Wie würde manches aussehen, wenn kein Unkraut darauf wächst.

Ohne Handy, ohne Twitter und fb, sogar ohne Kamera …
Ich war die letzten Tage in der Sonne, weil ich sie halt mal ganz dringend brauchte. Im Gastgarten habe ich geholfen und ansonsten einfach nur dagesessen und gelesen. Ich habe den Schmetterlingen zugesehen, die Frühlingsdüfte gerochen, die Vögel gehört. Es gibt so Tage, da zieht das Leben so ein Stücke an einem vorbei. Es drängt sich auf, Erinnerungen werden wach. Wie würde manches aussehen, wenn kein Unkraut darauf wächst?

Vom Zug aus gesehen

Wie kahl und jämmerlich würde manches Stückchen Erde aussehen, wenn kein Unkraut darauf wüchse. (Wilhelm Raabe)

Wenn kein Unkraut darauf wächst

Es ist schon gut, wenn über manches Gras oder auch Unkraut wächst. Natürlich, man muss so manches ordentlich verarbeitet haben, sonst gärt das darunter weiter wie in einer Silage-Anlage oder einem alten Weinballon und gibt nie Ruhe.
Andere Sachen sind gut wie sie waren und sind. Und das sollte man nicht vergessen. Genauso wenig wie das, was man kann und was einen ausmacht. Die Nase darf man schon ein bissel hoch tragen.

Heute las ich einen Brief vom jüngsten Kind. Sie wünscht mir, dass ich an meinem Buch weiter arbeite, dass sie meine Art, Wissen zu vermitteln, gut findet. Viel Spaß wünscht sie mir auch noch dabei. Mich hat das sehr berührt. Ich finde es in der Beziehung zu meinen Kindern gut, wenn kein Unkraut darauf wächst. Nie.

Im Päckchen meiner Tochter war auch Kaffee. Sie hat eben an alles gedacht. Ich koche mir jetzt einen besonders starken und mache mich wieder ans Werk.
Ach ja, Unkraut gibt es ja auch gar nicht, Wildkraut schon. 🙂

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