Die Oase, zum Leben notwendig.

Ich wusste immer genau, warum ich Ausbildungen machte, ein Studium durchstand, mich auch mal schinderte. Damit schuf ich ich mir meine Oase, in der ich tätig sein konnte und letztendlich auch mein Auskommen fand, was die materielle Absicherung des Lebens anbelangte. Arbeit und Leben, für mich gehört das zusammen.
Manchmal kommt es dennoch anders.

Nun stellen wir uns mal vor, meine ganz persönliche Oase wäre an einer CNC-Fräsmaschine gewesen und irgendwann hätte man mir diese Maschine weggenommen? So ist es leider ganzen Betrieben im Osten gegangen. Ich kann es verstehen, dass es manchen die Füße weggezogen hat.
Der Tweet des CDU-Generalsekretär Peter Tauber „Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“ finde ich so was von verachtend, weltfremd und überheblich. Die meisten damals waren ordentlich ausgebildete Facharbeiter und auch heute trifft es nicht nur die Ungelernten (und auch das hat Ursachen im System).

Ich wollte nicht dasitzen, die Hände im Schoß, grübelnd und vielleicht irgendwelchen Süchten verfallend. Mein Traum war es immer, auch anderen eine Oase zu bieten, in der sie sich ein bisschen zu Hause fühlen können. Das ist mir nicht gelungen, denn ich habe dafür keinen Raum. Oder sagen wir so: Ich kann mir keinen kaufen oder mieten.
Und so hangele ich mich von Veranstaltung zu Veranstaltung, transportiere meinen Krempel dort hin. Ohne Auto, denn ich habe keins. Missen möchte ich das nicht, denn es erhält mich am Leben. Es lässt mich die quälenden Existenzängste wegdrücken.

Meine ganz kleine und ganz persönliche Oase ist hier auf meinem Balkon. Ich hoffe, dass sie mir noch lange erhalten bleibt, denn hier kann ich neue Ideen andenken. Und manchmal kann ich hier auch heimlich weinen, weil ich so vieles in diesem reichen Land gerade unerträglich finde. 

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