Du mit deinem blöden Internet. Begegnungen.

„Du mit deinem blöden Internet!“
Ach, das habe ich schon öfter von Gleichaltrigen gehört. Das heißt, ich gehöre noch zu einer Generation, die nicht mit dem Handy in der Hand geboren wurde und die sich aber auch noch gut ohne Netz beschäftigen kann.
Dennoch, ich erledige vieles über das I-Net, verschaffe mir benötigte Informationen und ich habe Menschen kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte.

Karins Schafpostkarte - ein Motivationsschub

Vor einigen Tagen bekam ich von Karin Braun diese Schafpostkarte geschickt. Der Zeitpunkt war optimal, denn ich hing durch. Manchmal treibt mich die Frage um, wer mich eigentlich noch braucht. Familie ist weit weg und macht das eigene Ding, Arbeitskollegen gibt es nicht. Mittenrein in meinen Seelenkram kam die Karte, die mich erinnerte, dass ich solche Schwarzköpfe anno dunnemals in meiner Herde hatte und dass ich noch jede Menge Wolliges zu erledigen gibt. Ich habe die Karte so an der Wand angebracht, dass ich sie sehe und habe losgelegt. Was, das erzähle ich morgen. Die Karte war ein richtiger Motivationschub.eine Karte aus Jerusalem, die mich sehr berührt hat

Die Vivi kenne ich schon ein ganzes Weilchen. Über die Minibares-Bärbel haben wir damals Kontakt bekommen. Von Vivi kam jetzt eine Karte, die eine Menge aussagt und die mich auch sehr berührt hat.
Ich muss sagen, dass ich zu tiefsten DDR-Zeiten ein anderes Bild von Israel hatte, ein doch sehr einseitiges. Nie wieder möchte ich mir Feindbilder einreden lassen. So etwas begegnet mir leider heute auch noch, gepaart mit jeder Menge Antisemitismus. Meinen Kopf anstrengen, mir selbst eine Meinung bilden, auch dabei hilft mir das Internet. Und solche lieben Menschen, wie die Vivi einer ist. Wer weiß, vielleicht sehen wir uns irgendwann mal. Ich würde mich freuen.Emil mit schwerem Gepäck

Kennt ihr den, der heute wieder ausgezogen ist, um zu pilgern?
Er kam heute Vormittag mit der S-Bahn aus Halle in Leipzsch an, um seine Pilgerstrecke weiter zu laufen. Auf ein Käffchen war noch Zeit, also habe ich Emil von der Bahn abgeholt, mit der ich schon nach Wyhra weiter gefahren bin.

Wenn ich gewusst hätte, dass der Emil auf seiner ersten Etappe so rennt, hätte ich mir in Leipzig mehr Zeit genommen. Ich wollte ihn nicht aufhalten.
Es ist schön, wenn man Menschen treffen kann, die man aus dem Netz schon ganz gut kennt. Vielleicht treibt es dich ja mal wieder nach Leipzig, lieber Emil. Jetzt wünsche ich dir erstmal guten Weg, viele nette und interessante Begegnungen und eine schöne Zeit unterwegs.

Das waren nur drei Menschen, die ich durch das Netz kenne und die ich nicht mehr missen möchte. Und sollte mal wieder jemand so etwas faseln, wie „Du mit deinem blöden Internet“, dann klappe ich die Ohren zu. Ich weiß es nämlich besser.

Guten Weg, lieber Emil

 

16 Kommentare zu “Du mit deinem blöden Internet. Begegnungen.

  1. Auf das gleiche Unverständnis stoße ich in der Arbeit bei sehr vielen gleichaltrigen Kollegen/innen. 😉 Und mir geht es ebenso wie dir – ich kann mich gut ohne WWW beschäftigen, und ständig online sein kommt bei mir nicht in Frage – und doch möchte ich das Internetz keinesfalls mehr missen. Es hat meinen Horizont gewaltig erweitert, und mir künstlerisch sozusagen „in die Puschen“ geholfen. 😉 Und auch ich habe eine ganze Menge liebenswerter und feiner Menschen kennen lernen dürfen, du gehörst dazu, liebe Gudrun. ♥

    1. Manche von uns kennen sich schon sehr lange und haben immer noch Kontakt. Ich finde das erstaunlich und auch schön.
      Herzliche Grüße 😊

  2. Ja, die Frage, wer einen noch braucht … Manchmal ist es schwer. Das Internet ist für mich auch sehr wichtig für lieb gewonnene Kontakte! Ohne Internet (Bloggen vor allem) möchte ich nicht mehr sein. Liebe Grüße Linda

    1. Treibt sie dich auch um, diese Frage? Ich hatte in letzter Zeit ein bisschen daran zu kauen. Und meist wird man dann auch noch sehr empfindlich.
      Liebe Linda, ich schicke dir liebe Grüße.

  3. Ein guter Mittelweg zwischen realem und internettem Leben kann nicht verkehrt sein.
    Natürlich geht es auch ohne, aber man würde auf vieles verzichten – und das will ich auch nicht.

    Lieber Emil, ich wünsche dir einen guten Pilgerweg (falls du das hier liest) .

    LG Anna-Lena

  4. ja, den Computer und das Internet, das moechte auch ich nicht mehr missen. Dadurch habe ich damals Baerbel von Minibares kennengelernt. Wir hatten zusammen beim RTL in der Quiz Sendung gespielt und durch sie habe ich auch das Bloggen damals ueber haupt angefangen. Baerbel habe ich ja dann wirklich oefters getroffen, wo immer wir im Sabbatical waren, Von Berlin bis Frankfurt, dazwischen Besuche in Straubing von ihr. Auch bei mir in Jerusalem war sie mit Mann und Tochter.
    Ich freu mich so, dass deine Karte angekommen ist. Hier ist es schon sehr sehr schwer, ueberhaupt Ansichtskarten zu finden. Ich freu mich auch, dich hier im Netz beim Bloggen getroffen zu haben. Alles LIebe
    Vivi

    1. Danke für die Karte, liebe Vivi. Eigentlich ist es viel mehr als eine Karte. Es ist doch gerade sehr heiß bei euch. Dass du dir die Mühe gemacht hast, die Karte zu suchen.
      Liebe Grüße an dich und deine Familie.

  5. Oh er hat einen Heiligenschein – der schwarze Mann.

    Ohne Internet sähe es bei mir düster aus; nur schade, dass alle so weit weg wohnen! Sehr gerne würde ich viele Menschen nicht nur virtuell kennen…

    1. Den kann er sich heute leisten. Ich bewundere das schon, mit Zelt, Gepäck und Proviant einfach so los zu ziehen.
      Bei manchen ist das egal, ob sie weit weg wohnen. Es gibt eine große Verbundenheit. Ich finde das schön.

  6. Liebe Gudrun, ich habe mir diese Frage ab dem Zeitpunkt als meine Mädels aus dem Hause waren gestellt und sie wurde immer dringlicher. Ich denke, es hat auch damit zu tun, dass ab einem gewissen Alter das Bewusstsein wächst, dass die Lebenszeit begrenzt ist. Im Hinblick darauf stellt sich die Frage: Was kommt jetzt noch, welche Aufgaben warten noch auf mich, wie kann ich mich mit meinen Möglichkeiten und meiner Zeit sinnvoll einbringen?
    Übrigens:Ich möchte das Internet aus den unterschiedlichsten Gründen, die hier bereits genannt wurden auch nicht mehr missen, der Kontakt zu dir gehört dabei ganz sicher zu den wichtigsten Gründen!

  7. Ich verstehe dich sehr gut.

    Es ist eine schöne Gemeinschaft. Auf den ersten Blick. Wie durch Weichzeichner. Aber manchmal hält die Realität dem weichgespülten Bild nicht Stand. Das habe ich leider schon mehrfach erlebt. Aber zum Glück ist das die Ausnahme.

  8. Ich muss gestehen, dass ich mich ohne Internet amputiert fühlen würde. Gerade eben habe ich recherchiert, wie ich am besten nach Beelitz komme. Dann habe ich geguckt, wie im Urlaubsgebiet meiner Kinder das Wetter ist. Jetzt lese ich meine abonnierten Blogs.
    Ach, es freut mich, dass du Emil getroffen hast. Er ist doch wirklich ein bemerkenswerter und sehr angenehmer Mensch, nicht wahr? Ich hoffe ja auch sehr, dass ich ihn noch einmal treffen werde. So wie ich mich immer noch sehr freuen würde, dich in echt kennenzulernen. Aber das wird schon noch!
    Bis dahin liebe Grüße von
    Elvira

  9. Früher nannte ich das Internet stets Teufelswerk und wollte nichts damit zu tun haben. Heute bedeutet es für mich der Kontakt zur Außenwelt. Gut, bei mir sind nur wenige aus den Blogs aus verschiedenen Gründen geblieben, dafür habe ich viele Kontakte bei Facebook gefunden. Viele haben mit mir Freud und Leid geteilt. Viele sind ebenso schnell gegangen wie sie gekommen sind, also wie im realen Leben auch. Der Unterschied, sie haben mich tapfer durch die ganz schlechten Zeiten begleitet und erst, als ich nicht mehr so viel bloggte, oder sich in ihrem Leben etwas änderte, brachen sie den Kontakt ab. missen möchte ich keinen einzigen von ihnen.
    Liebe Sonntagsgrüße schickt dr die Bärbel

  10. Die Frage kommt glaube ich immer mal. Diese Äußerung: Du mit deinem Internet …, die kenne ich auch. Geht wohl allen so, die ein gewisses Alter erreicht habe. Freut mich, dass die Karte zur recht Zeit kam, ich verschicke gerne Postkarten und freue mich immer so, wenn die Richtigen, bei den Richtigen gelandet sind. Alles Liebe Karin

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