckte die Leipziger Rundschau und der Sachsensonntag eine Extraausgabe. Ich freue mich sehr, dass da auch eine Geschichte von mir drin ist, über mein Schlammhausen und zwei kleine „Drecksocken“. Den beiden schicke ich heute noch den Link zu ihrer Geschichte. 😀

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