Blumensamen für den Stieglitz und die anderen.

Den Stieglitz wollte ich fotografieren. Ich habe dem bunten Gesellen schon zugesehen, wenn er am Gartenteich badete. Heute ließ er sich nicht blicken. So richtiges Badewetter war ja auch nicht.

Überhaupt war es still im Garten am Auenwald, fast so still wie es im Herbst immer ist. Erst gegen Abend wurden einige Tiere aktiv. Das Mäuschen, welches überhaupt nicht scheu ist und sich bei mir immer einige Getreidekörner abgeholt hat, verschmähte sie heute. Vielleicht hat es mir sehr übel genommen, dass ich den Mäuse-Promenaden-Gang umgehackt hatte.
Bei den Insekten waren nicht die wunderschönen Rosen der Renner, sondern meine blühende Pfefferminze. Auch gut. Von der Pflanze haben wir eben alle etwas.

Auf der Nabu-Web-Seite habe ich gelesen, dass sich der Stieglitz gerne von Blumensamen ernährt. Man nennt in auch Distelfink, weil Distelsamen ein besonderes Schmeckerchen für ihn sind. Vielleicht darf die Kardendistel bleiben, die sich einfach mal so angesiedelt hat. Um an die Samen zu kommen entwickelt der Stieglitz akrobatische Fähigkeiten. Und vielleicht überrasche ich ihn doch noch mal dabei.
Für mich ist das ein Grund, nicht gleich alle verblühten Blumen abzuschneiden. Klinisch reine Gärten mit Edelzierrasen bieten wahrscheinlich wenig Lebensraum für Vögel und Insekten.

Es ist einfach nur schön, in der wärmenden Sonne zu sitzen und das emsige Treiben meiner Gartenbesucher zu sehen und zu hören. Ich bin sehr froh, dass ich das kann. Es ist nämlich unglaublich schön, wenn sich ein kleines, wohlig-warmes Gefühl im Bauch bildet, langsam aufsteigt und sich ausbreitet. Ich glaube, das ist Glück. Und ich glaube auch, es ist unbezahlbar.

Blumensamen für den Stieglitz

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