Kleinigkeiten. Peanuts und Kinkerlitzchen.

Gestern war Tag der Kleinigkeiten bei mir. Das fing an, als ich plötzlich müde wurde. Ein Nickerchen tut bestimmt gut, dachte ich und klappte den Gartenstuhl nach hinten. Ich beobachtete ein Weilchen die Federwolken am Himmel, die feinen Wolken aus Eiskristallen.
Leicht sehen die Wolken aus, manchmal wirklich wie eine Feder, manchmal wie die Schwingen eines Vogels.
Die Wolken ziehen weiter, lösen sich auf und formieren sich neu.

Kleinigkeiten? Ob ich noch mehr entdecke? Ich stellte den Gartenstuhl wieder hoch. Müde war ich nicht mehr.
Am Himmel zieht ein Flugzeug durch mein Bild. Als ich es hören kann, ist es längst verschwunden. Elegant kreist ein Bussard.

Und neben mir?
Auf einer Rose glitzern Wassertropfen vom Gießen. Sie sehen aus wiePerlen. Eine grün schimmernde Fliege sonnt sich auf einem alten Blatt meines Goldköpfchens.

Mir war schon früher aufgefallen, dass „Kleinigkeit“ und auch die Synonyme für das Wort negativ belegt und bewertet sind. Kleinkram, Belanglosigkeit, Kinkerlitzchen sind nur drei Beispiele dafür. Vielleicht ist das typisch für unsere Leistungsgesellschaft. Wer gibt sich denn schon gern bekennend mit Kleinigkeiten ab?

Auf der Suche nach einem Wort, was nicht negativ wertet, stieß ich auf Kleinod. Das Wort bezieht sich auf „klein“ in seiner älteren Bedeutung für „fein, zierlich“. Auf den ersten Blick ist ein Kleinod eine Kleinigkeit, aber eine mit einem großen Wert für den Betrachter. Es gehört zu den „bedrohten Worten“. Ich fände es schade, wenn es ganz verschwindet.

Nadelfilzen: Kleinigkeiten anfilzen

Ach, ich sollte mich öfter hinsetzen und ganz entspannt in den Himmel schauen. Manches sieht man plötzlich nicht mehr verbissen, weil man ja nicht jeden Kokolores mitmachen und annehmen muss.
Ich beschreibe jetzt, wie man Kleinigkeiten, die man kaum in der Hand halten kann, anfilzen kann und denke nebenher nach, ob es irgendwann eine Großigkeit geben wird oder wie ein Kleinod ein Großod werden kann.

8 Kommentare zu “Kleinigkeiten. Peanuts und Kinkerlitzchen.

  1. Hallo Gudrun,
    das Rezept musst du mir mal verraten, wie du es machst, NICHT einzuschlafen, wenn du die Lehne zurückklappst. Sowohl den Fernsehsessel als auch den Balkonstuhl klappe ich öfter zurück und schlafe sofort und gleich ein.
    Gießen muss hier keiner – es gießt ziemlich oft von oben. Da aber ein großes Manko in der Natur ist, klage ich nicht darüber. Ich musste aber schon meine Balkonkästen mit Schlauch aussaugen – pro Kasten ca. 5 l – denn sonst wäre es immer die Fassade runtergekleckert und die Leute unter mir hätten wieder Grund zur Klage.
    Und tschüss sagt Clara

    1. Ach, Clara, ich bin ein Unruhegeist, muss mich manchmal zur Ruhe zwingen. Wenn mir irgendeine Idee durch den Kopf pfeift, treibt mich das in die Senkrechte. 😀

  2. Kleinodien, genau, das sind sie, die mannigfaltigen kleinen und stets außergewöhnlichen Schönheiten, die unser Leben umgeben – Tag für Tag…
    Herzliche Grüße!

    1. Das ist wohl so. Wir lassen uns manchmal zu oft und zu viel beeindrucken von den groß scheinenden Dingen. 🙂
      Liebe Grüße an dich.

  3. Emil schreibt heute von der Kleinkunst. Die kleine Kunst, die uns begeistert. Und ja, es sind oft die kleinen Dinge im Leben, die uns große Freude bereiten und Frieden schenken.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    1. „Uns Frieden schenken“, ja, ich glaube, deshalb mache und suche ich die kleinen Dinge immer wieder. Das ist wirklich ein guter Grund.
      Liebe Grüße an dich, liebe Elvira.

  4. Oh ja, ich finde auch, dass die Kleinigkeiten oft viel mehr Freude schenken, mehr als alles Große und Erhabene. Ein schöner Beitrag, liebe Gudrun 🙂
    Liebe Grüße schickt Dir die Silberdistel

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