Wollwerkstatt in Wyhra und eine Frage, die nahe ging.

Gestern war ich den ganzen Tag unterwegs. Ganz zeitig bin ich mit meinem Krempel los, um eine Wollwerkstatt zum Oma-und-Opa-Tag in Wyhra zu leiten. Im Zug gab es gleich die erste Aufregung, weil durchgesagt wurde, dass diese S-Bahn nach Borna fährt. Ich muss aber noch ein Stücke weiter. Der Zugbegleiter sagte mir dann, dass die hinteren Wagen in Borna bleiben, weil sie in Geithain gar nicht an den Bahnsteig passen würden. In Neukieritsch sollte ich umsteigen.
Ich bin also in Neukieritsch mit allem Zeug aus dem Zug gekraxelt. Ebenerdig ist der Ausstieg dort nicht. Dann bin ich den Huckel-Buckel-Bahnsteig entlang gehastet und weiter vorn wieder in den Zug gebuckelt.
Angekommen bin ich dann aber doch.

ein schönes altes Bauernhaus in Wyhra

Mit den Kindern habe ich bis zum späten Nachmittag gefilzt. Geschichten haben wir erzählt und das schönste Erlebnis hatte ich, als ich meine Schatzkiste mit den Fingerpuppen ausgepackt habe. Der Kuckuck und der Esel waren auf meinen Fingern und die Kinder fingen an das Lied zu singen, von ganz alleine. Und klar, sie haben auch die Bremer Stadtmusikanten erkannt.

im Volkskundemuseum in Wyhra.

Es war sehr anstrengend, denn Andrang in der Wollwerkstatt gab es immer. Schön war es aber auch. Eine Frau fragte mich, ob ich mal Lehrerin gewesen sei und ich fragte sie, ob man das merkt. Ja, sagte sie, und dass ich das gut mache. Darüber habe ich ich mich sehr gefreut, weil ich nun wirklich wusste, dass sich alle Vorbereitung und alle Mühe gelohnt hat.

Ich würde mir wünschen, dass ich das viel öfter oder jeden Tag tun könnte. Jeder sollte seine Fähigkeiten ausleben dürfen, ohne Leistungsdruck und ohne finanzielle Sorgen im Hintergrund. Das, was man dann zu geben hat, würde vieles wettmachen.
Aber das wird wohl ein Wunschtraum bleiben.

13 Kommentare zu “Wollwerkstatt in Wyhra und eine Frage, die nahe ging.

  1. Das war aber ganz schön anstrengend mit dem Zug und dann auch nochmal extra umsteigen: Puuuuh!
    Ich kenne das, wenn man abends nach einem anstrengenden Tag, der mit einer Tätigkeit die den eigenen Neigungen und Begabungen entspricht ausgefüllt war,auf eine sehr zufrieden machende Art müde ist.
    Träume dürfen sein und wer weiß, manchmal wereen sie auch wahr…
    Herzlichst: Beate

    1. Ja, manchmal werden sie auch wahr. Ich werde sie mir bewahren.
      Du hättest mir mal am Abend sitzen sehen sollen, selbstzufrieden und ganz unfein mit den Beinen auf dem Tisch. 😀 Es tat unglaublich gut.
      Liebe Grüße an dich.

  2. so ein anerkennendes Feedback ist etwas wundervolles und stärkendes! Halte deinen Traum gut fest liebe Gudrun 🙂
    Wer weiß denn schon was das Leben noch an Gelegenheiten bringen wird.

    1. Ich habe mich darüber sehr gefreut, liebe Isa. Manchmal sieht man sich selbst in einem falschen Licht, macht sich selbst schlecht. Da tun solche Ereignisse immer besonders gut. Sie richten einen den Kopf gerade.
      Nein, meinen Traum gebe ich nicht auf.
      Herzliche Grüße an dich, liebe Isa.

  3. Die Zugfahrt war sicher recht aufregend und anstrengend, aber letztendlich hat sich der Aufwand doch gelohnt. Wenn Deine Zuhörer und Zuschauer sogar von allein mitmachen, ich glaube, dann hast Du Deine Sache wirklich gut gemacht, liebe Gudrun. Ein schöneres Erfolgserlebnis kann’s doch gar nicht geben, oder?
    Liebe Grüße zum Wochenende von der Silberdistel

    1. Das ist richtig, liebe Silberdistel, etwas Schöneres gibt es nicht. Und jetzt habe ich auch wieder die nötige Ruhe, um am Schreibtisch weiter zu machen.:)
      Liebe Grüße an dich.

  4. Es hat also letztendlich alles geklappt und du und die Kinder hatten ihren Spaß.
    Gib die Hoffnung nicht auf, vielleicht erfüllen sich irgendwann deine Wünsche.
    Liebe Grüße von Bärbel

    1. Oh ja, wirklich nichts passiert dann, wenn man aufgibt. Ich werde das nicht tun, liebe Bärbel. Danke.
      Herzliche Grüße an dich.

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