Pharisäer. Mit Rum gegen Viren.

Strandpost mit Pharisäer Rezept

Mich hat es erwischt. Es war einfach zu kalt in der Scheune. Draußen waren Minusgrade und das Brettertor hielt die Kälte nicht ab, noch dazu, wo es dauernd offen stand. So kann ich das nicht wieder machen. Seit zwei Tagen liege ich mit Husten, Schnupfen, Fieber und Nierenschmerzen flach. Meinem Immunsystem kann ich keinen Vorwurf machen, denn ich nehme Tabletten, die es „herunter fahren“. ‚Mach mal schnell was!‘, dachte ich mir. Das schnell machen war, dass ich mir Rum besorgte und einen Pharisäer ansetzte.

Strandpost mit Pharisäer Rezept

Das Töchterchen hatte mir die Strandpost und das Küstenmagazin geschickt. Darüber freue ich mich immer sehr, weil es mir nicht nur schöne Bilder von der Gegend um die Nordsee zeigt, sondern auch, an was meine Tochter so arbeitet.

In der Strandpost fand ich das Rezept für den Pharisäer, den Kaffee mit Seele aus Nordfriesland. Der Legende nach, soll das auf der nordfriesischen Halbinseinsel Nordstrand ein besonders asketischer Pfarrer gelebt haben, der strikt gegen Alkohol vorging. Den Rum kann man aber den Nordfriesen nicht verbieten. Sie versteckten ihn einfach im Kaffee. Und damit er nicht so schnell verdunstet oder sein Geruch die Schummelei verriet, kam obenauf ein Sahnehäubchen.

Das ging so lange gut, bis irgendwer die Gläser vertauschte. „Oh, ihr Pharisäer!“, soll der Pfarrer erbost gerufen haben. So kam das Getränk zu seinem Namen.

Pharisäer Rezept

100 ml starker Kaffee, erhitzt
4cl Rum, angewärmt
1 Würfel Zucker
Sahnehaube
Kakaopulver

Den Würfelzucker in ein vorgewärmtes Glas legen und mit dem angewärmten Rum übergießen. Mit dem Kaffee bedecken und einer Sahnehaube abdecken. Kakao darüber streuen, fertig. Ohne Rühren wird der Pharisäer durch die Sahne geschlürft.

Pharisäer

Gut durchgewärmt hat es mich, das Getränk mit Rum. Mir die Erkrankung vom Halse halten, konnte es natürlich nicht. Deshalb packe ich mich jetzt wieder in mein Bett und ziehe mir die Decke über die Ohren in der Hoffnung, Weihnachten wieder richtig fit zu sein. Im Moment geht es mir nur elend.

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