Einen Zahn zulegen. Gesehen in der Küche von Luthers Geburtshaus.

Die Redewendungen „Einen Zahn zulegen“ oder auch „Der hat aber einen ordentlichen Zacken drauf“ kenne ich ich schon aus meiner frühesten Jugend. Ersteres sagte meine Mutter immer, wenn ich mal wieder hinter ihr her trödelte und zweites die Jungs in meiner Klasse, wenn einer mit seiner Maschine forsch durch das Dorf heizte.

Redewendungen sammele ich ja förmlich. Mich interessiert es immer brennend, wo der Ursprung liegen könnte.

Als ich mit meiner Freundin in Luthers Geburtshaus unterwegs war, besuchten wir auch die mittelalterliche Küche. Über der Kochstelle hing ein Kessel an der mit Krallen (Zacken oder Zähnen) versehenen Stange des Kesselhakens.
Die Redewendung „Einen Zacken zulegen“ gab es wahrscheinlich schon im Mittelalter. Wenn der Hunger plagte oder der Besuch bereits am Tische saß, bekam der Koch oder die Köchin in der Küche die Order, doch mal ein bisschen hinne zu machen. Der Kessel wurde einen Zacken weiter unten angehängt, damit das Kochen etwas schneller voran kam.

Meine Freundin erzählte am Herd von der Redewendung und ein Mann, der mit uns im Raum war, bedankte sich dafür. Für ihn war das neu. Schön, wenn man so ins Gespräch kommt.
Ich lege jetzt auch einen Zahn zu und mache mich vom wieder Acker.

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8 Kommentare zu “Einen Zahn zulegen. Gesehen in der Küche von Luthers Geburtshaus.

  1. Sehr interessant sind die Erklärungen zur Entstehung von Sprichwörtern, diese hier hatte ich irgendwann schon einmal gelesen, aber sie war nicht mehr präsent.
    Sei lieb gegrüßt von Beate

    1. Das freut mich, dass ich auffrischen konnte. 🙂
      Wenn ich mal ganz große Langeweile habe, werde ich die Sprüche, die ich schon habe, mal zusammentragen.
      Liebe Grüße an dich

  2. Ah, das ist interessant. Die Redewendung kenne ich auch, aber woher stammt sie? Jetzt kann ich den Ursprung gut nachvollziehen. Heut drehen wir die Herdplatte eben etwas heißer auf 🙂
    Liebe Grüße von Kerstin.

    1. Wenn wir nicht vor dem Ofen gestanden hätten, wäre diese Redewendung noch in der Versenkung geblieben. Ich finde es gut, wenn man jemand hat, mit dem man sich austauschen kann. Das macht mobil im Kopf.
      Liebe Grüße nach München.

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