Wasserstadt Leipzig. Unterwegs mit dem Boot.

Seit vier Stunden sind das jüngste Kind und der Schwiegersohn schon wieder auf der Fahrt nach Hause an die Nordsee. Abschiede sind immer so traurig und ganz schön doof. Schöne Tage hatten wir miteinander. Gestern zum Beispiel waren wir unterwegs mit dem Boot über Leipzigs Flüsse und Kanäle. Wenn die  wenigen hundert Meter am Lindenauer Hafen ausgebaut sind, dann kann ich mir ein Floß zusammenzimmern, so eines mit einem windschiefen Dach und Wäscheleine, und dann könnte ich mich bis Hamburg treiben lassen. Jaja, Leipzig ist eine Wasserstadt.

Unser Boot bestiegen wir am Stadthafen, der in den nächsten Jahren ausgebaut werden soll. Ich hatte zum Fotografieren keinen guten Platz. Klein bin ich, saß ganz hinten und irgendwer lehnte sich immer mal ins Bild oder reckte das Handy mit zwei Armen in die Luft. Nach hinten fotografieren ging auch nicht, denn da saß der Bootsführer, der allerdings seine Sache richtig gut gemacht hat. Die Fahrt war schön. Es ist schon etwas ganz anderes, Leipzig von den Kanälen aus zu sehen.

In den ehemaligen Industriegebäuden in Plagwitz hat man Wohnungen errichtet, Lofts über zwei Etagen, Dachterrassen, große Balkone, Fensterläden wie in Venedig und wegklappbare Scheiben, so dass man fast draußen leben kann. Wenn ich jetzt noch von den Bootsanlegestellen schreibe, denen mit dem Schild „Privat“ dran, dann kann man sich vorstellen, dass das Wohnen hier nicht gerade billig ist. Gebaut wird weiter. Bedarf gibt es offenbar.

Am Elsterwehr vorbei zu schippern und es mal von der anderen Seite zu sehen, war genauso schön, wie die urwüchsige Vegetation am Wasser zu betrachten. Kurz vor dem Lindenauer Hafen, also fast bei mir zu Hause, war der Karl-Heine-Kanal stark verkrautet. Das Boot wendete und machte sich wieder auf den Rückweg zum Stadthafen.

Einige Eindrücke von Leipzig als Wasserstadt kann ich zeigen. Ihr wisst ja, bei einem Klick wird alles größer.

 

19 Kommentare zu “Wasserstadt Leipzig. Unterwegs mit dem Boot.

  1. Abschiede sind tasächlich doof! Was habt ihr für eine schöne Bootsfahrt gemacht, das hat sich wirklich gelohnt, kann ich mir vorstellen.
    Einiges kommt mir bekannt vor.
    Hab einen schönen Sonntag und freu dich auf das Wiedersehen.
    Liebe Grüße aus dem brütebd heißem Rödersheim.

    1. Das Elsterwehr müsstest du erkannt haben. Ich bin hinter ihm vorbei geschippert. 🙂
      Ich freue mich sehr auf das nächste Wiedersehen. Tochter und Schwiegersohn haben mir gut getan.
      In Leipzig ist es auch gerade ordentlich heiß. Ich beneide jeden, der mal ein bisschen Regen abbekommt.
      Liebe Grüße an dich

  2. Eine Stadt auf dem Wasserweg zu erkunden ist immer etwas ganz Besonderes…
    Nicht traurig sein, liebe Gudrun, du wirst die Deinen mit Sicherheit in nicht allzu ferner Zeit wiedersehen.
    Herzliche Grüße!

    1. Es ist schon komisch. Als es anno dunnemals auch recht lautstarke Auseinandersetzungen gab im Kinderzimmer, wünschte ich mir machmal, dass Ruhe ist. Jetzt fehlt mir das „Theater“. So ist das.
      Ich sehe sie bald wieder.
      Liebe Grüße an dich

  3. Gudrun, ich staune auch immer darüber, wie viele wohhabende, Geld besitzende und richtig reiche Leute es in unserem Land gibt – und nicht nur in den alten Bundesländern. Einige von uns wie du und ich – wir haben diesen Trend verpasst.
    Lieben Gruß zu dir

    1. Ach, liebe Clara, ich weiß gar nicht, ob ich wirklich wohlhabend sein möchte. Ein bissel mehr im Geldsäckchen wäre schon nicht schlecht, aber nicht mehr nach allem streben zu müssen, was Ruhm und Ansehen bringt, ist auch nicht schlecht. Ich finde die schlimm, die von den „Abgehängten“ sprechen, von denen, „die es nicht geschafft haben“. Denen wünsche ich die …, naja, halt Schlimmes an den Hals.
      Liebe Grüße aus dem aufgeheizten Leipzig.

      1. Ich möchte auch nicht reich sein, liebe Gudrun. Wir sprachen in diesem Zusammenhang über jemand, der Millionär ist. Um nichts in der Welt würde ich ihn zum Freund oder Mann nehmen, um an sein Geld ranzukommen. Dann lieber für den Rest meines Lebens mit meiner kleinen Rente leben. – Verreisen ist für mich auch nicht das Gelbe vom Ei, weil es mir zu anstrengend ist und ich gleich danach alles wieder vergesse.
        Ich glaube, ich würde auch nicht viel anders leben, wenn ich eine Million gewinnen würde. Vielleicht würde ich eine Wohnung in einer ruhigeren Gegend haben wollen mit einem Fahrstuhl, der bis vor die Tür fährt, ohne dass ich noch Treppen steigen muss.Ein anderes Auto möchte ich nicht haben.
        Und tschüss!

  4. Liebe Gudrun. Über deine tollen bilder habe ich mich sehr gefreut. Viel bekanntes für mich. So eine kahnfahrt haben wir vor ca. 3 Jahren auf dem karl-heine Kanal auch gemacht. Daß leipzig so viel Wasserwege hat war mir früher garnicht bewußt. Für mich war der Auensee präsent. Da hab ich als Kind Schlittschuh laufen gelernt.
    Beim nächsten Besuch bei meiner Freundin werden wir dann wieder aufs Wasser gehen!
    LG Margarethe

    1. Es gibt verschiedene Touren, liebe Margarethe, durch den Auwald, durch das Neuseenland … Wir waren froh, dass wir nicht die längste gebucht hatten, denn danach hatten wir ordentlich Farbe im Gesicht. Ich hätte den Regenschirm mitnehmen sollen.
      Liebe Grüße
      (Ich filze gerade den Esel. 🙂 )

    1. Ich hatte mich schon gefreut, weil es ein langes Wochenende war, aber trotzdem war es ganz schnell vorbei.
      Herzliche Grüße an dich

  5. Bei den heißen Temperaturen war das doch eine super Idee. Habt ihr auch mal die Füße ins Wasser gehalten?
    Unser Sohn hat letztes Jahr eine Bootstour gemacht mit einem Bungalow-Boot. So was ist auch fein, aber mit Hund leider nicht machbar.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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