Schulpforta. Claustrum apud Portam.

Schulpforta

kleine Saale in SchulpfortaZwischen Naumburg und Bad Kösen befindet sich eine ganz besondere Schule in den Mauern eines alten Klosters. Mit meiner Freundin war ich in Schulpforta in Sachsen-Anhalt. Mich erinnerte alles an meine eigene Schulzeit, denn ich wohnte bis zum Abitur in einem alten Schloss bei Altenburg.

1137 zogen Zisterziensermönche aus Schmölln an die Saale und gründeten das Kloster Pforte. Sie bauten das Saalewehr bei Bad Kösen, legten das sumpfige Land im Saaletal trocken und legten eine „kleine Saale“ an, um ihre Mühlen zu betreiben und Wasser für ihre Fischteiche zu haben.

1540 löste die sächsische Regierung das Kloster auf. Herzog Moritz von Sachsen richtete drei Jahre später in den ehemaligen Klostergebäuden eine der ersten staatlichen Schulen Deutschlands ein. Die Landesschule Pforta entstand.

Heute leben ungefähr 300 Schüler in Schulpforta. Bis 1989 war hier eine EOS mit Internat untergebracht, jetzt ist es wieder Landesschule. Das alte Prinzip, begabte Schüler auszubilden ohne Ansehen der sozialen Herkunft, wird bebehalten.

Schüler in Schulpforta waren unter anderen Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Nietzsche. Leicht war das Internatsleben damals wahrlich nicht, denn um an die frische Luft zu gehen war nur der Kreuzgang gestattet. So beschreibt es der ehemalige Schüler Karl Friedrich Bahrdt.

Meine Freundin und ich wollten zur Kirche und mussten durch genau diesen Kreuzgang laufen. Ausgetretene Wege, könnte man meinen, wenn man sich überlegt, wer hier schon alles entlang gelaufen ist.

Die gotische Klosterkirche hat eine lange Geschichte hinter sich. Ihre Wurzeln gehen bis ins Jahr 1150 zurück. Ich kann es mir immer nicht verkneifen, mich an die alten, kühlen Mauern zu lehnen, sie und ihre Geschichte spüren zu wollen.
In solchen Gemäuern kann ich immer die Zeit vergessen. Fast, denn plötzlich waren Schritte und Schlüsselrasseln zu hören. Es war Abend geworden und die Kirche wurde abgeschlossen. Es wurde Zeit, dass wir uns auf den Heimweg machen.

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