Eine Geschichte aus dem Dithmarschen.

Wenn einer eine Reise tut, dann bringt er Anregungen mit, Ideen und Geschichten. Ich möchte euch gern eine erzählen, eine Geschichte aus dem Dithmarschen. Die Geschichte hatte mir der Schwiegersohn erzählt, als wir unterwegs waren. Die Tochter hat gerade beruflich damit zu tun und mich hat sie so beschäftigt, dass ich mal wieder zeichnen musste. Es wurde sowieso und überhaupt mal wieder Zeit.

Wollt ihr die Geschichte aus dem Diethmarschen, von ganz oben an der Nordsee, lesen?

Geschichte aus dem Dithmarschen - das Strandgut

Geschichte aus dem Dithmarschen. 15. Jahrhundert.

Wenn ich an der Nordsee war, zeigte sie sich von der besten Seite, als eine ruhig-herbe Schönheit. Ein Schönwetter-Wässerchen ist sie nicht. Das weiß sogar ich Landei.

So mancher Sturm brachte es mit sich, dass Handelsschiffe, die auf dem Weg nach Hamburg waren, an der Küste auf Grund liefen und ernsthaften Schaden nahmen. Hartnäckig hielt sich auch das Gerücht, dass die Küstenbewohner die Schiffe mit Strandfeuern erst in diese Lage lockten. Sie verfehlten die Elbe, die sie nach Hamburg gebracht hätte. Manchmal war es das aufgewühlte Meer, welches Schiffe an der Küste zerschellen ließ.

Piraterie und anderes UngemachMeldorf

Den Meldorfern sollen solche Unglücke sehr Recht gewesen sein. Alles, was an ihrer Küste „angeschwemmt“ wurde, betrachteten sie als ihr Eigentum. Egal ob Handelsware oder Zahlungsmittel in Kisten, sie schleppten es weg. Was für andere Piraterie hieß, war hier Recht und Ordnung.

Hamburg

Zoff mit den Hamburger Kaufleuten

Den Hamburger Kaufleuten war das ein Dorn im Auge. Sie waren an stabilen Handelsbeziehungen interessiert. Der Warenaustausch war aber gefährdet, manch einer um sein Eigentum gebracht. Regelungen mussten her und zwar dringend. Es sollte verboten werden, dass an der Küste Feuer brannten und es sollte geregelt werden, wie mit Strandgut zu verfahren sei und wer z.B. verschlossene Kisten öffnen durfte.

Das wirtschaftliche Zentrum damals war Meldorf (niederdeutsch: Möldörp bzw. Meldörp), aber dort hatte man nicht unbedingt Interesse an solchen Verhandlungen.

eine Geschichte aus dem Dithmarschen - uppe de Heyde

Marktfrieden „uppe de Heyde“

Als Platz der Verhandlung wurde nun ein neutraler Ort „uppe de Heyde“, nördlich von Meldorf gewählt.
1447 verkündete man schließlich auf dem Marktplatz von Heide das erste Dithmarsche Landrecht. Darin enthalten war der Marktfrieden, der allen Händlern und Markttreibenden Schutz vor Plünderern, Räubern und anderen Übergriffen garantierte. Ist doch gut, dass alle Besucher des Marktplatzes erstmal ihre Waffen abgeben mussten.

Vom 14. bis 17. Juli kann man Dithmarschen wie im Mittelalter erleben. Auf dem Marktplatz in Heide findet das historische Dithmarsches Fest „Heider Marktfrieden“ statt. Schade, leider ohne mich, aber ich werde mir vom Töchterchen und dem Schwiegersohn erzählen lassen.

Das war meine Geschichte aus dem Dithmarschen. Zum Abschluss zeige ich noch einmal meine Zeichnung, die ich für die Geschichte nur mal ein wenig auseinander gepflückt hatte. 😀

Geschichte aus dem Dithmarschen

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