Neues aus der Weiber-WG: Meine alte Katze.

Neulich fragte mich eine Blogfreundin, was meine alte Katze macht und wie es ihr geht.

Kleo war immer der schlimmste Jäger aller Zeiten. Als sie keine Mäuse mehr jagen konnte, weil wir umgezogen waren, klaute sie mir in der Küche alles, was zu klauen war. Drehte man sich einmal um beim Kochen, war das Schnitzel weg.
Irgendwann fiel es mir auf, dass sie nicht mehr auf die Anrichte sprang und es ihr schwer fiel, auf ihren Lieblingsfensterplatz zu kommen. Ich war zuerst erschrocken und wollte schon zum Tierarzt rennen. Dann habe ich mal kurz gerechnet, wie alt Kleo ist. Sie war eine alte Katze.

Ich baute ich meiner Kleo Kletterhilfen. Zuerst sah sie mich an mit ihrem „Du-hast-sie -wohl-nicht-mehr-alle-Blick“, aber schon bald lernte sie, dass man sich mit den Hilfen doch noch gut bewegen kann.

Kleo hat noch nie dort geschlafen, wo ich ihr ein besonders feines Plätzchen eingerichtet hatte. Ein Katzensofa oder einen Katzenkorb zu kaufen, wäre herausgeschmissenes Geld gewesen. Ein einmal erwählter Lieblingsplatz musste das nicht bleiben, auf Dauer gesehen. Im Moment liebt sie einen ganz normaler Stuhl, allerdings mit ihrer Schafwolldecke drauf. Sie schläft viel.
Die Schafwolldecke, die wird sie mal mitbekommen, wenn sie über die Regenbogenbrücke geht.

Manchmal schmeckt Kleo das Katzenfutter nicht mehr. Sie streikt. Der anderen Katze muss ich Kleos Napf aus den Zähnen rücken. Die verfressene Penny freut sich über jeden Nachschlag.
Wenn mal gar nichts mehr geht, bekommt Kleo ein bissel Sahne. Das hat sie bisher immer wieder angefüttert.

Meine alte Katze und ich, wir haben uns eingerichtet. Als ich Kleo bekam, musste ich sie füttern. Sie war eigentlich noch ein Mama-Kind. Und jetzt gehe ich das letzte Stück Weg natürlich auch noch mit ihr. Einfach, weil ich sie liebe und weil das Altsein zum Leben dazu gehört.

Manchmal geht mir so durch den Kopf, wer mir dann eine Kletterhilfe für die Treppe baut, damit ich in den vierten Stock kraxeln kann und wer mir Sahne bringt, wenn ich keinen Appetit habe? Oder wer einfach nur da ist, dann, ganz am Ende?

die kleine Katze
Die kleine Kleo war schon niedlich,
meine alte Katze in ihrem Schafwolldecken-Nest
aber meine nun alte Katze liebe ich noch genau so.

17 Kommentare zu “Neues aus der Weiber-WG: Meine alte Katze.

  1. Das sieht ja so kuschelig warm aus, wie Kleo dort zusammengerollt liegt. Neben mir liegt auch gerade meine alte Katze. Wir verbinden ebenfalls viele schöne Erinnerungen mit ihr. Ich hoffe, wir haben noch ein ordentliches Stück gemeinsamen Wegs.
    Alles Gute für Dich und Deine beiden pelzigen Damen, liebe Gudrun, wünscht die Silberdistel

    1. Sie hat es kuschlig, liebe Silberdistel. Sie hat keine Schmerzen und ich hoffe, dass sie noch ein bissel bei uns bleiben kann. Weihnachten waren alle drei Kinder da. Ich hatte schon Sorge, dass es der Kleo zu viel Trubel wird. Sie aber blühte richtig auf. Offensichtlich ist sie auch gerne bei uns, bei uns allen.
      Liebe Grüße in dein Katzenhaus.

  2. Da hat sie aber eine schöne kuschelige Schlafstätte. Und das Fell sieht aus wie bei unserem Theo. Verschmust sind sie sowieso alle 🙂
    Dann hoffe – und wünsche – ich, dass sie noch eine schöne gemeinsame Zeit mit dir vor sich hat.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    1. Oh ja, euer Theo sieht so aus wie sie. Das war mir schon aufgefallen. 🙂
      Ich freue mich schon wieder darauf, wenn wir wieder auf den Balkon können. So toll wie der frühere Freigang ist es zwar nicht, aber Kleo liebt es, in der Sonne zu liegen. Das schaffen wir noch locker, einen Schönen Frühling auf dem Balkon.
      Liebe Grüße in die Aue.

  3. Wir haben auch zwei alte Katzen begleitet bis sie über die Regenbogenbrücke gegangen sind. Sammy war zum Schluß taub, Max war wohl dement, hat überall hin gestrullert, aber sie sind beide friedlich in unserem Beisein gegangen. Traurig ist es immer, aber auch Tiere werden halt alt und wir haben immer noch viele liebevolle Erinnerungen an die beiden. Irgendwann wird es uns auch mit den Jungs und Ellie treffen, aber das hat zum Glück noch Zeit.
    Wir haben Max übrigens auch mit seinem Lieblingspulli beerdigt.

    1. Mit Kleo habe ich ausgemacht, dass im Winter nicht gestorben wird, weil ich kein Loch im Garten graben kann. Im Frühling auch nicht, denn da wollen wir auf den Balkon in die Sonne. Also, eigentlich haben wir keine Zeit für so etwas. 🙂
      Nein, ernsthaft, ich rechne damit, dass es irgendwann passiert. Aber bis dahin machen wir es uns noch gemütlich.

    1. Dann hat sie ihre Freiheit wieder. Es war ja nicht geplant, dass sie bei mir in der Wohnung bleibt, aber es ließ sich nicht ändern.
      Penny ist da ganz anders. Für sie ist schon der Balkon die Fremde schlechthin.
      Liebe Grüße an dich.

    1. Nein, Schmerzen hat sie nicht. Sie ist halt nur schwächer geworden. Deshalb gibt es Kletterfilfen bei uns. Auch auf dem Balkon dann wieder, so dass sie auf ihre Sonnenplätze und Beobachtungsposten kommt.
      Manchmal, wenn sie schläft, schleiche ich hin und schaue, ob sie atmet.
      Liebe Grüße an dich, Anna-Lena.

  4. Die Cleo und du, ihr seid ein gutes Team. Sie hat es so gut wie es nur irgend geht bei dir. Sie wird immer bei dir sein, auch wenn sie gegangen ist. Ich glaube daran.
    Sei herzlich gegrüßt von Beate

    1. Daran glaube ich auch, liebe Beate.
      Man sagt, dass einen seine Tiere erwarten, wenn man selbst über die Regenbogenbrücke geht. Ein tröstlicher Gedanke, denn das wären nun schon einige. Und eine Lieblingsziege und zwei Hütehunde,
      Liebe Grüße an dich

      Dein Kalender ist sehr schön. Ich habe nicht darin geblättert, lasse mich jeden Monat überraschen. Dass ich das geschafft habe! 😊

  5. Ja, das mit der Kletterhilfe wird mir wohl auch mal fehlen. Ist zwar nur der zweite Stock, aber auch da muss man im Alter erst mal hoch kommen. Da hat es deine Kleo besser.

  6. Gudrun, leider können wir uns nicht mit Tieren vergleichen, die in einem Haushalt leben, wo sich jemand liebevoll um die Katze kümmert.
    Du und ich – wir leben allein. Etwas von den notwendigen Sachen werden die Söhne erledigen – aber sie werden nicht alles machen können.
    Ich sage mir immer: Kommt Zeit, kommt Rat – und dann wird sich auch etwas ergeben.
    Lieben Gruß von Clara

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