Ich wäre so gerne Selbstversorger. Post gegen alle Zweifel.

Ich wäre so gern Selbstversorger. Kartoffeln anbauen, um damit über den Winter zu kommen, schaffe ich bestimmt nicht mehr. Aber anderes kann ich machen, meine Leistung eben gegen Kartoffeln eintauschen. So ähnlich zumindest stelle ich mir das vor.

Manchmal kann einem das Leben schon mal ganz ordentlich vor das Schienbein treten. Nun kann man im Jammer aufgehen oder man orientiert sich eben um. Mehr oder minder zufällig ergab sich bei mir ein neues Betätigungsfeld. Ich spüre gerade, dass ich auch da wieder an einer neuen Stufe angekommen bin und dass sich Neues auftut.

Ich bin kein sehr anspruchsvoller Mensch, nicht mehr und jedenfalls nicht, was materielle Dinge anbelangt. Und wenn ich mit den Händen in schmutziger Schafwolle hantiere oder in Gartenerde, dann können das sehr befriedigende Momente sein.

Das Drumherum macht’s:

  • ich bin draußen,
  • kann jeden Sonnenstrahl nutzen, den allerersten  im Frühling und den letzten im Spätherbst
  • meine Hände und vor allem auch der Kopf sind beschäftigt
  • Ergebnisse bringen eine tiefe Zufriedenheit.

Ich möchte heute zeigen, was aus meinem Tomatenprojekt geworden ist. Das ist auch wieder

ein Schrittchen hin zum Selbstversorger.

Aus einer gekauften Tomate hatte ich mir Pflanzen gezogen, indem ich die Tomate in Scheiben geschnitten, auf Erde gelegt und dünn mit Erde bedeckt hatte. 12 kräftige Pflanzen habe ich gehätschelt, dass sie in den Garten konnten, sobald es warm genug dafür war. Sechs Pflanzen davon habe ich verschenkt und zu Hause im Topf, den ich ein bisschen vergessen hatte, entwickelten sich noch mal mindestens zwanzig Pflanzen.

Ich war skeptisch. Die Urtomate war ein Riesending. Die neuen Pflänzchen wirkten filigran. Wie sollten die solch große Früchte tragen? Und wer weiß, aus welcher Gegend Südspaniens die kommen. Ob es ihnen bei uns gefällt?

Ach seht selbst.
Die Ernte wird mehr als reichlich ausfallen. Man sollte wirklich Zweifel beiseite schieben und einfach probieren. Dann weiß man es. Den ewigen Zweiflern sollte man kein Gehör schenken. Nie!
Wenn ich im nächsten Jahr Tomaten züchten will, dann mache ich es wieder so. Die Tomatenzüchter wissen, was sie tun. Die Pflanzen aus einer kräftigen Tomate sind widerstandsfähig und sorgen für guten Ertrag.

Und jetzt gehe ich Wolle waschen. Macht’s gut und Tschüss derweil.

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