Kostbare Frische aus dem Milchautomat

Geiz ist nicht geil und wenig zahlen mehrt den Reichtum nicht

42 Cent für einen Liter Milch im Supermarkt, das ist zu wenig um den Tieren die Pflege angedeihen zu lassen, die sie verdient haben. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten, aufgeben oder ganz andere Wege beschreiten.
Die Agrargenossenschaft Kitzen hat den anderen Weg beschritten und einen Milchautomat zur Direktvermarktung aufgestellt. Die Milch kommt gut gekühlt und frisch aus der Melkanlage.

Milchautomat Agrargenossenschaft KitzenFrische aus dem Milchautomat, die man schmeckt

Einen Euro pro Liter kostet hier die Milch. Man kann Mehrwegflaschen erwerben, so dass immer nur nachgefüllt werden muss.
Die Frische schmeckt man. Ich bin begeistert. Jeden Tag trinke ich jetzt Milch, d.h. ich genieße sie sehr. Wenn wir unsere Ressourcen vernünftig nutzen, können alle gut davon leben. Jeder und Überall und auch die Tiere.

Nein, Bio muss bei mir nicht sein. Mir reicht es, beim regionalen Erzeuger zu kaufen, von dem ich weiß, was er tut und zu dem ich Vertrauen habe. Die Agrargenossenschaft veranstaltet regelmäßig einen „Tag der offenen Tür“. Man kann sich ansehen, was im „Hof“ passiert und die Kühe besuchen, deren Milch man trinkt.
Ich finde das gut und bezahle den Euro gerne, obwohl ich Monat für Monat arg rechnen muss.

Milchautomat Agrargenossenschaft KitzenWie damals mit dem Milchkrug

Überrascht war ich, dass so viel los war am Milchautomat. Ständig hielten Autos an. Man musste etwas anstehen. Ich hoffe sehr, dass das Konzept der Agrargenossenschaft Kitzen aufgeht. Übrigens, Milch für „Leckermäulchen“ kommt auch von hier.

Der Milchautomat steht etwas außerhalb der Stadt. Ich habe kein Auto, habe mir herausgesucht, wie ich mit den Öffentlichen so nahe wie möglich herankomme und werde den Rest der Strecke laufen, mit meinen zwei Flaschen im Rucksack. Ein bissel komme ich mir vor, wie damals als Kind, wenn mich meine Mutter mit dem Milchkrug losgeschickte. Das war auch etwas ganz Besonderes. Manchmal, eigentlich fast immer, habe ich unterwegs schon mal gekostet.

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