Adleraugen und andere. Trotzig bleiben, solange es irgendwie geht.

Ein Krux. Das scheußliche Rheuma schlägt immer mal heftig zu. So wie jetzt. Ich kenne das, richte mich ein und mache trotzdem noch ganz viel. Adleraugen z.B. habe ich gezeichnet, für mein Buch.

Mir tut u.a. die rechte Hand sehr weh, denn das Gelenk am Daumen und die Sehne zum Ellenbogen spinnen. Die spinnen aber auch, wenn ich die Hand stille halte. Also bewege ich sie lieber und mache einfach mal weiter, so lange es irgendwie geht.

Zur Demo morgen in Leipzig werde ich nicht gehen können.

Man kann nicht für alles und für jedes Objekt eine Anleitung schreiben. Aber ich kann versuchen zu beschreiben, wie man bestimmten Verallgemeinerungen erkennt und immer wieder nutzen kann. Nichts anderes ist es als Objekte betrachten, Wesentliches finden und dann eben aus Wolle nachgestalten. Es wäre doch schade, wenn jemand seinen Adler nicht filzt, weil er nur eine Anleitung für eine Eule findet. Oder?

Neben den Adleraugen zeichne ich gerade auch noch Schlangenaugen, Tigeraugen und die Augen eines Schafes und einer Ziege. (Den Rest vom Adler habe ich übrigens bewusst zurück genommen. Mir ging es hier um die Augen und um die Stellung zueinander.)

Ach ja, ich habe heute ein schönes Zitat gefunden. Darüber kann ich beim Werkeln noch ein bisschen nachdenken.

„Mit Adleraugen sehen wir die Fehler anderer,
mit Maulwurfsaugen unsere eigenen.“
(Franz von Sales)

Euch allen einen guten Start ins Wochenende. Bleibt schön gesund oder werdet es ganz schnell wieder.

20 Kommentare zu “Adleraugen und andere. Trotzig bleiben, solange es irgendwie geht.

  1. Gute Besserung, Gudrun … Ja, ich weiß, bei Rheuma … Aber doch: Es soll Dir viel besser gehen, und zwar bald, wünsche ich Dir.

    Und die Augen gefallen mir wirklich gut.

    1. Danke. Es ist ein erster richtig großer Schub trotz Rheumamittel. Aber wer weiß, wie es ohne ausgehen würde. Also hoffe ich mal, dass es schnell vorbei ist.

  2. Rheuma, the same procedure as every year 🙁 Hoffentlich in diesem Jahr nicht allzu lange.
    Die Augen sind beim Gestalten sehr wichtig, denn sie hauchen den Figuren das Leben ein. Mich hat schon fasziniert wie gut du das beim Filzen hinbekommst. 🙂

    1. Ich hatte lange jetzt alles etwas abgeschwächt, fürchte aber, dass mein Immunsystem eine Lücke gefunden hat, um wieder an der falschen Stelle los zu toben. Egal, es wird wieder besser.
      Liebe Isa, was du über Augen schreibst sehe ich genau so. Deshalb bekommen sie einen Extraabschnitt.
      Ich hoffe sehr, dass es dir gut geht. Wir müssen mal wieder telefonieren, gell?
      Liebe Grüße an dich.

  3. Liebe Gudrun, ich weiß, dass es dir nicht viel hilft, wenn wir dich hier alle bedauern, trotzdem wünsche ich dir gute Besserung und sage, dass ich dich ob deiner exzellenten Zeichenkünste immer wieder mal bewundere. Die beiden Flugwesen sind wunderbar geworden – schick die mal auf den Weg, die sollen ein Kilo gute Besserung für dich holen.
    Lieben Gruß von mir

    1. Ach nö, bedauert werden will ich nicht, liebe Clara. Ich kann bloß gerade schlecht schreiben, d.h. nur mit der Zweifingermethode. Die Filznadel halte ist auch ein Problem und Maus und Zeichengriffel haben etwas Ruhe vor mir. Das kommt sehr ungelegen, aber ich kann halt nicht bestimmen, wo es gerade mal wieder zuschlägt. Weiterkommen muss ich trotzdem.
      Danke für deine guten Wünsche.
      Und jetzt versuche ich die Augen zu filzen. Da dauert es eben ein bissel.
      Liebe Grüße in die lila Welt. 🙂

      1. Danke für deine Grüße in die lila Welt. – Hoffentlich geht der Schub bald vorbei, damit du deine wichtigsten Werkzeuge, die Hände, wieder richtig gebrauchen kannst.
        Antworte nicht, bündele deine Kräfte für das, was du machen WILLST.

        1. Mit den beiden Zeigefingern klappt das Getippe noch so einigermaßen. Bei längeren Texten ist das Mist, aber kleine gehen ganz gut. Ist halt wie eine Glucke auf dem Mist.

    1. Gerade mal wieder: Ja. Ich kenne es ja, aber die rechte Hand und der Arm ist schon Mist. Das brauche ich gerade so gar nicht und es zieht sich diesmal verdammt lange hin.
      Egal, es wird schin wieder werden. 🙂

  4. Diese Schübe kommen immer zur falschen Zeit. Aber vielleicht tut dir eine kleine Pause gut. In diesen Zeiten kommen oft neue Ideen. Hast du eine Deadline für dein Buch?
    Gute Besserung verbunden mit lieben Grüßen schickt Elvira
    P.S. Deine Mail werde ich noch beantworten. Im Moment fordert der Hund und die Umstrukturierung in der Praxis sehr viel Zeit

    1. Bloß keine Hektik, liebe Elvira. Wir stehen ja nicht in Leistung beim Mailschreiben.
      Eine Deadline habe ich noch nicht. Ich tue mich schwer damit, weil ich es doch sehr persönlich haben möchte, so als Einladung ins Wollstübchen. Aber du hast Recht, ich habe jetzt mehr Zeit zum Hirnen und werde mir vorsichtshalber immer einen Zettel und einen Stift hinlegen.
      Liebe Grüße an dich.

      1. Oh Menno, liebe Elvira, ich bin wirklich neben der Spur. Nein, eine Deatline habe ich nicht und an der Headline arbeite ich gerade. 🙂

  5. Liebe Gudrun, ich denke du weisst das auch, dass eine laengere Ruhezeit etwas helfen kann. Andererseits kann ich dich sehr gut verstehn. Aber pass bitte trotzdem auf, sonst wird es zu arg mit der Hand.
    Ich habe es als junges Maedchen leider lernen muessen, als ich noch auf der Modeschule war und meine rechte Hand dann ein halbes Jahr in Gips bzw Gispschiene war und ich nicht mehr rechts schreiben konnte. Pruefungen habe ich dann muendlich machen duerfen und beim Zuschneiden habe ich einigemale die Gipsschiene durchgebrochen. Seit dem kann ich viel mehr auch mit der linken Hand machen. Sogar naehen und stricken und zeichnen

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