Wird Ostern das neue Weihnachten? Bei mir ganz bestimmt nicht.

„Wird Ostern das neue Weihnachten?“, fragte irgendeine Zeitung. Untersuchungen hätten ergeben, dass zu Ostern mehr gekauft und Geld ausgegeben wird als zu Weihnachten.
Kaufen, kaufen, kaufen – das nimmt schon groteske Züge an. Aber eigentlich interessiert mich das nicht. Es hat mich nie interessiert.

Ostern war bei uns schon immer ein Fest der Familie. Der Frühling setzte sich immer mehr durch gegen den Winter und bestimmte die Motive, die wir auf die Ostereier malten. Früher stand ich mit hochrotem Kopf und geschwollener Halsschlagader in der Küche und pustete Eier für meine Kinder aus, zum Bemalen. Gestern übernahm das mein Sohn. Für mich.

Und dann haben wir beide gemalt.
Meinem Sohn hatten es Formen und Muster angetan, mir die Ostereier. Man kann so gut schwatzen beim Malen, nebenher Käffchen trinken.

Schenken kann man sich schon etwas zu Ostern: Zeit. Zeit für einen Besuch und Gemeinsamkeit oder Zeit für ein ausgiebiges Telefonat. Ich habe beides bekommen.
Das sind die unvergesslichen Momente, die mit keinem Geld aufzuwiegen sind.

Zurück zur Ausgangsfrage. Wird Ostern das neue Weihnachten? Ich finde die Frage doof und nein, bei mir nicht.


6 Kommentare zu “Wird Ostern das neue Weihnachten? Bei mir ganz bestimmt nicht.

  1. Diese Frage spiegelt unser gesellschaftliches Denken – Konsum und da bin ich schon lange ausgestiegen, zu Weihnachten und auch zu Ostern. Für mich haben beide Feste in erster Linie einen religiösen Charakter.

    Gegen ein wenig Süßkram habe ich nichts, die Glückshormone brauchen ja auch mal etwas 🙂 .

    Hab noch einen schönen 2. Feiertag, liebe Gudrun.
    Herzlich
    Anna-Lena

    1. Wir haben uns auch von Geschenken, Konsum und so weiter, sowohl zu Ostern als auch zu Weihnachten verabschiedet. Zusammensein mit denen ich einem nahe sind, dass ist es.

    2. Danke, liebe Anna-Lena. Es war schön, die Feiertage insgesammt, schön ruhig mit viel Zeit für einander. Jetzt gleich fährt das zweite Kind wieder nach Berlin. Abschiede sind so doof.
      Herzliche Grüße an dich.

      1. Ich sehe das ganz genau so. Das Zusammensein ist wichtig. Leider ist das bei uns sehr selten, denn meine Kinder hat es weit weg gewirbelt. Und nun wird es wieder lange dauern, bis wir uns wiedersehen. Wenigstens gibt es viele andere Kommunikationswege.
        Grüße an dich.

  2. Hallo Gudrun, wenn es nach mir ginge, würde ich auch Weihnachten ohne Geschenke feiern – zumindest für die Erwachsenen – aber wirklich konsequent. In vielen Familien heißt es: „ir Großen schenken uns nichts – und dann kommt doch jeder mit einem, mit zwei, mit drei oder mehr Päckchen und meint, Erwachsene brauchen auch das Glück durch Geschenke.
    Ostern gab es bei uns für die Kinder noch nie Geschenke – nur Süßigkeiten und gekochte bunte Eier wurden versteckt und gesucht, aber keine richtigen Geschenke.
    Mache es gut, liebe Gudrun

    1. So lief und läuft Ostern bei uns immer noch ab. Weihnachten schenken wir uns etwas, etwas Persönliches, ganz Kleines. Das Geschenkeauspacken ist dann immer sehr interessant und lustig und man merkt, wie viele Gedanken sich der andere gemacht hat und dass er auch oft selber Hand angelegt hat. Das kann auch ein lieber Brief sein, wo man das hinein schreibt, was man nur diesem Menschen sagen möchte. Ich finde das schön, auch dass wir mit der Hand schreiben. Eben persönlich oder personalisiert. 🙂
      Liebe Clara, ich schicke dir liebe Grüße nach Berlin, auch wenn ich die Stadt gerade nicht leiden kann. Mein Sohn fährt gleich wieder dahin.

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