Nach einer freundschaftlichen Kopfwäsche.

Gong!
Mein Rechner fährt wieder hoch, nach einer längeren Pause und nach einer freundschaftlichen Kopfwäsche am gestrigen Abend.

Wenn man seiner sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgeht, dann bekommt man am Monatsende ein mehr oder minder hohes Endgeld. Die Arbeit war gut und wurde anerkannt. Fertig.
Wuselt man im stillen Kämmerlein alleine, dann kommen Zweifel, Fragen und jede Menge Unzulänglichkeiten. Niemand ist erst einmal da, mit dem man diskutieren kann. Es gibt kein Team, welches die Linie festlegt und auch keine Anregung, was man anders oder besser machen könnte. Und dann kommen die Momente, wo man den Stift beiseite legt, weil man denkt, dass doch alles nicht gut genug ist. Manchmal finden sich Menschen, die einen noch genau das suggerieren:

„Ja, glaubst du denn wirklich, dass das was wird?“
„Wird denn das jemand lesen wollen, was du da machst?“
„Ob denn …?

Ja. Es wird. Punkt.

Danke, lieber Freund, der Rechner rödelt wieder und ich fühle mich gut in meiner Haut.
Jetzt läuft er wieder nach einer freundschaftlichen Kopfwäsche

 

16 Kommentare zu “Nach einer freundschaftlichen Kopfwäsche.

  1. Manchmal hat man solche freundschaftlichen Anschubser bitter nötig. Denn sie zeigen einem auch, dass das, was man tut, gut und richtig ist. 😉
    Alles wird gut, liebe Gudrun. 😉

    1. Es warwirklich nötig und es war ein gutes Gespräch. Manchmal ist man wie festgefahren und kann alleine nicht mehr los.
      liebe M., liebe Grüße nach München.

  2. Ja, solche Menschen braucht man. Und Zweifel gehören wohl auch dazu. Aufgeben? Bitte nicht. Der Weg ist das Ziel des Lebens.
    Liebe Grüße Linda

  3. Ich warte auch darauf, weil ich mich gerne mit filzen befassen will und weil ich weiß, dass du wunderschöne Sachen machst. Ach wie gut keine ich diese: Es taugt doch alles nichts. Was mache ich hier – eigentlich-Momente. Besonders, wenn das Geld knapp ist. Aber wir bleiben dran und die Götttin sei dank, haben wir beiden Leute, die nicht davor zurückschrecken uns zur rechten Zeit in den Hintern zu treten.

    1. Wie Recht du hast! Und ja, wir bleiben dran. Ich möchte das schon aus dem Grunde, weil ich Klischees gerne durchbrechen möchte.
      Liebe Karin, ich danke dir sehr für deinen Kommentar und schicke liebe Grüße in den Norden.

  4. Menschen brauchen halt hin und wieder Anerkennung. Wenn man im Team arbeitet und Kollegen hat erhält man diese natürlich öfter. Allerdings erhält dann man auch öfter Stress, wenn Schöpferpausen im Projekt als Hänger oder versagen gedeutet werden. Da ist es wieder gut sein eigener Chef zu sein. Wenn man lange allein an etwas arbeitet, dann bleibt es nicht aus, dass man zwischdurch auch von Selbstzweifel besucht wird. Deine Arbeit und deine Disziplin sind bewundernswert. Aber darum geht es ja nicht allein. Dein Schaffen braucht auch Zeit und Muße, um dein Tun, deine Kreativität, das Arbeiten im Moment genießen zu können. Ich freue mich auf jeden Fall, dass du dich wieder gut in deiner Haut fühlen kannst 🙂

    1. Ach, Isa, manchmal ist das Kochen im eigenem Saft so schwer. Ich hatte einen Beruf, bei dem ich immer mit vielen Menschen zusammen war. Plötzlich bin ich Einzelkämpfer, ohne Anregung durch andere und ohne sofortige Reaktion auf alles Tun. Das ist für mich verdammt schwer und manchmal kommt der Punkt, wo ich so vieles in Zweifel ziehe.
      Ich war immer viel im Landkreis unterwegs mit dem Spinnrad und der Kiepe. Das geht nicht mehr. Der Freund, der mich manchmal gefahren hat, besitzt kein Auto mehr, und meine Freundin kämpft gerade den Kampf ihres Lebens gegen eine ganz scheußliche Diagnose. Mit einem vollen Bollerwagen nimmt mich keine SBahn mit und wenn, dann sind das solche Kosten (Fahrt über mehrere Zonen), das kann ich einfach nicht mehr stemmen.
      Ich habe beschlossen, dass ich bei meinen Büchern bleibe und ansonsten ehrenamtlich gleich in der Nachbarschaft unterwegs sein werde. Für mich und für andere.
      Ich schick dir ganz liebe Grüße

      1. Gudrun, genau das, was du hier beschreibst, kann ich so 100%ig nachvollziehen. Bis 1989 hatte ich eine ganz tolle Arbeit, mit sehr netten Kollegen, mit guten Aufgaben. Dann kam die Wende und wir waren im Oktober 1990 alle arbeitslos, Institut wurde aufgelöst. – Dann arbeitete ich fast gleich und sofort in einer großen Westberliner Einrichtung, die Rehakliniken betrieb. Das ging leider nur bis Ende 1999, weil es durch Krankenkassenveränderungen zu anderen Belegungen der Rehakliniken kam und die Geschäftsleitung die Hälfte unserer Truppe auf die Straße setzte.
        Auch da hatte ich noch Hoffnung, doch die dann gesuchten drei Stellen waren jenseits von gut und böse und ab 2004 saß ich ganz auf der Straße.
        Für mich war mehr als eine Welt zusammen gebrochen, weil meine Arbeit mir immer sehr wichtig war.
        Ich stürzte mich sofort in den ehrenamtlichen Kinderbetreuungsbereich. Und als ich mir dort die beiden schweren Mittelohrvereiterungen an einem Ohr holte und so gut wie mein Gehör verlor, dachte ich, jetzt bricht die Welt richtig zusammen.
        So eine intensive Tier-, Natur- , Zeichen- und Filzarbeitsnähe wie du hatte ich nicht – ich musste mir andere Inhalte suchen. Und je älter ich werde und je mehr gesundheitliche Widrigkeiten und Widrigkeiten anderer Art dazu kommen, desto schwerer fällt es mir, nicht an ein Zusammenbrechen meiner Welt zu denken. – Als ich meine Wohnung eingerichtet habe, hatte ich eine Aufgabe, momentan habe ich keine richtige Aufgabe – ein Instrument zu lernen, wäre kein Weg für mich.
        Ich wünsche dir, dass du immer einen Weg siehst oder findest, um weiter zu machen.
        Liebe Grüße von mir

        1. Das ist ja schon mächtig hart gewesen. Leider betraf so etwas viele.
          Die Schaf- und Wollliebe bei mir war Zufall. In jüngeren Jahren hätte ich mir wahrscheinlich an den Kopf gegriffen. Dass ich mal ein Einkommen haben werde, von dem ich einigermaßen gut leben kann, habe ich jetzt abgehakt. Aber etwas tun möchte ich schon, auch für andere. Da bin ich gerade wieder am Wuseln.
          Instrument, gut dass du das sagst. Meine Tochter hat mir ihr Akkordeon da gelassen und Noten geschenkt. Ich sollte wieder anfangen.
          Liebe Grüße an dich.

  5. Hallo liebe Gudrun, bin grad mal wieder durch deinen Blog gehuscht und sehe daß du nadelfilzest. Hab da so ein Buch mit hübschen Anleitungen. Würdest du es mögen.? Schau einfach auf meinen letzten Post.
    LG Margarethe

    1. Liebe Margarete, herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Eine Mail habe ich dir geschrieben.
      Liebe Grüße.

      1. Liebe Margarethe, die Mail war nicht zustellbar. Ich weiß nicht warum, muss nochmal kucken.
        Ich hätte großes Interesse an denm Buch, gerade weil ich ehrenamtlich mit Kindern Fingerpuppen filzen möchte. Bitte sage mir, was ich dir geben kann dafür und wie wir das machen. Ich bin auch über fb erreichbar.
        Liebe Grüße

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