Alte Handarbeitstechniken erhalten. Weitersagen, zeigen, machen.

„Ach, lass doch den alten Mist von vorgestern“, höre ich manchmal, wenn alte Handarbeitstechniken mich mal wieder gepackt haben. Nein, ich werde es nicht lassen. Und wisst ihr warum?

Zum einen haben wir längst den Bezug zu ganz elementaren Dingen des Lebens verloren. Wir können kein Feuer mehr machen mit nur Holz und Streichhölzern und ohne die Streichhölzer gleich gar nicht. Wir können kein Brot mehr backen ohne Fertigmischung und Brotbackautomat. Wir wissen nicht, wie man Kartoffeln anbaut und alte Handarbeitstechniken brauchen wir eh nicht. Socken kann man kaufen.
Und zum anderen: Diese alten Sachen haben etwas mit Tradition zu tun und Gemeinschaftssinn. Das Beschäftigen damit kann Spaß machen, aber auch sehr entspannend sein.

Was wird werden, wenn das WLAN abkackt und die Stromversorgung unterbrochen bleibt? Nun wollen wir mal nicht gleich Horrorszenarien beschreiben, aber besser, man weiß als man wüsste.

Wie haben die das denn früher gemacht, als es noch keine Video-Clips auf You-Dingens gab? Sie haben es weitererzählt, gezeigt, zusammen gemacht. Und genau das habe ich am Sonnabend vor.

Familientag ist in der Stadtbezirksbibliothek in Böhlitz-Ehrenberg. Ich werde mit Spinnrad und Kiepe anreisen und dann werden wir erleben, wie vom Schaf ein Faden kommt. Wir werden Wolle kämmen, spinnen und den Faden oder die Wolle auch noch weiter verarbeiten. Es gibt so viele Märchen, die alte Handarbeitstechniken zum Inhalt haben. Und die werde ich erzählen, vorlesen oder mir auch mal von den Kindern erzählen lassen. Kennt ihr die faule Spinnerin mit ihrem Haspelholz? Jaja, haspeln werden wir auch und bei der Gelegenheit erfahren, was der „alte Knacker“ in der Spinnstube zu tun hatte.

Ich mag es nicht, endlose Vorträge zu halten. Die säuseln zum einen Ohr rein und plätschern aus dem anderen hinaus und davon. So weit es geht möchte ich, dass mitgemacht werden kann. Natürlich besitze ich nicht 10 Spinnräder und 23 Webrahmen. Ich muss mir also etwas einfallen lassen.
Das Schlimme ist, je weiter ich mit meinen Vorbereitungen komme, um so größer wird mein Lampenfieber. Himmel noch eins, das werde ich in meinem Leben wohl auch nicht mehr los!

alte Handarbeitstechniken - das Weben
Weben mit einfachen Mitteln und ein Märchen, was mir Isa geschenkt hat.

12 Kommentare zu “Alte Handarbeitstechniken erhalten. Weitersagen, zeigen, machen.

  1. Lampenfieber, das bekommt man sehr schlecht weg, oder eigentlich nie. Ich kenne das auch. Aber ich weiss, dass es bei dieser Veranstaltung es jedem gefallen wird. Ich habe hier in meinem kleinen Arbeitszimmerchen, an der Wand ein Webbild, das ich gemacht hatte, irgendwann mal. In der Art des „freien Webens“. Bei Handarbeiten, da verstehen wir uns beide sehr sehr gut.

    1. Ich glaube, wir verstehen uns nicht nur bei den Handarbeiten ganz gut, liebe Vivi. Vielleicht kann ich dich ja mal richtig kennen lernen.

  2. Jeder, der einen solchen „alten Käse“ hat, sollte ihn weitergeben. Genau aus den Gründen, die Du nennst.

    Und Lampenfieber ist normal. Ich werde das auch nicht los. Spätestens wenn Du alles aufgebaut hast und anhubst zu erzählen und zu tun, ist es vorbei …

  3. Dann wünsche ich dir ganz viel Freude und Spaß liebe Gudrun.
    Gerade am Wochenende hatten wir auch das Thema. Junge Leute würden heut gar kein Feuer mehr anbekommen, wüssten nicht, wie sie den Kachelofen bedienen müssen, können kein Holz hacken und aufschichten …
    Das Lampenfieber legt sich sicher in dem Moment, wo es los geht. Ist wie beim Zahnarzt. Man hat Angst. Aber wenn man einmal da auf dem Stuhl sitzt, verfliegt alles. Ist zumindest bei mir so.
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

    1. Mal sehen, wie es morgen wird. Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf.
      Mein Schaf, der Herr Hanssen kommt mit. Da kann mir fast nichts passieren.
      Liebe Grüße in die Aue
      (Morgen, wenn alles vorbei ist, komme ich dich auf deinem Blog wieder besuchen.)

  4. Du wirst das ganz sicher wieder richtig schön machen, liebe Gudrun… 🙂 Ich möchte so gerne mal bei einer deiner Vorführungen dabei sein…
    Herzliche Grüße!

  5. Im Hause Braun lebt das Handwerk, socken werden gestrickt, der Herr des Hauses Stopf und flickt unsere Sachen kunstvoll und Brot wird mit selbstangesetzten Sauerteig angesetzt. Was Wärme wert ist, wissen wir sehr sehr genau, denn wir haben Ofenheizung, allerdings benutzen wird Streichhölzer. Bei uns gibt es Bücher, keinen Fernseher. Sicher sehen wir uns vieles im Internet an, aber es ginge auch ohne. Also Ansehen, die Kontakte, die durch das Internet zustande kommen, dass ist schon etwas anderes, die würde ich vermissen.

    1. Ich weiß, im Hause Braun ist man da sehr rührig. Dein Brot konnte ich schon bewundern auf Bildern.
      Ich habe einen Fernseher und ich liebe den auch. Weißt du warum? Ich schalte den an und bin fünf Minuten später im Koma, egal wie sehr aufgeregt ich auch war.
      Und stimmt, manche Internetkontakte möchte ich nie wieder verlieren.

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